Dienstag, 19. Juni 2012

Anhebung der GÖD Bildungsförderung


Seit 1. Juni 2012 wurden die Bildungsförderungsbeiträge für GÖD-Mitglieder für berufsbezogene Kurse angehoben.

Voraussetzungen:

            * Einjährige GÖD - Mitgliedschaft zum Zeitpunkt des Kurs- bzw. Ausbildungsabschlusses
            * Beitragswahrheit

Der Bildungsförderungsbeitrag wird gewährt für

            * Dienstprüfungen
            * Kurse und Ausbildungen (ohne Dienstauftrag) in engerem beruflichen Sinn -
              nach Abschluss sämtlicher dazugehöriger Module.

Staffelung des Bildungsförderungsbeitrages nach Dauer bzw. ECTS
  • EUR 30,- ....2 Tage bis 2 Wochen
  • EUR 45,- ....mehr als 2 Wochen bis 6 Monate oder bis zu 30 ECTS
  • EUR 60,- ... mehr als 6 Monate bis 1 Jahr oder bis zu 60 ECTS
  • EUR 75,- ... mehr als 1 Jahr bis 3 Jahre oder bis zu 180 ECTS
  • EUR 180,- ..mehr als 3 Jahre oder über 180 ECTS
Weitere Infos zu den Voraussetzungen der Auszahlung und das Antragsformular unter:

Montag, 11. Juni 2012

Umgang mit VBBI ist Nagelprobe für das Parlament


VBBI am Donnerstag erneut im Plenum des Nationalrats

Wien (OTS) - Leider hat der mit den Forderungen des Bildungsvolksbegehrens befasste "Besondere Ausschuss" seine Tätigkeit beendet, ohne auch nur ein einziges konkretes Ergebnis zu formulieren. "Dies steht in deutlichem Gegensatz zu den Beratungen im Ausschuss", stellt Hannes Androsch, Initiator des VBBI fest, denn: "Im Ausschuss forderten alle Fraktionen nunmehr endlich Nägel mit Köpfen zu machen." Ohne die notwendigen Initiativen zu setzen, wäre dies jetzt am Ende so intensiver, von Fachwissen geprägter Beratungen eine Blamage und eine Bankrotterklärung des Parlaments. "Es ist höchst an der Zeit, längst überfällige Reformen umzusetzen. Die Modernisierung unseres Bildungssystems ist eine Nagelprobe oder ein Lakmustest für das Parlament schlechthin", macht Androsch speziell auch auf den demokratiepolitischen Aspekt aufmerksam. Um noch mehr demokratiepolitischen Schaden zu verhindern ist daher dringlichst geboten, bei der bevorstehenden Behandlung der Tätigkeit des "Besonderen Ausschusses" am kommenden Donnerstag im Plenum des Nationalrats das Schlimmste zu verhindern. Zwtl.: Das Bildungsvolksbegehen fordert daher:

1) Alle entscheidungsreifen Themen, darunter auch die Punkte des Regierungsabkommens, werden in einer oder mehreren Initiativanträgen eingebracht und noch vor der Sommerpause beschlossen. 

2) Eine Reihe von bildungspolitischen Reformmaßnahmen erfordern die Befassung der Bundesregierung. Diese Punkte werden mit einer Entschließung, die Eckdaten und Fristen vorgibt, festgehalten und vom Parlament beschlossen. 

3) Jene bildungspolitischen Reformpunkte, die noch nicht entscheidungsreif sind, sollen im Herbst mit Frist bis Jahresende 2012 von einer zusätzlichen Enquete-Kommission zur Beschlussreife gebracht werden. 
Die bisher an den Tag gelegte Vorgangsweise widerspricht dem Selbstverständnis der frei gewählten, nur ihrem Gewissen verantwortlichen Abgeordneten und schadet dem Ansehen des Hohen Hauses. "Das Bildungsthema ist für die Zukunft Österreich zu wichtig, um in parteipolitisches Geplänkel und lächerliche Heuchelei zu verfallen", richtet Androsch abschließend einen eindringlichen Appell an die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker, nun endlich konkrete Handlungen zu setzen.

Dienstag, 5. Juni 2012

Übernahme von IIL-Landesvertragslehrpersonen in das Entlohnungsschema IL

Der Landesschulrat für Oberösterreich führt im Einvernehmen mit dem Zentralausschuss für Landeslehrer für APS mit Wirkung vom 1. September 2012 Übernahmen von IIL-Landesvertragslehrpersonen in das Entlohnungsschema IL durch.
1.) Amtswegige IL-Überstellungen:
Betroffen sind für den do. Bezirk die auf der beiliegenden IPA-Auswertung angeführten IIL-Landesvertragslehrpersonen mit Dienstantritt vor dem 1. September 2008, soweit sie zum Überstellungstermin 1. September 2012 mit mehr als 10 Wochenstunden beschäftigt sind.
Da für IIL-Landesvertragslehrpersonen mit allen Anstellungserfordernissen gleichzeitig mit der Übernahme in das Entlohnungsschema IL das Dienstverhältnis auf unbestimmte Zeit eingegangen wird, ersucht der Landesschulrat für Oberösterreich bis spätestens
29. Juni 2012
um Stellungnahme zu den beabsichtigten Überstellungen, wobei, wenn bei jemandem des betroffenen Personenkreises wegen persönlicher oder fachlicher Eignung Bedenken gegen die Übernahme in das unbefristete Dienstverhältnis bestehen, die vorliegenden Gründe anzuführen sind.
Die Überstellungen erfolgen von Amts wegen, Ansuchen sind daher nicht erforderlich.
2.) Überstellungen auf Ansuchen:
IIL-Landesvertragslehrpersonen, die einen Dienstantritt im oö. Schuldienst vor dem 1. September 2009 aufweisen oder bei denen sich auf Grund von für die IL-Überstellung anrechenbaren Vordienstzeiten ein fiktiver Dienstantritt vor dem 1. September 2009 errechnet, können ebenfalls um Überstellung in das Entlohnungsschema IL, gegebenenfalls unter Hinweis auf nachstehende Vordienstzeiten, ansuchen. Bei der Geltendmachung von nachstehenden Vordienstzeiten, sind dem Ansuchen entsprechende Nachweise in Form von der Schulleitung oder BSR beglaubigten Kopien anzuschließen.
Für die IL-Überstellung anrechenbare Vordienstzeiten:
  1. Lehrer/innendienstzeiten an öffentl. Schulen und Privatschulen mit Öffentlich-keitsrecht in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union (auch als kirchlich-bestellte/r RL/in) bei Anschluss der entsprechenden Dienstzeitbestätigung,
  2. Assistenzlehrertätigkeit/Assistenzlehrerinnentätigkeit im Ausland über Vermittlung des BMUKK mit einer entsprechenden Bestätigung des BMUKK über Art und Dauer,
  3. Zeiten einer nach abgeschlossenem Lehramt für APS und vor Dienstantritt absolvierten Ausbildung zum/r Gehörlosenlehrer/Gehörlosenlehrerin, Heilstättenlehrer/Heilstättenlehrerin, Sehbehinderten- und Blindenlehrer/ Sehbehinderten- und Blindenlehrerin,
  4. Zeiten des Präsenz- bzw. Zivildienstes.
Ansuchen um IL-Überstellung sind auch von jenen Landesvertragslehrpersonen mit Dienstantritt vor dem 1. September 2008 erforderlich, die eine Unterbrechung ihres Dienstverhältnisses nach dem 1. September 2008 z.B. wegen Bedarfsmangels aufweisen.
Die Ansuchen sind im Dienstwege dem Landesschulrat für Oberösterreich mit einer Stellungnahme des Bezirksschulrates ebenfalls bis spätestens 29. Juni 2012 vorzulegen.
Überstellungen von Landesvertragslehrpersonen im Beschäftigungsverbot bzw. in Karenz gem. Mutterschutzgesetz bzw. Väterkarenzgesetz werden bei einem Beschäftigungsausmaß von mehr als 10 Wochenstunden vor Antritt des BV bzw. der Karenz durchgeführt.

Großartige Ganztagsschulen: Auszeichnung von Bildungsministerin Schmied


SPÖ-Klubvorsitzende Jahn: "Gratulation den oberösterreichischen 'Best-Practice'-Schulen".

Die Bildungssprecherin des SPÖ-Landtagsklubs, Mag.a Gertraud Jahn zeigt sich sehr erfreut über den Erfolg der sieben oberösterreichischen Ganztagsschulen, die gestern, am 4. Juni 2012 in Wien für ihre hervorragenden Konzepte ausgezeichnet wurden. "Bildungsministerin Schmied hat bereits 19 oberösterreichischen Ganztagsschulen für ihre tollen Programme mit dem Gütesiegel 'Qualität in der schulischen Tagesbetreuung' prämiert. Gestern wurden 7 davon in Wien vor den Vorhang geholt, um sie für ihre Leistungen als 'Best-Practice'-Beispiele besonders auszuzeichnen. Ich möchte den LehrerInnen und den SchülerInnen auf diesem Wege zu diesem großartigen Erfolg gratulieren!", so die SPÖ-Klubvorsitzende Jahn.

Besonders erfreulich ist, dass fünf der ausgezeichneten "Best-Practice"-Schulen bereits als verschränkte Ganztagsschulen betrieben werden und vorleben, wie gut Schule im Wechselspiel von Unterricht, Förderung und Freizeit funktionieren kann. "Verschränkte Ganztagsschulen zeigen, wie sich bei einem Miteinander von LehrerInnen, Schulkindern und Eltern Kreativität und Talente frei entfalten können. Freizeit bleibt Freizeit, Schule bleibt Schule – und macht den Kindern Freude. Sie erleben Lernerfolge, ganz ohne teure und zeitintensive Nachhilfe. Nicht nur für berufstätige Eltern ist die verschränkte Ganztagsschule die richtige Antwort – auch die Kinder erleben eine Schule, die Spaß macht und den LehrerInnen mehr Flexibilität bietet", hält Jahn fest.

Begrüßenswert ist für Jahn ganz besonders, dass die Bildungsministerin den ausgezeichneten Schulen als Anerkennung und Belohnung eine zusätzliche Stundenanzahl zur Verfügung stellt. "Wichtig ist, dass sichergestellt wird, dass das erhöhte Stundenkontingent auch so vom Landesschulrat umgesetzt wird", so die SPÖ-Klubvorsitzende.

Die prämierten Schulen können laut Jahn ein Ansporn für andere oberösterreichische Schulen sein. Sie gehen mit sehr gutem Beispiel voran und nutzen die finanziellen Förderungen des Bildungsministeriums Zusätzliche Gelder in der Höhe von 50.000 Euro pro Schulgruppe gibt es für Investitionen, weitere 8.000 zur Deckung laufender Kosten. "Die ausgezeichneten Schulen beweisen, wie gut die Ganztagsschule funktioniert – als Vorbild für eine sinnvolle Investition in die Bildungszukunft unserer Kinder!", so Jahn abschließend.

Folgende 7 Schulen wurden als "Best-Practice" ausgezeichnet:

VS 1 Freistadt (verschränkte GTS)
VS 2 Freistadt (verschränkte GTS)
VS 2 Freistadt Sonderschule (verschränkte GTS)
HS Ennsleite, Steyr (verschränkte GTS)
NMS 6 Junior High School, Wels
NMS 18 Rennerschule, Linz (verschränkte GTS)
BG/BRG Werndlpark, Steyr

Montag, 4. Juni 2012

Gewerkschaft: Kollektivvertrag für alle Lehrer

Spitzengewerkschafter Peter Korecky plädiert dafür, die Lehrer allen anderen Arbeitnehmern gleichzustellen. Die GÖD stört, dass Lehrer künftig kein öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis mehr haben sollen. Die Verhandlungen für ein neues Lehrerdienstrecht werden für Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) kein Spaziergang. Erst in der letzten Woche verschickten die Lehrergewerkschafter an ihre Mitglieder eine Mängelliste. Darin wird Schmied bzw. der Regierung vorgeworfen, dass der neue Entwurf nichts von dem enthalte, was versprochen wurde – etwa den Anspruch, ein „großes Reformpaket“ zu erfüllen. Peter Korecky, Vize-Chef der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) von der Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter sagt, der Entwurf sei „ nicht stimmig“. Die GÖD stört prinzipiell, dass Lehrer künftig kein öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis mehr haben sollen, sondern ein reines Vertragsrecht. Dieses sei, weil es ein Gesetz ist, politischem Einfluss unterworfen. Änderungen durch das Parlament oder die Landtage seien jederzeit möglich. So, wie das Vertragsrecht gestaltet werden soll, „werden wir es nicht zur Kenntnis nehmen“, sagt Korecky zum KURIER. Als Ersatz hat er einen überraschenden Vorschlag parat, dem auch die Pragmatisierung zum Opfer fiele. Korecky: „Wenn es immer heißt, es gibt im öffentlichen Dienst Privilegien, dann machen wir doch das, was für alle anderen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich gilt: einen Kollektivvertrag. Dann habe ich die gleichen arbeitsrechtlichen Bedingungen, den gleichen Schutz – und ich kann Kündigungsgründe bestimmen. Dann könnten sich weder Parlament noch Landtage einmischen. Das ist meine Präferenz. Es wäre die sauberste Lösung.“ Sozialpartner Bestes Vorbild seien die Hochschulen: Dort gibt es seit 2004 Kollektivverträge, wer seither neu eingetreten ist, unterliegt dem KV. Zusätzlich gab es die Möglichkeit, zu optieren. Korecky, der diesen KV verhandelt hat, schätzt, dass heute für etwa 55 Prozent der Uni-Beschäftigten der KV gilt. Wie bei den Unis müssten auch bei den Lehrern Sozialpartner gegründet werden, die den KV verhandeln. Korecky: „Die Arbeitnehmerseite wäre die GÖD. Auf Arbeitgeberseite könnte eine zentrale Personalagentur des Bundes stehen, die das Controlling für die Personalausgaben hat.“ Nebeneffekt: Dass der Bund zwar die Kosten für Landeslehrer trägt, die Länder die Lehrer aber einstellen – dieser Zustand, den auch die OECD seit Jahren kritisiert, wäre passé.

Mittwoch, 30. Mai 2012

Investitionen in frühkindliche Bildung rechnen sich rasch - AK-Kalliauer: „Können es uns nicht leisten, nichts zu tun!“

Jeder Euro für frühkindliche Bildung bringt mindestens achtfachen Nutzen. Das hat Univ.-Prof. Dr. Friedrich Schneider vom Institut für Volkswirtschaftslehrer an der Johannes Kepler Universität Linz im Auftrag von Arbeiterkammer und Industriellenvereinigung Oberösterreich jetzt wissenschaftlich belegt. Für AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer ein klarer Auftrag an die Landesregierung, den Ausbau von Krippen und Kindergärten zügig voranzutreiben.
Die bestmögliche Bildung für alle: Mit diesem ehrgeizigen Ziel haben sich vor zwei Jahren die Arbeiterkammer Oberösterreich, die Industriellenvereinigung Oberösterreich und die Johannes Kepler Universität Linz zur „Initiative für ein besseres Schulsystem“ zusammengetan. Dabei war von Anfang an klar, dass fehlende elementare Grundlagen nur sehr schwer und mit sehr hohen Kosten wieder aufgeholt werden können.

Oberösterreich bei Früherziehung schwach

„Leider hat unsere gemeinsame Bestandaufnahme bestätigt, was auch der AK-Kinderbetreuungsatlas immer wieder zeigt: Bei der Früherziehung ist Oberösterreich schwach. Das zeigt sich beim Angebot für Unter-Dreijährige, wo wir an der vorletzten Stelle aller Bundesländer liegen, und das zeigt sich auch bei den Kindergärten, wo die Öffnungszeiten oft nicht zu den Bedürfnissen berufstätiger Eltern passen“, so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Gesamtwirtschaftliche Auswirkungen im Fokus

In der Studie werden alle Beteiligten betrachtet: Kinder, Eltern, Unternehmen, Beschäftigte und öffentliche Hand. Gesamtwirtschaftliche Auswirkungen auf Schule, Arbeitsmarkt, Soziales und Gesellschaft stehen im Fokus.

Erste Effekte rasch spürbar

Am Beispiel der Kindergarten-Öffnungszeiten zeigt die Analyse besonders eindrucksvoll die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit von Investitionen: Beim Ausbau der Kindergartenplätze, die den sogenannten VIF-Kriterien entsprechen (mindestens 45 Stunden Öffnungszeit pro Woche, an vier Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden offen, Mittagessen, maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen), übersteigt der Nutzen die Kosten um das 30-Fache! Erste Effekte wären bereits binnen eines Jahres spürbar.

Mehr Chancengleichheit

Frühe Bildung und Förderung bringen aber noch einen größeren Nutzen: mehr Chancengleichheit. Das ist gerade in Österreich so wichtig, weil hier Herkunft und soziale Schicht in hohem Ausmaß über die Bildungslaufbahn der Kinder entscheiden.
AK-Präsident Kalliauer appelliert daher an die politisch Verantwortlichen: „Packen wir’s an! Es wäre kurzsichtig, einen Ausbau der Betreuungs- und Bildungseinrichtungen für Kinder im Vorschulalter an den Kosten scheitern zu lassen. Wir können es uns nicht leisten, nichts zu tun.“

Unterlagen zum Download

"Jeder Euro für frühkindliche Bildung bringt mindestens achtfachen Nutzen" Studie: "Verstärkte Investitionen in frühkindliche Bildung: Kosten und Nutzen für Oberösterreich"

Dienstag, 29. Mai 2012

SLÖ - FSG Forderungen


Unsere Forderungen für die Dienstrechtsverhandlungen:

Die sozialdemokratischen PersonalvertreterInnen und GewerkschafterInnen ersuchen die Sozialpartner in den Dienstrechtsverhandlungen folgende Punkte zu berücksichtigen:

1)    Die erhöhte Arbeitsbelastung in vielen Pflichtschulen wird mit Diversi­tätszula­g­en abzugelten sein! Eine Gehaltskurve mit höheren Anfangs­gehältern allein bringt für KollegInnen in diesen Schulen keine Besoldungsgerechtigkeit.

2)    Die Kernkompetenzen von LehrerInnen liegen in Unterricht und Erziehung.
Für Administration, Betreuung, Therapie, pflegerische und medizinische Tätigkeiten wird es andere ExpertInnen geben müssen!

3)    In Volksschulklassen mit mehr als 20 Kindern werden zwei LehrerInnen ein­ge­setzt, damit als Basisleistung die sprachlichen, sozialen und motorischen Defizite der SchülerInnen im Sinne der nachfolgenden Bildungs­karriere eines jeden Kindes behoben werden können. Sonderpädagogische Förder­­maßnahmen müssen nach der Bedürfnislage der Kinder durch entsprechende Ressourcen gesichert sein.
Der nächste Finanzausgleich ist dement­sprechend zu gestalten!

4)    Schulen werden in Zukunft über eine pädagogisch-dienstrechtliche und eine administrative Schulleitung verfügen, da Pädagogik und Management unterschiedliche Kompetenzen bedingen.

5)    Eine gleichwertige Ausbildung aller LehrerInnen auf Masterniveau wird die Anstellungs­sicherheit beim Berufseinstieg erhöhen und bessere Berufsumstiegsmöglichkeiten bieten.

6)    Nur  flexible Lebensarbeitszeitmodelle werden einer aufgrund des geltenden Pensions­rechts längeren Lebensarbeitszeit gerecht werden können.

7)    Ein erweiterter Kündigungsschutz wird die LehrerInnen vor äußerem Druck bei Unterrichts­gestaltung und Leistungsbeurteilung bewahren.

Wir unterstreichen mit diesen Forderungen für die Zukunft, dass ein neues Dienst­recht nicht nur fiskalischen Aufgaben gerecht werden darf, sondern vor allem auf die täglichen Herausforderungen des Schulalltages Antworten geben muss.


Franz Turek                                                                     Anton Lauinger
SLÖ-Landesvorsitzender                                                    FSG-APS-Vorsitzender
Mitglied im ZA-PflichtschullehrerInnen                                 Landesleitungsmitglied der
Mitglied GÖD-APS Bundesleitung                                        PflichtschullehrerInnengewerkschaft
Tel.: 0699/81266739                                                            Tel.: 07674/64845
Email: franz.turek@slooe.at                                                 Email: a.lauinger@aon.at

Dienstag, 22. Mai 2012

Schmied: Kein Schulranking durch Bildungsstandards - OÖN

WIEN. Mittwoch müssen österreichweit alle Schüler der achten Schulstufe zum großen Mathematik-Test antreten: Erstmals werden, wie bereits berichtet, die Bildungsstandards überprüft. Diese Tests sollen zeigen, ob Schüler jene Grundkompetenzen haben, die sie gemäß Lehrplan in ihrer Schulstufe haben sollen.

Die Ergebnisse, die nicht in die Notengebung einfließen, werden im Dezember vorliegen – einen Vergleich zwischen Schulen sollen sie aber nicht ermöglichen, wie Bildungsministerin Claudia Schmied (SP) gestern klarstellte: „Ich denke nicht daran, mit Fächerergebnissen an die Öffentlichkeit zu gehen“, sagte sie. Auch Vergleichswerte verschiedener Schultypen will sie nicht veröffentlichen. „Das wäre nach nur einem Durchgang zu kurz gegriffen.“
Direkt einsehen können nur Schüler ihre Ergebnisse, Schulen und Lehrer bekommen anonymisierte Ergebnisse. Dass Schulen, die gut abschneiden, mit ihrem Ergebnis werben könnten, werde nicht zu verbieten sein, schränkt Schmied ein. Auf lange Sicht seien die Bildungsstandards auch „ausbaubar“, etwa in die Richtung, dass ein Zertifikat über die damit erreichte Befähigung ausgestellt wird.
Nach Mathematik werden die Bildungsstandards in den kommenden Jahren auf Deutsch und Englisch ausgeweitet. Die bisherigen Kosten liegen bei 36 Millionen Euro. (jabü)

Freitag, 18. Mai 2012

Neues Lehrerdienstrecht - Die Eckpunkte des Regierungsvorschlags > Der Standard

Höheres Einstiegsgehalt, flachere Gehaltskurve und geringerer Endbezug vorgesehen - Gleiches Einkommen für Lehrer an Hauptschule und AHS-Unterstufe

Wien - Bereits im Frühjahr 2009 hat Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) die Reform des Lehrerdienstrechts angekündigt, nachdem sie mit ihrem Plan, die Unterrichtsverpflichtung um zwei Stunden zu erhöhen, am Widerstand der Lehrervertretung gescheitert war. Die Abstimmung der Regierungsposition dauerte allerdings bis zum heurigen Frühjahr. Anfang Mai ist ein Trio aus Schmied, Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) und Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) in die bereits im Mai 2011 auf Beamtenebene gestarteten Verhandlungen eingestiegen und hat der Gewerkschaft ein 26-seitiges Papier mit Gesetzestexten, Punktationen und Positionspapieren als Verhandlungsbasis überreicht. Vor dem Sommer soll es eine Einigung über die Eckpunkte geben. Die Vorschläge der Regierung sehen nach APA-Informationen aus wie folgt:


GEHALT: Ab dem Schuljahr 2013/14 soll es 2.420 Euro brutto als Einstiegsgehalt für alle Lehrer geben, unabhängig von Schultyp oder Fach. Für Pflichtschullehrer (Volks-, Haupt- Sonder- und Polytechnische Schule) bedeutet das ein Plus von 400 bis 500 Euro, für Bundesschullehrer (AHS; berufsbildenden mittleren und höheren Schulen, BMHS) steigt das Einkommen beim Berufseinstieg damit um 200 Euro. Die bisher steile Gehaltskurve soll deutlich abgeflacht werden, das Einkommen über das gesamte Berufsleben gleichbleiben. Die bisherigen automatischen Gehaltssprünge alle zwei Jahre fallen, statt der bisher 17 oder 18 Gehaltsstufen soll es nur noch sieben geben, die in den letzten Jahren vor der Pensionierung anfallende Dienstalterszulage wird gestrichen.
Der erste Gehaltssprung kommt erst nach 13 Jahren, nach 35 Jahren soll der Endbezug von 4.330 Euro brutto pro Monat erreicht sein. Das bedeutet ein Minus von 170 Euro für Pflichtschul- und minus 810 Euro für Bundesschullehrer. Je nach Schulstufe (Volksschule - Haupt-/Mittelschule/AHS-Unterstufe - Oberstufe), Fachunterricht und Zusatztätigkeiten werden Zulagen bezahlt. Die Gehälter werden jährlich entsprechend den von der GÖD ausverhandelten Gehaltserhöhungen valorisiert.
UNTERRICHTSZEIT: Die Normunterrichtszeit soll künftig 24 Unterrichtsstunden pro Woche betragen, wozu auch der Förderunterricht in der Tagesbetreuung zählt.

Mittwoch, 16. Mai 2012

Michael Pammesberger hat die "Kärntner Pädagogik" im KURIER zu Papier gebracht:

copyright by Michael Pammesberger

Neues Lehrerdienstrecht für Pädagogische Hochschulen - ORF.at

Der Nationalrat hat gestern Abend mit den Stimmen von Koalition und Grünen ein neues Dienstrecht für Pädagogische Hochschulen (PH) beschlossen. Im Wesentlichen werden die Regelungen für die Unilehrenden übernommen: Wie an der Uni wird außerdem vor Beginn des Jahres zwischen Rektor und Lehrendem in einem Vertrag festgeschrieben, was die Aufgaben des Lehrenden in diesem Studienjahr sind.
Künftig gibt es de facto All-in-Verträge, die neben der Lehre auch Forschung, Planungs- und Koordinationstätigkeiten, Curricula-Entwicklung etc. berücksichtigen. Mehrdienstleistungen wie im alten Lehrerdienstrecht gibt es nicht mehr, für PH-Lehrende gilt auch nicht mehr die Ferienregelung für Lehrer, sondern sie müssen künftig wie jeder andere Mensch Urlaub beantragen.

Sonntag, 13. Mai 2012

Kinderbildung ganz entscheidend“

Die Lebenschancen werden bereits oft im Kindergarten entschieden. So die Erfahrung von SP-Politiker Klaus Luger.
  
Klaus Luger auf der Nibelungenbrücke. Hinter ihm das Linzer Schloss. Mit Metabolic und dreimaligem Laufen pro Woche hat er 20 Kilogramm abgenommen.
Klaus Luger ist seit 2009 Linzer Vizebürgermeister, zuständig für Soziales, Integration und Verkehr. Zuvor war der 51-jährige Stadtrat und Bezirksgeschäftsführer der SPÖ.
KURIER: Medial treten fast nur mehr Sie in Erscheinung.  Werden Sie schon als  neuer Bürgermeister aufgebaut?
Klaus Luger: Ich mache eine relativ offensive Öffentlichkeitsarbeit. Es gibt Kollegen in der Stadtregierung, denen das nicht so liegt. Man muss in der Politik kommunizieren. Das mache ich.
Wann werden Sie Bürgermeister?
Der Bürgermeister ist soeben 61 Jahre alt geworden, das Pensionsalter beträgt 65. Es gibt überhaupt keine Spekulationen, an einen Wechsel zu denken.
Dobusch wird 2015 noch einmal antreten?
Er wird  für sich entscheiden, was er  2015 tun wird. Ich gehe davon aus, dass er wieder kandidiert.
Abgesehen von der Spekulationsgeschichte Swap, was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Themen?
Die wichtigste Aufgabe ist, die Dynamik der Stadt zu sichern. Dazu sind einige Projekte notwendig: der Ausbau des Straßenbahnnetzes,  die Westumfahrung als wichtigster Straßenbau, die weitere Entwicklung der Tabakfabrik, die Lösung des Themas Eisenbahnbrücke und natürlich die Bewältigung der Integration.
Die Finanzen sind angespannt. Kann sich die Stadt ein so großes Kulturprojekt wie die Tabakfabrik noch leisten?
Wäre die Tabakfabrik ein Kulturprojekt, wäre diese Frage völlig berechtigt. Sie ist aber keines.  Wir haben aufgrund der Kulturhauptstadt 2009   eine Infrastruktur, die für eine 180.000-Einwohner-Stadt sensationell ist.  Die Tabakfabrik darf kein Zuschussbetrieb sein.  Sie muss sich als Gesamtprojekt rechnen.  Deshalb muss die Nutzung vielfältig sein. Ausgeschlossen sind Wohnen und ein Einkaufszentrum.  Alle anderen Mischformen sind möglich. Ein Teil wird  zum Beispiel  Gastronomie sein.  Ich sehe die Tabakfabrik ähnlich wie das Design-Center. Wir haben das Investment getätigt, aber dann muss es sich selbst tragen.
Findet in Linz tatsächlich Integration statt?
Bei uns funktioniert die Integration der Einwanderer im Vergleich zu anderen europäischen Ländern relativ gut. In der Stadt selbst sind die meisten Integrationsprobleme Generationsprobleme. Die Schwierigkeiten, die auf unterschiedliche Religionen und Kulturen zurückgehen, sind viel geringer als wir das diskutieren. Wir bemühen uns Gettobildungen hintanzuhalten.  Die höchsten Zuwanderer-Anteile  reichen bis zu 35, 38 Prozent.
Es gibt einen Bereich, wo wir  Gemeinden wirklich etwas tun können. Das ist die Sprachförderung. Linz ist die einzige Stadt Österreichs, die ab dem ersten Tag im Kindergarten Sprachförderung betreibt. Wir geben dafür 800.000 Euro im Jahr aus. Kinder, die mit drei Jahren in den Kindergarten kommen, können oft schlechter Deutsch als ihre Eltern, obwohl sie  hier geboren sind. Das hängt mit dem Medienkonsum zusammen.

Weil die Kinder über Satelliten die Kanäle ihrer Heimatländer sehen?
So ist es. Die Vorgängergeneration hatte nur die Wahl  gehabt zwischen ORF 1 und ORF 2. Heute können die Kinder  zwischen 300 türkischsprachigen Kanälen wählen. Damit gehen die Mediensprache und die passive Sprache verloren. Die Rückmeldungen der Kindergärtnerinnen sind eindeutig. Wir haben mit einem Sprachförderprogramm begonnen. 20 Prozent der Kinder, die wir hier betreuen, sind aber deutscher Muttersprache. Bei diesen Kindern ist kein Migrationshintergrund da. Sie verfügen über einen Wortschatz und Grammatikkenntnisse, die unter dem Niveau sind, das  Dreijährige  haben müssten.
Was läuft hier schief?
Es wird weniger vorgelesen,  es wird  mehr passiv Fernsehen konsumiert. Das heißt, die Kinder sitzen allein vor dem Bildschirm. Es ist primär ein Phänomen bildungsfernerer Schichten.  Die Sprache ist das Konstituierende, damit Integration funktioniert.
Wir versuchen, bei den Jüngeren anzusetzen, weil wir eine Problemgruppe haben. Das sind die 16- bis 25-Jährigen.   Da ist der Anteil  der Jugendlichen  mit Migrationshintergrund, die keine Berufsausbildung haben,  drei Mal so hoch wie bei den Einheimischen.
Warum? Sie besuchen doch genauso die Schulen und machen eine Lehre.
Eine Lehre wird oft begonnen, aber überdurchschnittlich oft abgebrochen.

Wieso?
Die meisten, die abbrechen, brechen nicht wegen der Praxis im Betrieb ab, sondern weil sie die Berufsschule nicht schaffen. Sie schleppen Bildungsdefizite aus der Pflichtschule mit und sind ohne zusätzliche Fördermaßnahmen nicht in der Lage, einen Berufsschulabschluss zu erwerben.  Das werden die klassischen Hilfsarbeiter. Das sind jene, die in der Krise sofort ihre Jobs verlieren. Sie führen das dann auf ihre migrantische Herkunft zurück und melden sich dann oft aus der Gesellschaft ab.
Es geht darum, bereits einen Schritt früher im Bildungssystem anzusetzen. Wir müssen bereits vor der Schule etwas machen.  In Linz besuchen 94 Prozent der Dreijährigen einen Kindergarten. Das ist eine Riesenchance. Eigentlich muss man von der vorschulischen Kinderbildung sprechen und nicht vom Kindergarten. Hier hat man noch die Chance, Defiziten gegenzusteuern. Zum Schuleintritt sollen die Kinder so gut Deutsch können, dass sie dem Unterricht folgen können.

Wie hoch ist der Migrantenanteil in den Kindergärten?
Wir haben bei den Drei- bis Sechsjährigen einen Migrantenanteil von 38 Prozent.