Nach seiner Konstituierung im Februar nahm heute der Besondere Ausschuss zur Vorberatung des Volksbegehrens Bildungsinitiative seine Beratungen wieder auf. Im ersten Teil des Ausschusses wurde eine Generaldebatte durchgeführt, in der sowohl die Abgeordneten, als auch die VertreterInnen des Volksbegehrens sowie die von den Fraktionen entsandten ExpertInnen grundsätzliche Statements abgaben. Der zweite Teil widmete sich dann dem Thema "Vorschulische Einrichtungen – Frühpädagogik". Ausschussvorsitzender Elmar Mayer (S) informierte darüber, dass der Ausschuss zu weiteren Beratungen am 16. April und am 7. Mai 2012 zusammentreten wird, wobei die Themen "Schwerpunkte in den Bereichen Pädagogik und Bildung" bzw. "PädagogInnenausbildung" und "Universitäten, Erwachsenenbildung" im Mittelpunkt stehen werden.
Hannes Androsch: "Die Schulen sind Treibhäuser der Zukunft"
Der Bevollmächtigte des Volksbegehrens, Hannes Androsch, bedankte sich eingangs für die Einladung in den Ausschuss, weil damit die Gelegenheit bestehe, die Anliegen der insgesamt 383.724 UnterstützerInnen des Volksbegehrens ausführlich zu diskutieren und weil dadurch auch der Respekt vor direktdemokratischen, überparteilichen Initiativen zum Ausdruck komme.
Schon die erste Lesung im Hohen Haus habe den breiten Konsens bei allen Parlamentsparteien über die Bedeutung der Bildung und Ausbildung für jeden jungen Menschen erkennen lassen, sagte er. Aus diesem Grund erhoffe er sich auch, dass den Diskussionen konkrete Ergebnisse folgen, damit die derzeit herrschende Resignation bei den Menschen bezüglich ihrer Einflussmöglichkeiten auf die Politik überwunden wird. Auch wenn im österreichischen Bildungssystem sicherlich nicht alles schlecht sei, so belegten doch zahlreiche Untersuchungen und Studien, dass Reformen dringend notwendig sind, betonte Androsch. Es sei besonders bedeutsam, den Veränderungen in der Gesellschaft und Wirtschaft Rechnung zu tragen sowie die Erkenntnisse und Erfahrungen der Neurowissenschaften, der kognitiven Psychologie, der Erziehungswissenschaften, der Entwicklungspsychologie etc. in die Praxis umzusetzen.
Im Zentrum aller Überlegungen müsse stehen, dass jeder junge Mensch, egal welcher Herkunft, die gleichen Chancen erhält, um ein erfolgreiches, selbstbestimmtes Leben zu führen. Gleichzeitig müsse anerkannt werden, dass es sich beim Lehrerberuf um einen der wichtigsten und schwierigsten handle und dass daher die besten Rahmenbedingungen für die PädägogInnen geschaffen werden müssen. Insgesamt bedürfe es einer nationalen Kraftanstrengung, die eine Überwindung der Partikularinteressen impliziert, um ein zeitgemäßes Bildungssystem zu entwickeln, das jeden internationalen Vergleich bestehen könne.
ParteienvertreterInnen anerkennen Reformbedarf im Bildungssektor
Sodann stellten die VertreterInnen aller fünf Parlamentsparteien in kurzen Wortmeldungen ihre Positionen dar, wobei sie einheitlich den InitiatorInnen des Volksbegehrens für deren Engagement in Sachen Bildung dankten. Durch die Behandlung der zwölf Punkte des Volksbegehrens in einem eigenen Ausschuss wolle man zum Ausdruck bringen, dass die Anliegen der BürgerInnen sehr ernst genommen werden, unterstrich ausdrücklich Ausschussvorsitzender Elmar Mayer (S).