Mittwoch, 8. Februar 2012

"Wir brauchen eine radikale Sozialbremse!" - Der Standard

Bernhard Felderer wurde die "Goldene Bremse" verliehen. Hier seine Dankesrede - Satire aus der Humor-Abteilung von Attac

Am 13. Jänner verlor Österreich bekanntlich das Triple-A. Weniger bekannt: Bernhard Felderer wurde am gleichen Tag die "Goldene Bremse" - gestiftet vom Interessenverband Superreicher (IV Super) - verliehen. Hier seine Dankesrede - Satire aus der Humor-Abteilung von Attac.
Sehr geehrte Damen und Herren, geschätztes oberstes Prozent! Ich danke für das Vertrauen, das Sie mir mit der Verleihung der "Goldenen Bremse" aussprechen. Nachdem ich bereits im November als unabhängiger Experte Österreichs Triple-A ins Gerede gebracht habe, ist es nun endlich soweit: Das Triple-A ist weg. Das ist ein persönlicher Erfolg für mich, aber auch eine große Chance für Sie. Denn die nötige Durchlüftung des Staates ist jetzt nur noch eine Frage der Zeit.
Endlich bekommen wir alle Bremsen, die wir wollen! (Applaus.) Ob Schuldenbremse, Sozialbremse oder Steuerbremse - sie alle sind nun in Reichweite. Ermöglicht hat das die Staatsschuldenkrise, von der ich seit Jahren erfolgreich rede. Verantwortlich für diese Krise ist bekanntlich der Sozialstaat mit seiner Gleichmacherei und nicht etwa Finanzkrise und Bankenrettung! (Gelächter und Applaus.) Doch keine Sorge: Für die Banken wird auch in der schuldengebremsten Zukunft Geld da sein. Das sind wir systemrelevanten Leistungsträgern schuldig.
Jetzt müssen wir noch sicherstellen, dass die Politik den Fokus auf Kürzen, Abschaffen und Streichen legt. Deshalb vertrete ich als unabhängiger Experte die Position, dass rund 90 Prozent des Schuldenabbaus über Kürzungen bei den Ausgaben finanziert werden. Von denen haben doch nur die kleinen Leute was! Alle müssen den Gürtel enger schnallen, und die dem Müßiggang frönende Mehrheit eben mehr als Sie, die fleißige Minderheit. (Standing Ovations.)
Geschätztes Publikum! Keine Gesellschaft kommt ohne Ungleichheit aus.

Was macht das Gehirn den ganzen Tag?



Ein "gesunder Geist in einem gesunden Körper" sagten bereits die Römer. Stimmt das wirklich? Tatsächlich belegen zahlreiche neurowissenschaftliche Studien, dass Kinder besser lernen und allgemein leistungsfähiger sind, wenn sie sich ausreichend bewegen. Der positive Effekt von Bewegung auf das Gehirn wird auch durch die richtige Ernährung verstärkt. Erfahren Sie, wie der gesunde Körper des jungen Menschen die Leistungsfähigkeit seines Geistes positiv beeinflusst! Freizeit ist für das Gehirn immer Lernzeit. Selbst wenn der Mensch nicht absichtlich lernt, lernt das Gehirn und verändert sich dadurch. Ein Spaziergang durch den Wald, ein Videospiel oder das Üben des Lieblingsmusikstücks an der Gitarre hinterlassen Spuren im Gehirn. Erfahren Sie, wie unser Lernorgan mit uns die Freizeit verbringt und was es daraus macht!

Schule: Schmied fasst "inklusive Regionen" ins Auge - 05.02.2012 , Die Presse

Schritt für Schritt könnten in Modellregionen bestehende Sonderschulen zu inklusiven Bildungseinrichtungen weiterentwickelt werden. Das stellt ein Arbeitspapier des Unterrichtsministeriums zur Debatte.
Wien/Apa. Bis zuletzt haben Bund und Länder trotz Kritik von ÖVP- und Grünen-Mandataren sowie Interessenvertretungen an der Sonderschule festgehalten („Die Presse“ berichtete). Nun könnte der Wind doch drehen: In einem neuen Arbeitspapier des Unterrichtsministeriums zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist von sogenannten „inklusiven Regionen“ als „Ausgangspunkt für die flächendeckende Weiterentwicklung des inklusiven Schulsystems“ die Rede.
Konkret könnten sich diese etwa an die Tiroler Region Außerfern anlehnen: Dort gibt es seit zehn Jahren keine Sonderschulen mehr. Ein Sonderpädagogisches Zentrum (SPZ) koordiniert und organisiert dort die Ressourcen und betreut die Pädagogen. „Der international favorisierte Ansatz geht genau in diese Richtung“, sagt die Tiroler Sozialwissenschaftlerin Petra Flieger. „Weg von der Etikettierung des einzelnen Kindes, hin zu der Verteilung der Ressourcen an Schulen und Regionen.“
Die Ressourcen könnten dadurch direkt dorthin verlagert werden, wo Kinder Unterstützung benötigen. Im Außerfern sei auch der Anteil an Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf relativ gering, sagt Flieger – weil hier eben keine Zweigleisigkeit möglich sei und keine Sonderschule versorgt werden müsse.
Das Ministeriumspapier, das Ende Jänner beim dritten runden Tisch zum Thema Sonderschulen verteilt wurde, sieht „regionale Aktionspläne“ vor. Diese sollen von einem Konsortium erstellt werden, das die Länder in Absprache mit dem Bund beauftragen. So sollten in den Modellregionen unter anderem „Sonderschulen schrittweise zu inklusiven Bildungseinrichtungen geöffnet werden“. Regionale Inklusionszentren sollen bedarfsgerechte und frühzeitige Betreuung gewährleisten. Bis zum Jahr 2020 soll schließlich österreichweit „eine Aufnahme von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in Sondereinrichtungen nicht mehr erforderlich sein“, heißt es in dem Konzept.