Bildungslaufbahn soll weniger vom sozialen Hintergrund abhängen
Wien - In Österreich hängt die Bildungslaufbahn überdurchschnittlich stark vom sozialen Hintergrund ab. In dem am Donnerstag präsentierten Bericht "Equity and Quality in Education: Supporting Disadvantaged Students and Schools" appelliert die OECD an Österreich, bereits begonnene Reformen voranzutreiben und benachteiligte Schüler stärker zu unterstützen, um für mehr soziale Fairness zu sorgen. Die konkreten Empfehlungen der Studie: "Neue Mittelschulen" für alle, kein Sitzenbleiben mehr, Abschaffen der freien Schulwahl durch die Eltern und Ausbau der Bildungs- und Berufsberatung.In Österreich gebe es zwar relativ wenige Personen, die die Schule abbrechen. Die meisten kommen laut OECD aber aus armen oder bildungsfernen Familien oder haben Migrationshintergrund. "Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen gehen zudem häufiger in Schulen, die nur über geringe Mittel verfügen. Hinzu kommt, dass sich die Eltern private Nachhilfe oft nicht leisten können", beschreibt die OECD die aktuelle Lage.
AHS beeinträchtigen Chancengleichheit
Als einen Grund für die soziale Ungleichheit nennt die OECD die Selektion der Schüler bereits mit zehn Jahren, was bei jenen, die in eine weniger angesehene Schulform eingeteilt werden, zu Demotivation führe. Die Einführung der "Neuen Mittelschule", die die Hauptschule flächendeckend ersetzen soll, sei "ein erster Schritt" in Richtung eines längeren gemeinsamen Lernens. "Die Reformen lassen allerdings die allgemein bildende höhere Schule außen vor, was die Chancengleichheit an österreichischen Schulen weiterhin beeinträchtigt."
Lob für Modulare Oberstufe
Zu Verbesserungen würde laut OECD auch das Abschaffen von Klassenwiederholungen beitragen, bei dem sozioökonomische Unterschiede noch stärker ins Gewicht fallen.