LINZ. Poly-Schüler lesen Kindergartenkindern aus deutsch- und fremdsprachigen Büchern vor – was einfach klingt, ist ein mehrfach sinnvolles Projekt.
Die Stadt Linz hat das Projekt „Gemma lesen!“ jetzt mit einem Förderpreis für integrative Kulturprojekte ausgezeichnet. Denn Lesen ist eine wesentliche Grundlage für Sprachenlernen, somit eine Schlüsseltechnik für Integration.
Das „Gemma lesen!“-Vorhaben entwickelt haben Lehrerinnen der Polytechnischen Schule Linz-Urfahr. Im Grunde ist es einfach: Schülerinnen und Schüler des Poly gehen in Kindergärten, lesen den Kindern aus deutsch- und fremdsprachigen Büchern vor, auf Albanisch, Türkisch, Bosnisch, Kroatisch, Serbisch, Rumänisch. „Arabisch und Polnisch kommen noch dazu“, sagt Poly-Lehrerin Regina Fechter-Richtinger, die das „Gemma lesen!“-Projekt leitet.
Sprachliche Vielfalt
Vorleser für diese Sprachen zu finden, ist an der Polytechnischen Schule in Linz-Urfahr eigentlich einfach. Denn dort gehen Jugendliche aus 20 verschiedenen Nationen zur Schule. Diese Schülerinnen und Schüler lernen durch das Vorlesen selber besser lesen, erfahren die Lust am Lesen und verbessern ihre Fähigkeiten in der Muttersprache und in Deutsch.
Fünf „Gemma lesen!“-Schülerteams gibt es nun am Poly Urfahr. Die haben sich seit Herbst 2011 intensiv auf ihre Aufgabe vorbereitet, zunächst in einem theaterpädagogischen Workshop. Dort übten die Schülerinnen und Schüler Vorlese-Techniken und absolvierten Übungen zur Steigerung des Selbstvertrauens.
Dann ging es ans Üben. Ein Schüler oder eine Schülerin liest in einer Fremdsprache vor, der andere Schüler oder die andere Schülerin liest dieselbe Seite auf Deutsch vor. Im Training übten die Schülerinnen und Schüler auch, wie man die Kinder zum Mitmachen bewegt, ihr Interesse steigert, zum Beispiel durch Zwischenfragen, Wiederholungen, lauteres und leiseres Sprechen, Mienenspiel, Blickkontakt.
