Frühkindpädagogik war im Rahmen des Bildungsvolksbegehrens Thema im Parlament. Expertin Manuela Macedonia kritisiert, dass die Qualität der Ausbildung bisher vernachlässigt wurde.
Manuela Macedonia vom Max-Planck-Institut für Neuro- und Kognitionswissenschaften war am Donnerstag als Expertin zum Sonderausschuss zum Bildungsvolksbegehren im Parlament geladen. Im Interview mit DiePresse.com erklärt sie was ihre Beweggründe dafür sind, warum die frühe Pädagogik nicht einfach mitlaufen kann und warum sich die Pädagogik insgesamt den Neurowissenschaften stärker öffnen muss.
Wurde der Bereich der frühkindlichen Pädagogik in Österreich bisher vernachlässigt?
Manuela Macedonia: Ja, das wurde er. Aber das ist kein österreichisches Phänomen, vielerorts denkt man - salopp ausgedrückt - die Frühpädagogik läuft einfach so mit. In diesen jungen Jahren befinden sich Kinder in ganz sensiblen Lebens- und Lernphasen. Eine äußerst professionelle Begleitung ist für ihre Entwicklung maßgeblich: Sie kann Talente fördern und Schwächen ausmerzen und somit die Weichen für ein Leben stellen. Eine Metapher die das veranschaulicht: Bei einem Computer haben Sie die Software und die Hardware, die Hardware bleibt immer gleich. Beim Menschen ist es so, dass wenn man einem jungen Gehirn eine sehr gute Software einbaut, verbessert sich auch die Hardware, sie wird leistungsfähiger. Das heißt frühkindliche Pädagogik ist extrem wichtig, um die optimale Gehirnentwicklung zu gewährleisten. Und das wird leider zu wenig berücksichtigt.
Welche Forderungen leiten Sie daraus ab?
Ich bin keine Politikerin, aber ich stelle mir das so vor, dass Kinder sehr bald die Möglichkeit haben sollten, in eine Bildungseinrichtung zu kommen.