Montag, 9. Januar 2012

Ministerielles Gerangel um die neue Lehrerbildung

Schmied forciert Pädagogische Universitäten - Töchterle akzeptiert diese nur dort, wo es jetzt keine Unis gibt Wien - "Klare Worte" zur Zukunft der Lehrerbildung wünschte sich die "Task Force Lehramt" der Universitätenkonferenz vor Weihnachten von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle. Die Unis fürchten einen "Kampf der Institutionen" , bei dem sie im Rennen um die "PädagogInnenbildung neu" , die alle Pädagogen auf Masterniveau heben will, gegen die von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) forcierten Pädagogischen Hochschulen, die mit regulären Masterstudien zu Pädagogischen Universitäten werden sollen, verlieren könnten.

Pünktlich zu Beginn des neuen Jahres liefert der Wissenschaftsminister nun vehement Rückhalt für die Universitäten in der Frage, wer bei der geplanten gemeinsamen Lehrerbildung federführend sein soll. Im Standard-Gespräch lässt Töchterle keinen Zweifel daran, dass er die Unis, die Lehramtsstudien anbieten, quasi für die natürlichen Leitwölfe der zukünftigen Lehrerbildung hält.
Puls der Forschung an Unis Unter Verweis auf seine Expertise als Fachdidaktiker sagt der frühere Lateinprofessor der Uni Innsbruck: "Ich habe jahrzehntelang Lehrer ausgebildet, sogar eine fachdidaktische Dissertation geschrieben und jede Menge fachdidaktische Fachpublikationen. Für mich ist klar: Jegliche Fachausbildung sollte an der Uni sein, auch die des Hauptschullehrers. Je näher die Fachausbildung am Puls der Forschung ist, desto besser ist sie grundsätzlich. Auch die pädagogische Ausbildung sollte am Puls der Forschung sein - und der schlägt nun mal an den Unis."