LINZ. Schulangst, Selbstverletzung, Aggressionen, Mobbing: Die Patienten der Jugendpsychiatrie im Wagner-Jauregg-Krankenhaus haben nicht selten traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. In die Schule müssen sie trotzdem – aber sie dürfen in eine ganz besondere.
Zwei Klassen, zwei Gruppenräume, eine Bibliothek: Das ist der Schultrakt in der Jugendpsychiatrie. Im Aufenthaltsbereich steht ein Sofa, im Gang wurde ein Bewegungsparcours aufgebaut. Während in einer Klasse eifrig gelernt wird, dröhnt aus dem Nebenzimmer ein Bohrer: Werkunterricht.
Jeder der Schüler hier hat eine bewegte Vergangenheit – die Diagnosen reichen von Verhaltensstörungen über Schulverweigerung, Trennungs- oder depressive Ängste bis zu Mobbing und Verwahrlosung.
Die Schule soll den jungen Patienten zwischen zehn und 15 Jahren wieder ein Stück Alltag, Struktur, Halt geben. „Zu uns kommen jene Schüler, die aus dem Schulsystem herausfallen“, sagt Lehrerin Monika Giegler. „Die Schwierigsten der Schwierigen.“
Lernen ist an dieser Schule wichtig, jeder erhält ein individuelles Programm, das mit der Stammschule abgesprochen ist. Sogar die Schularbeiten werden von dort geschickt und benotet. Noch wichtiger als Lernen ist den Lehrern hier aber die Beziehungsarbeit: „Wir wollen, dass die Schüler bei uns wieder Freude an der Schule bekommen. Jeder darf so sein, wie er ist“, sagt Giegler.