Dienstag, 20. September 2011

Nachruf Rainer Domisch

Versteher des Schulwandels
Jahrelang hat Domisch in Finnland
als rechte Hand des Bildungskommissars
an der Feinjustierung des
Bildungssystems mitgearbeitet.   Bild:  dpa
Deutschlands finnischer Bildungspolitiker Rainer Domisch: Mit ihm verstarb eine Hoffnung der deutschen Schule. Er hinterlässt eine Art politisch-pädagogisches Testament. von CHRISTIAN FÜLLER  (taz)


Als Andrea Ypsilanti einst den Wahlsieg in Hessen vergeigte, fragte man sich, ob das für Rainer Domisch nun gut oder schlecht sei. Jahrelang hatte Domisch in Finnland an der Feinjustierung des Bildungssystems mitgearbeitet. Der Deutsche war die rechte Hand des polternden Bildungskommissars Jukka Sarjala. Domisch war ganz anders. Ein sehr leiser und kluger Mann, der in der krawalligen hessischen Landespolitik vielleicht auch untergegangen wäre.
Die Frage ist seit Dienstag früh eine theoretische. Mit Domisch verstarb in seiner Wahlheimat Finnland eine der Hoffnungen der deutschen Schule. Er kannte alle deutschen Bildungspolitiker - weil er sie alle durch das Land des ewigen Pisa-Siegers geleitete.