Dienstag, 4. Dezember 2012

PISA-Chef: "Entweder ich bin ein Genie oder halt nicht" - Von Bernadette Bayrhammer und Christoph Schwarz (Die Presse)


PISA-Chef Andreas Schleicher spricht mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied im "Presse"-Interview über fehlenden persönlichen Einsatz von Schülern und Eltern und die dringend nötige "Kultur des Gelingens"

Andreas Schleicher: Positiv bewerte ich die Reformdynamik, die Paradigmenwechsel, die Schmied ausgelöst hat. Sie finden in Europa wenige Länder, in denen sich in so wenigen Jahren so viel verändert hat wie in Österreich – mit der Neuen Mittelschule, Ganztagesbetreuung, der modularen Lehrerbildung. Derzeit das Problem: Vieles davon ist erst in den Anfängen. Die Ansätze sind besser als die Umsetzung.
Das klingt wertschätzend, passt aber nicht ganz zu den Ergebnissen der OECD-Studien. Diese sind für Österreich zumeist weniger erfreulich.
Claudia Schmied: Die Ergebnisse dieser Studien sind wichtig, aber oft nur verkürzte Momentaufnahmen. Als solche müssen wir sie sehen. Um Erfolge zu sehen, brauchen wir einen längeren Atem. Und da sind wir auf dem richtigen Weg.

Ist das nicht eine zu billige Ausrede, immer nur darauf zu verweisen, dass die Reformen „langfristig“ wirken? Deutschland etwa hat rasch und erfolgreich auf die schlechten Leseergebnisse bei PISA reagiert.