Dienstag, 24. Januar 2012

Politische Bildung verliert an Bedeutung - Universität Wien streicht wichtige Professur

Wien (OTS) - An der Universität Wien soll das seit drei Jahren bestehende Department für die Didaktik der politischen Bildung abgewickelt und die damit verbundene Professur gestrichen werden. Das ergibt sich aus dem Entwicklungsplan der Universität für die Jahre 2013 bis 2015, der jetzt im Entwurf vorliegt. Der Vorstand der Interessensgemeinschaft Politische Bildung (IGPB), der Fachverband für die politische Bildung in Österreich, kritisiert dies und fordert die Wiederbesetzung der Professur.
Stellungnahme des Vorstands der IGPB zur vorgesehenen Streichung der Professur für Didaktik der politischen Bildung an der Universität Wien Mit großer Sorge hat der Vorstand der Interessensgemeinschaft Politische Bildung (IGPB) zur Kenntnis genommen, dass das Department für Didaktik der politischen Bildung an der Universität Wien geschlossen werden soll. Nach dem Entwurf für den Entwicklungsplan der Universität Wien für 2013 bis 2015 ist eine Wiederbesetzung der Professur für Didaktik der politischen Bildung nicht vorgesehen. Die IGPB sieht in dieser Entwicklung einen schweren Rückschlag für die politische Bildung in Österreich. Die Wiener Professur wurde 2008 geschaffen und mit einer zweijährigen Befristung besetzt. Es handelt sich hierbei um die erste und einzige Professur für Didaktik der politischen Bildung in Österreich. Wegen ihrer grundsätzlichen Bedeutung für das österreichische Bildungswesen wurde ihre Einrichtung im Rahmen der Demokratieinitiative der Bundesregierung vom Wissenschaftsministerium mit zusätzlichen Mitteln gefördert.

Mehrheit für die Gesamtschule - Wiener Zeitung

Wien. Das Volksbegehren "Bildungsinitiative" im November 2011 wurde zwar nicht zum erfolgreichsten aller Zeiten. Dafür, dass die Forderungen nun im Nationalrat behandelt werden, reichten die 383.820 Unterschriften aber allemal. Eine davon: der Ausbau der Ganztagsschulen. Das am Montag präsentierte Ergebnis einer Befragung des Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung (IFT) brachte nun einen viel eindeutigeren Trend ans Licht. Befürworten doch 63 Prozent der 1064 befragten Österreicher ab 15 Jahren die Ganztagsschule als "Schule der Zukunft". 75 Prozent halten die Gesamtschule der 10- bis 14-Jährigen für eine "gute Idee".
"Beim Bildungsvolksbegehren fühlte sich die Bevölkerung zu wenig informiert: Nur rund 20 Prozent gaben an, genug im Bilde gewesen zu sein, um eine Entscheidung treffen zu können", erklärte Peter Zellmann vom IFT. Ein Manko an Information - das dürfte laut Zellmann die Ursache sein, warum Österreicher einer Bildungsreform skeptisch gegenüberstehen: Laut Umfrage weiß nur ein Viertel, worum es sich bei einer Gesamt- oder Ganztagsschule überhaupt handelt.