Montag, 15. April 2013

6 Parteien Konsens zur Verbesserung der 9. Schulstufe

BM Schmied und alle Bildungssprecherinnen und Bildungssprecher
einig: Polytechnische Schule soll aufgewertet werden.
Projektstart mit rund 10 Schulversuchen schon ab Herbst 2013. 

Wien - Die Bildungssprecherinnen und Bildungssprecher aller
Parlamentsfraktionen sowie Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied
haben bei einem "Runden Tisch" eine Stärkung und Weiterentwicklung
der Polytechnischen Schule vereinbart, die der zentralen
Brückenfunktion dieser Schulform gerecht wird. Die Polytechnische
Schule als Verbindung zwischen Abschluss der Pflichtschule und dem
Einstieg in das Berufsleben bzw. als Vorbereitung für eine
weiterführende Schule wurde von allen Bildungssprecherinnen und
Bildungssprecher als entscheidend für Jugendliche erkannt. 

Es herrscht  parteiübergreifender Konsens, dass die Polytechnische
Schule nicht abgeschafft, sondern gezielt so weiter entwickelt und
attraktiviert werden soll und dass  damit Bildungssackgassen
vermieden werden. Jugendlichen soll ein bestmöglicher Einstieg von
der Pflichtschule in die Berufsbildung bzw. in eine weiterführende
Schule gelingen. Gemeinsames Ziel aller Bildungssprecherinnen und
Bildungssprecher sowie der Bildungsministerin ist, dass durch dieses
Schulentwicklungsprojekt ein wesentlicher Beitrag zur Bekämpfung von
Jugendarbeitslosigkeit und von Schul- bzw. Ausbildungsabbruch
geleistet wird.

Die Bedeutung der 255 Polytechnischen Schulen in Österreich mit 
2.222 Lehrerinnen und Lehrer und 18.022 Schülerinnen und Schüler
(Schuljahr 2011/12), von denen 6.661 weiblich sind und 4.603 eine
andere Erstsprache als Deutsch angeben, für die weitere Ausbildung
und die Jugendbeschäftigung ist hoch: Rund 82,5% der PTS-
Schülerinnen und Schüler haben zum Schulschluss entweder eine fixe
oder zumindest gute Aussichten auf eine Lehrstelle, 7,5% der PTS-
Schülerinnen und Schüler besuchen eine weiterführende Schule. Das
heißt, dass etwa 90% der PTS- Schülerinnen und Schüler am Ende dieser
Schulstufe einen Ausbildungsplatz haben. Die schon jetzt praktizierte
gezielte Förderung nach Eignungen und Neigungen in den
Polytechnischen Schulen macht sich ebenfalls positiv bemerkbar: Mehr
als 86% der Jugendlichen ergreifen bzw. bekommen ihren Lehrplatz in
ihrem Fachbereich, den sie auch an der PTS gewählt haben. Diese im
internationalen Vergleich guten Werte sollen nun durch das gemeinsame
Schulentwicklungsprojekt aller Parlamentsfraktionen und des BMUKK für
die Polytechnische Schule weiter verbessert werden: "Wir wollen
keinen Jugendlichen ohne Ausbildungsabschluss zurück lassen."

Ab dem Schuljahr 2013/14 soll in rund 10 Pilotschulen bundesweit und
unter Einbeziehung der Pädagogischen Hochschulen sowie der
Schulaufsicht die Individualisierung und Modularisierung der
Polytechnischen Schule erprobt werden. Aufbauend auf diesen
Erfahrungen, die wissenschaftlich evaluiert werden, sollen in der
nächsten Legislaturperiode die Lehrpläne neu verfasst, formale
Möglichkeiten für Bildungsabschlüsse an den PTS geschaffen und
optional ein 2. Jahr Schulbesuch an den PTS für diejenigen, die es
wollen und brauchen, ermöglicht werden. 

Neue Schwerpunkte sollen eine Individualisierung und eine
Modularisierung in Vorbereitung auf die Berufsbildung sein. Umgesetzt
werden unter anderem die Schwerpunkte Berufsorientierung,
Persönlichkeitsentwicklung, Soft Skills, berufsbezogene vertiefende
Kenntnisse und Spezialmodule wie EDV-Planzeichnen, Kreativität,
Projektmanagement, Design etc. Für die konkrete Umsetzung werden enge
Kooperation der PTS mit  der Wirtschaft, den Berufsschulen und
anderen Schultypen angestrebt.

Mittwoch, 3. April 2013

PädagogInnenbildung Neu ist großer Fortschritt für unser Bildungssystem

SPÖ-Klubvorsitzende Jahn: "Öffentliches Vollangebot in OÖ muss das Ziel sein!"
 
"Die neue PädagogInnenbildung sorgt für ein hohes akademisches Niveau aller PädagogInnen und bietet ein praxisgerechtes Mentoringsystem für den Berufseinstieg. Damit wird die Qualität im Bildungssystem nicht nur gesichert, sondern deutlich ausgebaut", zeigt sich SPÖ-Klubvorsitzende Mag.a Gertraud Jahn über das heute von Bildungsministerin Schmied und Wissenschaftsminister Töchterle präsentierte Modell erfreut. Auf dieser Basis müsse nun in Oberösterreich ein Vollangebot für die PädagogInnenbildung Neu unter öffentlicher Trägerschaft entwickelt werden.
 
Der Grundstein für die neu zu entwickelnde oberösterreichische Struktur ist schon durch das im November 2012 gegründete regionale Entwicklungsteam geschaffen worden. Darin arbeiten die Spitzen der oberösterreichischen Universitäten und der beiden oberösterreichischen Pädagogischen Hochschulen im Sinne einer bestmöglichen Realisierung der PädagogInnenbildung Neu zusammen. Unterstützung soll dabei auch der von der Bundesregierung neu geschaffene Qualitätssicherungsrat bieten, denn dieser hat die Sicherstellung von Synergien und das Vorantreiben von Kooperationen der bestehenden Institutionen zum Ziel.
 
"Die PädagogInnenbildung Neu wird ein hohes Niveau der Lehrkräfteausbildung auf Master-Level gewährleisten. Das ist ein qualitativer Meilenstein. Gleichzeitig können die bisherigen Ressourcen an den Pädagogischen Hochschulen und den Universitäten bestmöglich genutzt werden, wobei die Stärken der jeweiligen Institutionen miteinander verbunden werden", zeigt SPÖ-Bildungssprecherin Jahn konkrete Fortschritte auf. Die Ausbildung von VolksschullehrerInnen bleibt bei den Pädagogischen Hochschulen. Für die Vergabe von Master-Abschlüssen im Sekundarbereich brauchen die Pädagogischen Hochschulen eine Kooperation mit einer Universität. Zudem wird die Lehrkräfte-Ausbildung an den Universitäten um pädagogische Elemente ergänzt. "Das klare inhaltliche Ziel sind dabei immer die besten Lehrkräfte für die Zukunft unserer Kinder", ist Jahn sicher. Auch die Berufsperspektiven für Lehrerinnen und Lehrer werden sich mit der neuen Ausbildung verbessern, weil die einheitliche Ausbildung für bessere Durchlässigkeit und einfachere Weiterqualifizierung sorgt.

Mittwoch, 20. März 2013

FSG PflichtschullehrerInnen für Gerechtigkeit und Qualität in Dienstrechtsfragen



Bulant-Formel: Lehrverpflichtung ist Unterrichtsverpflichtung
und Beziehungsarbeit

„Ein neues Dienstrecht, das Verluste in der Lebensverdienstsumme erbringt, ist für keine Gewerkschaft akzeptierbar. Ein neues Dienstrecht, das über keinen gemeinsamen Gehaltsstaffel für alle LehrerInnen verfügt, schreibt die seit Jahrzehnten bestehende Besoldungsungerechtigkeit zu Lasten der LandeslehrerInnen fort und wird daher von uns abgelehnt“, stellt Thomas Bulant, Vorsitzender der FSG in der PflichtschullehrerInnen-gewerkschaft fest. Da sich die Bevölkerung aufgrund eines neuen Dienstrechtes eine qualitative Verbesserung der Schulen erhoffe, erwartet der Gewerkschafter neben der Besoldungsgerechtigkeit auch pädagogische Qualitätsimpulse von einem neuen Dienstrecht.
Ein neues Dienstrecht der Zukunft müsse daher die Erfordernisse eines modernen, qualitativen Unterrichts, eine gesamtheitliche Betreuung der SchülerInnen, die Einbeziehung der Eltern sowie die Arbeitsbedingungen der LehrerInnen vereinen. Der Vizechef der ARGE LehrerInnen meint dazu: „Ein sicher nicht leichtes Unterfangen, aber mit etwas Wille sind die seit Monaten starren Fronten auflösbar.“
Die FSG-LehrerInnen bieten in diesem Sinne ein zukunftsweisendes Modell an, das auch auf die Besonderheiten der einzelnen Schulstandorte Rücksicht nimmt.

Die Eckpunkte des FSG-Modells:

  • 24 Stunden Lehrverpflichtung ist Unterrichtsverpflichtung und Beziehungs- sowie Schulentwicklungsarbeit
  • Die Beziehungs- und Schulentwicklungsarbeit beinhaltet:
  • individuelle Lernberatung und Lebensbegleitung in Schülersprechstunden
  • Pflege der Schulpartnerschaft durch Elternsprechstunde
  • Zeitressourcen für Klassenführung bzw. Ganztagesbetreuung
  • Teamstunden für Planung und Problemberatung
  • fixes Stundenkontingent für Schulentwicklungsprojekt SQA (Schulqualität Allgemeinbildung)
  • Die Umsetzung dieser Lehrverpflichtung basiert auf der Errichtung von professionellen LehrerInnenarbeitsplätzen und Besprechungsräumen.

Besoldungsgerechtigkeit ist herstellbar, wenn die Besoldung die Gleichwertigkeit pädagogischen Handelns in unterschiedlichen Schularten widerspiegelt und die Anfangsgehälter attraktiv gestaltet.

Rückfragehinweise:
FSG-Presse
Franz Fischill
Tel.: (01) 534 44/39 266
Mobil: 0664/814 63 11
Wien, 20.3.2013

Dienstag, 5. März 2013

Modellregion für Chancengleichheit im Schulsystem schaffen

Im Jänner 2012 hat der SPÖ-Landtagsklub mit der Beilage 549/2012 bereits die
Erstellung eines Modellplans für eine indexbasierte Mittelsteuerung im oberösterreichischen
Schulsektor beantragt. Dieser wurde im Unterausschuss Bildung mit
den Linzer Universitätsprofessoren Dr. Altrichter und Dr. Bacher konstruktiv diskutiert.

In der Zwischenzeit greifen immer mehr Institutionen und auch politische
VertreterInnen aus anderen Bundesländern bis hin zu Unterrichtsministerin Dr.in
Claudia Schmied diese Maßnahme für mehr Chancengerechtigkeit im Schulwesen
auf und signalisieren öffentlich Unterstützung und Interesse an einer Umsetzung.
"Wir müssen dieses zeitliche Momentum ganz konkret für mehr Chancengerechtigkeit
im oberösterreichischen Schulwesen nutzen, indem eine Modellregion mit
indexbasierter Mittelsteuerung eingerichtet wird. Oberösterreich ist dafür schon
aufgrund seiner für ganz Österreich repräsentativen Siedlungsstruktur mit
sowohl urbanen Zentren wie auch ländlichen Gebieten hervorragend geeignet,
weil es die verschiedenen Herausforderungen im Schulwesen optimal
abbildet.

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·        Alleinverdienerabsetzbetrag
·        Kirchensteuer etc.

Donnerstag, 28. Februar 2013

Sozialindex für Schulen auf dem Vormarsch:SPÖ tritt für Modellregion in Oberösterreich ein.


SPÖ-Klubvorsitzende Mag.a Gertraud Jahn: "Vorrang für Chancengerechtigkeit."
ExpertInnen sind sich einig, dass Schulen mit schwierigeren Rahmenbedingungen
mehr Lehrkräfte brauchen, um ihrem Bildungsauftrag nachkommen zu können. Auch
das Bildungsministerium, die Armutskonferenz und politische Vertreter aus Wien haben
sich bereits positiv dazu geäußert. "Deshalb bringen wir jetzt einen Initiativantrag
für die Errichtung einer Modellregion in Oberösterreich ein, bevor andere Bundesländer
uns zuvorkommen. Das große Ziel des Sozialindex ist es, dass auch Schulkinder
mit schwierigeren Rahmenbedingungen einen guten Schulabschluss erreichen und so
gerechte Chancen am Arbeitsmarkt vorfinden", argumentiert SPÖ-Klubvorsitzende
Mag.a Gertraud Jahn.
Die BildungsverliererInnen von heute sind die Arbeitslosen von morgen. "Prävention gegen
Arbeitslosigkeit muss daher im Bildungssektor ansetzen. Die Linzer Professoren Altrichter
und Bacher haben dazu ein zukunftsweisendes Modell erarbeitet, das wir im Vorjahr im Oö.
Landtag bereits diskutiert haben. Dabei geht es darum, dass Ressourcen im Bildungssystem
dort verstärkt eingesetzt werden müssen, wo sie am dringendsten benötigt werden", so Jahn.
Die Linzer Professoren haben in ihrer Studie herausgearbeitet, dass die soziale Herkunft
sowie der Migrationshintergrund zentrale Ungleichheitskriterien im Bildungssystem darstellen.
Auch die Schulbildung der Eltern ist ein wesentlicher Faktor.
Oberösterreich wäre aufgrund seiner Siedlungsstruktur mit mehreren urbanen Zentren sowie
ländlichen Regionen optimal als Modellregion geeignet. "Deshalb ersuchen wir mit unserem
Initiativantrag die Bildungslandesrätin für die Erarbeitung einer Modellregion in Oberösterreich
in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium. Es gibt zahlreiche Indizien, dass sich
auch andere Bundesländer für eine solche Modellregion interessieren. Gerade in dieser sozial
wesentlichen Angelegenheit, wo es um Gerechtigkeit für Schulkinder geht, soll Oberösterreich
zum Vorbildbundesland werden. Es wäre schade, wenn – wie bei der Einführung der
Neuen Mittelschule – unser Land erneut nur Nachzügler im Wettlauf der Bundesländer wäre",
argumentiert die SPÖ-Bildungssprecherin.
"Wir müssen alle Kinder auf dem Weg zur guten Bildung mitnehmen. Das sichert ihre Lebenschancen
und wir können auch wirtschaftlich nicht zulassen, dass Talente von Kindern
liegen bleiben", positioniert Mag.a Gertraud Jahn.

Mittwoch, 27. Februar 2013

Armutskonferenz: Soziale Situation der Eltern soll Schulbudget beeinflussen - DerStandard.at

Armut soll so seltener vererbt werden und schwächere Schüler besser gefördert

Wien - Ein neuer Sozialindex soll nach Ansicht der Armutskonferenz die Mittelzuweisung an Schulen bestimmen. Demnach soll es etwa vom Bildungsstand, der beruflichen Position und dem etwaigen Migrationshintergrund der Eltern sowie der Umgangssprache der Schüler daheim abhängen, ob eine Schule zusätzliche finanzielle Mittel erhält. "Schulen, die einen hohen Anteil an sozial benachteiligten Schülern haben, würden dadurch mehr Geld bekommen", so der Soziologe Johann Bacher (Uni Linz), der den Index mitentwickelt hat, bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Wie sie die Mittel einsetzen, soll zu einem hohem Ausmaß den Schulen selbst überlassen werden.

Vererben von Armut reduzieren

Durch den Einsatz des Index könnten das Vererben von Armut reduziert, schwächere Schüler besser gefördert und manche Schulstandorte für mittlere und höhere Einkommen wieder attraktiv gemacht werden, meinte Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie Österreich. Mit dieser "schulpolitischen Interventionsmöglichkeit" könne zwar die Segregation in "gute" und "schlechte" Wohngegenden bzw. Schulen nicht aufgehoben werden - sie könne aber bestimmte Auswirkungen eventuell lindern. Im internationalen Vergleich weise Österreich zwar eine geringe Kinderarmut auf - "trotzdem schaffen wir es nicht, Kinder aus sozioökonomisch schwachen Familien zu höheren Bildungsabschlüssen zu führen".

Doppelte Benachteiligung

"Derzeit sind sozial benachteiligte Schüler doppelt benachteiligt", argumentierte Bacher. Einerseits könnten ihnen ihre Eltern weniger in der Schule helfen, andererseits besuchen sie gleichzeitig Schulen mit einem hohen Anteil an Kindern aus sozioökonomisch schwachen Familien. Derzeit weisen laut Bacher elf Prozent der Volksschulen, 17 Prozent der Hauptschulen und zwei Prozent der AHS eine hohe soziale Benachteiligung auf.

Vier Faktoren im Index

Laut dem Sozialindex würde eine Schule mit dem Index 100 die Basisressourcen erhalten. Weisen alle Schüler eine Benachteiligung in allen vier Faktoren (Bildungsstand, Beruf, Migrationshintergrund der Eltern sowie Umgangssprache daheim) auf, würde die Schule beispielsweise um 100 Prozent mehr Mittel erhalten, eine Benachteiligung aller Schüler in einem Faktor würde 25 Prozent mehr bringen usw. Das Ausmaß der Zusatzförderung sei aber gestaltbar und letztlich eine politische Entscheidung. Die Zusatzmittel sollen laut Bacher dann von der Schule möglichst autonom verwendet werden können - etwa in der Form, dass die Direktion einen Plan entwickelt, der von Schulpartnern und Schulerhaltern abgesegnet wird.

Flexibleres System

Mit dem zusätzlichen Geld kann dann etwa in zusätzliche Lehrer oder einen Schulumbau investiert werden. Das System würde dadurch flexibler und eventuell gerechter als bisher, meinte Bacher. Derzeit erhalten die Schulen ihre Mittel grob gesprochen in der Form, dass für eine bestimmte Anzahl an Schülern Lehrer bzw. Unterrichtsstunden finanziert werden. Für Extra-Belastungen wie etwa muttersprachlichen Unterricht oder Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf gibt es Zusatz-Lehrer bzw. Zusatzstunden.
Die Verwendung eines Sozialindex wäre kein Neuland, so Bacher: Die Niederlande, die Stadt Hamburg, das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen und Teile der Schweiz würden ähnliche Instrumente nutzen. Die Berechnung des Index für alle Schulen wäre außerdem aufgrund der sozioökonomischen Daten aus den Bildungsstandards in Österreich kein Problem. Im Unterrichtsministerium würde man sich bereits mit dem Thema befassen. (APA, 26.2.2013)

Dienstag, 12. Februar 2013

Mayer: Herausforderungen an die Volksschulen und Volksschullehrerinnen und -lehrer in den Mittelpunkt rücken

SPÖ-Bildungssprecher will Maßnahmenpaket für Volksschulen im Unterausschuss des Unterrichtsausschusses vorlegen

In den vergangenen fünf Jahren ist in der österreichischen Bildungspolitik ein enormer Reformprozess eingeleitet worden: Ein verpflichtendes, kostenfreies, letztes Kindergartenjahr; verbesserte Sprachförderung; die Einführung von Bildungsstandards in der vierten und achten Schulstufe; die Aufwertung der Hauptschule zur Neuen Mittelschule als wichtigen Schritt zur gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen; die Reform der AHS-Oberstufe bis hin zur Neuen Matura; das Projekt kostenloses Nachholen von Bildungsabschlüssen und die Lehre mit Matura sind nur acht von insgesamt 54 Gesetzesinitiativen in diesem Reformprozess. "Für mich ist es jetzt höchst an der Zeit die steigenden Herausforderungen an die Volksschulen als Grundschulen und an die Volksschullehrerinnen und -lehrer in den Mittelpunkt zu rücken", sagte SPÖ-Bildungssprecher Elmar Mayer am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Denn, so Mayer, die Volksschulen leisten in unserem Bildungssystem die entscheidende Basisarbeit: "In den Volksschulen stehen die gesicherte Kenntnis der Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben, Rechnen und die freie Rede im Mittelpunkt. Grundkompetenzen werden aufgebaut und die Kinder individuell gefördert. Dieses Anforderungsprofil macht die hohe Verantwortung von Volksschullehrerinnen und -lehrern deutlich." Mayer fordert daher im Rahmen der geplanten Dienst- und Besoldungsreform endlich eine leistungsgerechte Entlohnung und eine Aufwertung, denn die Volksschullehrer seien es, die im gegenwärtigen Schulsystem die Hauptlast zu tragen hätten.

Darüber hinaus müssen die Volksschulen organisatorisch, finanziell und pädagogisch in die Lage gesetzt werden, die steigenden Anforderungen zu bewältigen. Dazu gehören ausreichend Personal, eine flexible Schuleingangsphase mit der Möglichkeit des "Teamteachings" und nicht zuletzt schulautonome Stundenkontingente, die es der Schulleitung ermöglichen, auf die unterschiedlichen Problemstellungen und Anforderungen an den jeweiligen Schulstandort einzugehen, führt der SPÖ-Bildungssprecher aus.

Mayer will daher, wie bereits mit dem Koalitionspartner und den Oppositionsparteien vereinbart, eine eigene Sitzung des Unterausschusses des Unterrichtsausschusses im Parlament zum Thema 'Volksschulen' einberufen und dort ein Maßnahmenpaket vorlegen, welches einerseits die Volksschulen organisatorisch und pädagogisch stärkt und andererseits den Volksschullehrerinnen und -lehrern in Ansehen und Bezahlung endlich jenen Stellenwert zukommen lässt, den sie verdienen.

Montag, 4. Februar 2013

Intelligenz: Was im Kopf unserer Kinder steckt?




Dr.in Manuela Macedonia
leitet „Neuroscience for you“,

ein Institut für Wissenstransfer
aus den Neurowissenschaften

Wer kennt sie nicht, die berühmt, berüchtigten Intelligenztests?
Nach wie vor werden sie bei Personalver mittlern und während Aufnahmeprüfungen an Uni-
versitäten eingesetzt.
Die Frage ist immer: Was sagen sie über die geistigen Fähigkeiten eines Menschen aus? Sind Menschen, die diese Tests nicht bestehen, „unintelligent“, oder sind sie für den einen oder anderen Beruf ungeeignet?
In diesem Vortrag werden anatomische und funktionelle Korrelate leistungsfähiger Gehirne präsentiert und mit allgemein bekannten Vorstellungen und Theorien über Intelligenz verglichen.

Dienstag, 5.März 2013,
19.00 bis 21.00 Uhr
Linz, Neues Rathaus
Eintritt: 5,– Euro
Anmeldung erbeten unter:
Schul- und Erziehungzentrum
Dürrnbergerstraße 1, 4020 Linz
Tel. 0732 603140

Donnerstag, 31. Januar 2013

ExpertInnen bestätigen Reformbedarf der Schulbaurichtlinien des Landes


Schon im Sommer 2011 hat die SPÖ-Oberösterreich einen vorausschauenden Initiativantrag
eingebracht, dass Oberösterreichs Schulen für ganztägigen Betrieb fit gemacht
werden müssen. Die heute im Bildungsunterausschuss des Oö. Landtags stattgefundenen
ExpertInnenberatungen zum Thema haben aufgezeigt, dass dringender
Handlungsbedarf gegeben ist. So müssten in die Oö. Schulbau- und Einrichtungsverordnung
Qualitätskriterien für flexiblen Unterricht eingearbeitet werden. SPÖ-
Klubvorsitzende und Bildungssprecherin Mag.a Gertraud Jahn ist überzeugt: "Kindgerechte
Schulen brauchen auch kindgerechte Architektur. Schulen müssen vom Bildungsraum
zum Lebensraum werden, der dem Lernrhythmus der Kinder entgegen
kommt."
Eine ExpertInnenriege bestehend aus DI Franz Ryznar von der Plattform Schulumbau, DI
Manfred Sabo von der Landesabteilung für Umwelt-, Bau- und Anlagentechnik, Architekt DI
Dr. Scheutz, DI Karin Schwarz-Viechtbauer vom Österreichischen Institut für Schul- und
Sportstättenbau, Dr. Josef Watschinger Experte im Bereich pädagogische Schularchitektur,
und Ass.-Prof. DI Michael Zinner von der Kunstuniversität Linz hat im heutigen Unterausschuss
mit den Landtagsfraktionen die räumlichen Erfordernisse ganztägiger Schulen beraten.
Dr. Watschinger hat über die Situation in Südtirol informiert, wo die Schulbaurichtlinien
völlig neu gestaltet wurden. Dabei kam eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe zu einem Ergebnis,
das auf den drei Säulen flexible Architektur, Partizipation und pädagogische Konzeption
aufbaut.
Dringender Handlungsbedarf ist bei der Oö. Schulbau- und Einrichtungsverordnung gegeben.
Diese ist in vielen Bereichen sehr eng gefasst, so dass innovative pädagogische Modelle
durch die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen behindert werden. Ein weiteres
Problem sind die strikten Vorgaben an Gemeinden als Schulerhalter, die bei Nichteinhaltung
mit dem Verlust der Landesmittel (Bedarfszuweisungen) sanktioniert werden. "Ohne Landesmittel
kann aber de facto keine Gemeinde einen Schulumbau oder eine Schulsanierung
durchführen", weiß SPÖ-Gemeindesprecher Eidenberger.
Die ExpertInnen haben auch klar gemacht, dass gute Ergebnisse sowohl ein standortbezogenes
pädagogisches Konzept wie auch einen Beteiligungsprozess vor Ort mit allen Verantwortlichen
sowie Eltern und Lehrkräften erfordern. Zudem wurde einmal mehr deutlich, dass
der Bedarf an Schulsanierungen und Schulumbauten auch angesichts sinkender SchulerInnenzahlen
sehr hoch ist. "Wenn wir jetzt intelligente Schulumbauten etwa im Zuge von notwendigen
Sanierungsmaßnahmen durchführen, dann ersparen wir uns teure Aus- und Umbauten
in der Zukunft", ist Jahn sicher.

Schmied plant Extrageld für Brennpunktschulen von Bernadette Bayrhammer - Die Presse – 30. Jänner 2013



Der soziale Hintergrund der Schüler soll bei der Mittelvergabe an die Schulen berücksichtigt werden. Im Unterrichtsministerium werden derzeit mögliche internationale Vorbilder evaluiert.
Wien. Der soziale Hintergrund der Schüler wird in Österreich bei der Mittelvergabe an die Schulen bisher nicht berücksichtigt. Geht es nach Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ), soll sich das aber ändern. Sogenannte Brennpunktschulen – die Ministerin spricht lieber von „Schwerpunktschulen“ – könnten künftig mehr Geld bekommen. Wie Schmied der „Presse“ erklärt, evaluiert ihr Ministerium derzeit internationale Vorbilder.
Schulen mit schwierigeren Bedingungen müssen derzeit mit den gleichen Mitteln auskommen wie andere Standorte. Denn wie viel Geld eine Schule bekommt, hängt von Schultyp und Schülerzahl ab. Zusätzliche Mittel gibt es für sonderpädagogische oder Sprachförderung; ob viele Schüler aus einem sozial schwachen oder bildungsfernen Elternhaus kommen, ist in der Berechnung jedoch irrelevant.
„Als einen unmittelbar nächsten bildungspolitischen Entwicklungsschritt sehe ich den abgestuften Einsatz von Maßnahmen bezogen auf den jeweiligen Standort“, sagt nun Schmied. „Ein Ansatzpunkt ist, dass wir bei der Ressourcenausstattung nun den sozioökonomischen Hintergrund der Schule stärker berücksichtigen.“ Auch der Bildungshintergrund der Familie sowie die Erstsprache der Kinder – Stichwort Migrationshintergrund – sollen beachtet werden.
Die Niederlande machen es vor
Mit einem solchen Finanzierungsmodell würde das umgesetzt, was Experten immer wieder fordern – und was anderswo bereits Realität ist: In den Niederlanden etwa werden Schulen seit mehr als zwanzig Jahren abhängig von der sozialen Struktur der Schüler unterstützt, auch in einigen Schweizer Kantonen ist das der Fall. Die deutschen Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Hamburg gehen mittlerweile einen ähnlichen Weg.
In den Niederlanden erhalten Schulen für einen Schüler aus einer bildungsfernen Familie 25 Prozent mehr Geld als für andere; hat er zudem Migrationshintergrund, gibt es annähernd doppelt so viel. Gerade dieses Modell will man aber in Österreich vermeiden. „Womit ich zurückhaltend bin, ist, Ressourcen unmittelbar an Personen zu knüpfen“, sagt Schmied.
Die Idee, die im Unterrichtsministerium derzeit favorisiert wird: Schulen sollten auf Basis des sozioökonomischen Hintergrunds – genaue Daten dazu gibt es ja seit den Bildungsstandards – Anspruch auf Extrageld haben. Sie sollen dieses jedoch nicht automatisch bekommen, sondern erst, wenn ein entsprechendes pädagogisches Projekt konzipiert und eingereicht worden ist. Sie wolle weg vom alten Politikmuster, bei dem alles über Gesetze, Verordnungen und Erlässe funktioniere, sagt die Ministerin – und stattdessen die Energie am jeweiligen Standort aktivieren.
Wie groß der Anteil des Schulbudgets sein soll, der auf diese Weise vergeben wird, müsse aber erst politisch diskutiert werden – ebenso wie die Frage, woher das Geld dafür kommen soll. Realistischerweise sei eine Umsetzung der Idee aber ohnehin erst in der kommenden Legislaturperiode möglich.
Schon das neue Konzept für die Sprachförderung, an dem im Ministerium gefeilt wird, könnte aber ein Schritt in diese Richtung sein: Auch hier könnte bei der Mittelvergabe der soziale Hintergrund der Schüler berücksichtigt werden.