Im Jänner 2012 hat der SPÖ-Landtagsklub mit der Beilage 549/2012 bereits die
Erstellung eines Modellplans für eine indexbasierte Mittelsteuerung im oberösterreichischen
Schulsektor beantragt. Dieser wurde im Unterausschuss Bildung mit
den Linzer Universitätsprofessoren Dr. Altrichter und Dr. Bacher konstruktiv diskutiert.
Erstellung eines Modellplans für eine indexbasierte Mittelsteuerung im oberösterreichischen
Schulsektor beantragt. Dieser wurde im Unterausschuss Bildung mit
den Linzer Universitätsprofessoren Dr. Altrichter und Dr. Bacher konstruktiv diskutiert.
In der Zwischenzeit greifen immer mehr Institutionen und auch politische
VertreterInnen aus anderen Bundesländern bis hin zu Unterrichtsministerin Dr.in
Claudia Schmied diese Maßnahme für mehr Chancengerechtigkeit im Schulwesen
auf und signalisieren öffentlich Unterstützung und Interesse an einer Umsetzung.
"Wir müssen dieses zeitliche Momentum ganz konkret für mehr Chancengerechtigkeit
im oberösterreichischen Schulwesen nutzen, indem eine Modellregion mit
indexbasierter Mittelsteuerung eingerichtet wird. Oberösterreich ist dafür schon
aufgrund seiner für ganz Österreich repräsentativen Siedlungsstruktur mit
sowohl urbanen Zentren wie auch ländlichen Gebieten hervorragend geeignet,
weil es die verschiedenen Herausforderungen im Schulwesen optimal
abbildet.
Mittelsteuerung von den Linzer Universitätsprofessoren Dr. Altrichter und Dr.
Pressekonferenz des SPÖ-Landtagsklubs am 5. März 2013 Seite Seite 4 von 7
Bacher stammt. Für Oberösterreich würde sich durch so eine Modellregion die
Chance auftun, ein überregional beachtetes Leuchtturmprojekt für mehr Chancengerechtigkeit
im Schulwesen zu initiieren", argumentiert Klubvorsitzende Jahn. In
diesem Sinne argumentiert auch die OECD in ihrer Österreich-Analyse zu PISA
2009, dass zur Förderung von Chancengerechtigkeit ein geeignetes Lernangebot
für Schulkinder mit weniger begünstigter sozioökonomischer Herkunft geschaffen
werden solle.
Die Schaffung von Chancengleichheit im Bildungswesen ist eine Herausforderung,
die sich bei uns in hohem Ausmaß stellt. Der Bildungsbericht 2012 belegt etwa,
dass österreichweit ein Drittel der Kinder in der vierten Schulstufe aufgrund
des Einkommens- oder Bildungsstands der Eltern oder wegen ihrer Alltagssprache
zu einer sozialen Gruppe mit erhöhtem Bildungsrisiko gehört. In den
urbanen Zentren zählt sogar die Hälfte aller Kinder dazu, am Land lediglich jedes
fünfte. "Diese Bevölkerungsgruppe muss im Sinne einer positiven Zukunftsorientierung
der Gesamtgesellschaft gesteigerte Aufmerksamkeit und Unterstützung
erhalten, denn es geht um die Lebenschancen unserer Kinder.
Oberösterreich kann zudem auch wirtschaftlich nicht auf das wertvolle Potenzial
dieser jungen Menschen verzichten", so Jahn.
Ebenso belegt der Bildungsbericht 2012, dass sich der familiäre Bildungshintergrund
der SchülerInnen sehr stark zwischen Hauptschulen/NMS und AHS unterscheidet.
70 % der angehenden AHS-SchülerInnen haben Eltern mit mindestens
Maturabildung. Unter den Eltern jener SchülerInnen, die in die Hauptschule oder
NMS wechseln, sind dies nur 30 bis 35 %. Auch SchülerInnen, deren Eltern maximal
einen Lehrabschluss haben, sind in der AHS-Unterstufe deutlich unterrepräsentiert
und haben daher schwierigere Voraussetzungen auf dem Weg zu höherer
Bildung zu bewältigen.
Weil aber im heimischen Schulsystem die Sach- und Personalressourcen im Regelfall
auf der Basis von Schwellenwerten, die von der Schülerzahl abhängen, verteilt
werden, braucht es einen neuen Sozialindikator, der gezielt zusätzliche Mittel
für Schulen mit schwierigen sozialen Rahmenbedingungen vorsieht. Die Situation
der SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf soll aufgrund der
schwierigen Erfassbarkeit nicht in den Sozialindex einbezogen werden. Der diesbezügliche
Fördermodus soll mit genereller Aufstockung der Ressourcen unverändert
bleiben.
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