Mittwoch, 27. Juni 2012

Migranten verlernen ihre Erstsprache - MAGDALENA LIEDL (Die Presse)

Nur 15 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund lernen in ihrer Erstsprache lesen und schreiben. Mehrsprachigkeit müsse stärker gefördert werden, fordern Experten.
Etwa 207.000 Kinder in Österreich wachsen mit einer anderen Erstsprache als Deutsch auf. Die meisten von ihnen mit Türkisch oder Serbisch. Schulunterricht in ihrer Muttersprache erhielten im vergangenen Jahr allerdings nur 15 Prozent dieser Kinder. Das heißt: Nur ein Bruchteil von ihnen lernte lesen und schreiben in der Erstsprache.
Das Problem dabei: Viele Experten erachten die Beherrschung der Erstsprache in Wort und Schrift als Grundlage, um weitere Sprachen – hierzulande in erster Linie Deutsch – zu lernen. Diese Meinung – die in der bildungspolitischen Debatte nicht unumstritten ist – vertritt auch Sabine Schmölzer-Eibinger vom Germanistik-Institut der Universität Graz: „Ist das Fundament brüchig, ist jeder weitere Spracherwerb gefährdet“.

Angebot baut auf Freiwilligkeit

Seit dem Jahr 1992 gibt es in Österreich Lehrpläne für den sogenannten muttersprachlichen Unterricht. „Wir decken den Bedarf gut ab“, heißt es aus dem Unterrichtsministerium. Und das, obwohl die Statistik des Ministeriums zeigt, dass der Großteil der betroffenen Kinder keinen Muttersprachenunterricht bekommt.

Aushungern der Neuen Mittelschulen geht weiter: Hummer streicht Zusatzstunden für kleinere Klassen

Klubchefin Jahn: "Stundenkürzung macht Team-Teaching unmöglich."
"SchuldirektorInnen werden die Zahl 17 hassen lernen. Denn dem jüngsten Plan von ÖVP-Bildungsreferentin Hummer zufolge werden für Klassen in Neuen Mittelschulen und Hauptschulen, die über 17 oder weniger SchülerInnen verfügen, sämtliche Zusatzstunden des Landes gestrichen. Damit wird auch das zentrale pädagogische Konzept des Team-Teachings unmöglich gemacht", kritisiert SPÖ-Klubvorsitzende Mag. Gertraud Jahn. Bislang hat eine Schule mit 34 SchülerInnen in einer Schulstufe (also zwei 17-er Klassen) zusätzliche 13 Wochenstunden für Gruppenunterricht erhalten – dieselbe Schule erhält nach dem neuen ÖVP-Plan gar keine zusätzlichen Wochenstunden mehr.
Klar ist, dass ÖVP-Landesrätin Hummer 56 LehrerInnen-Dienstposten streicht, die für Team-Teaching an den Neuen Mittelschulen dringend benötigt werden.
Zusätzlich sorgt die ÖVP durch die Neuverteilung von Wochenstunden aus dem bisherigen Kontingent für Leistungsgruppen für massive Probleme in der Praxis:
• Zum Schulbeginn 2012 werden in Oberösterreich der Großteil der Hauptschulen bereits auf Neue Mittelschulen umgestellt sein.
• In diesen Neuen Mittelschulen gibt es gar keine Leistungsgruppen.
• Hummer benützt als Vorwand für ihren Plan einen Erlass, den sie höchst zweifelhaft auslegt und der – wenn überhaupt – nur für 15 Prozent der Klassen gilt.
• Als Effekt droht ein massiver pädagogischer Schaden an den Neuen Mittelschulen.
• Die Planungssicherheit an den Schulen und das Vertrauen in den Oberösterreichischen Schulsektor wird erschüttert.
"Es war von Beginn an zwischen allen VertreterInnen im österreichischen Bildungswesen klar, dass für das pädagogische Konzept der Neuen Mittelschulen neben den sechs Bonusstunden vom Ministerium auch die bisherigen Stunden für Leistungsgruppen notwendig sind. Wenn jetzt, da die Hauptschulen flächendeckend umgestellt werden, die ÖVP diese Leistungsgruppenstunden von durchschnittlich 5 auf 4,5 reduziert und einseitig verteilt, dann kann das nur als parteipolitische Attacke auf die bei der Bevölkerung beliebten Neuen Mittelschulen gewertet werden", stellt SPÖ-Klubvorsitzende Jahn klar.

Dienstag, 26. Juni 2012

SLÖ verurteilt Stundenkürzungen für NMS und HS durch ÖVP/GRÜNE


Mit großer Bestürzung haben wir vom Vorhaben der Bildungslandesrätin Hummer erfahren, den Hauptschulen und Neuen Mittelschulen rund 700 LehrerInnenstunden, im Bereich Leistungsgruppen in der HS bzw. Teamteaching in den NMS, zu streichen.
Unter dem Deckmantel einer „fairen“ Neuverteilung der Leistungsgruppenressourcen (LDU) wird begonnen, jährlich 14 Dienstposten einzu­sparen. In Summe werden dann 56 Stellen gekürzt.

Der SchülerInnenrückgang im Herbst bewirkte bereits eine Verringerung um rund 110 Dienstposten und erschwerte den Schulen die optimale Organisation der Schulstruktur. Noch dazu leisteten und leisten die KollegInnen an 128 von 235 Hauptschulen enorme Arbeit, um die Umstellung zur Neuen Mittelschule zu sichern.

Fakt ist, das Unterrichtsministerium bezahlt auch weiterhin uneingeschränkt für jede Klasse zusätzlich 6 Stunden. Damit können die in den Schulversuchen äußerst positiv erprobten neuen Unterrichtsformen (Teamteaching, Kleingruppenunterricht, Fördergruppen) auch flächendeckend angeboten werden.

Allen Schulen wurde von den OÖ-Bildungsverantwortlichen bis vor kurzem noch versichert, dass die bisherigen Leistungsgruppenressourcen weiterhin uneingeschränkt für die neuen Lernformen zur Verfügung stehen würden.
Genau das Gegenteil machen jetzt Bildungslandesrätin Hummer und der LSR im kommenden Schuljahr. Offensichtlich soll die Umsetzungsphase von der HS zur NMS torpediert werden. Die eigenen Kürzungsmaßnahmen kaschierend, weist man dann - wie immer - die Schuld dem Bund zu.

Besonders bedauerlich ist es, die Mithilfe der GRÜNEN zu diesem Anschlag auf die Bildung im Pflichtschulbereich Oberösterreichs feststellen zu müssen.

Wir fordern Bildungslandesrätin Hummer und die Verantwortlichen von ÖVP, GRÜNE und FPÖ auf, die von ihnen beschlossenen Kürzungen zu widerrufen. Allen Schulen müssen die bisherigen Ressourcen im vollen Ausmaß auch im Schuljahr 2012/13 zur Verfügung gestellt werden!

Schwarzgrün hungert Neue Mittelschulen aus: 56 LehrerInnenstellen in Oberösterreich gestrichen


Klubchefin Jahn: "Lange Serie der ÖVP-Bildungsblockaden wird fortgeführt."
Nach dem Motto "Wenn wir die Neuen Mittelschulen nicht mehr aufhalten können, dann hungern wir sie eben aus!" streicht die ÖVP mit Einverständnis der Grünen 56 LehrerInnenstellen, die für Team-Teaching vorgesehen gewesen wären. SPÖ-Bildungssprecherin und Klubvorsitzende Mag.a Gertraud Jahn protestiert gegen diese Einschnitte: "Sogar auf Bundesebene ist der Bildungssektor von den Kürzungen ausgenommen – in Oberösterreich hingegen streichen ÖVP und Grüne eiskalt LehrerInnenstellen, die für moderne Pädagogik in den Neuen Mittelschulen dringend benötigt werden. Diese parteipolitisch motivierten Einschnitte von Landesrätin Hummer gehen einmal mehr auf Kosten der Schulkinder in unserem Land."
Konkret soll die LehrerInnen-Kürzung folgendermaßen ablaufen: Die sogenannten Leistungsgruppenstunden werden von bisher im Durchschnitt 5 auf 4,5 Stunden pro Klasse gekürzt. Das bedeutet allein im kommenden Schuljahr 2012/13 ein Minus von 700 LehrerInnen-Wochenstunden in allen ersten Klassen der Hauptschulen und Neuen Mittelschulen. Insgesamt würden dadurch im ersten Jahr sogar 33 LehrerInnen-Dienstposten wegfallen, wovon 14 echt gestrichen und 19 für "besondere Problemlagen" zurückgehalten werden. Diese Kürzungen werden dann in den Folgejahren weitergeführt, bis alle vier Schulstufen der bereits geschaffenen Neuen Mittelschulen und noch bestehenden Hauptschulen zurecht gekürzt sind. In vier Jahren – wenn die letzten Hauptschulen auf Neue Mittelschulen umgestellt werden – soll demnach das Kürzungsprogramm der ÖVP im Gesamtumfang von 56 LehrerInnenstellen abgeschlossen werden. Während SPÖ-Bildungsministerin Schmied zusätzliche 6 Wochenstunden pro Klasse für die Neuen Mittelschulen zur Verfügung stellt, streicht ÖVP-Landesrätin Hummer 56 LehrerInnen-Dienstposten.

"Wenn man weiß, dass das pädagogische Herzstück der Neuen Mittelschulen im Team-Teaching mit innerer Differenzierung liegt, dann wird klar, wie fatal sich diese Stundenkürzung auswirken kann", warnt Jahn. So sollen in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik stets zwei LehrerInnen in der Klasse sein, um alle Kinder bestmöglich fördern zu können. Die SPÖ-Klubvorsitzende appelliert daher an die ÖVP-Bildungsreferentin Hummer die handstreichartige Kürzung, für die es nicht einmal einen Beschluss im Lenkungsausschuss zur Verwaltungsreform gibt, umgehend zurückzunehmen: "Wir SozialdemokratInnen wollen, dass die SchülerInnen der Neuen Mittelschulen die gleichen Bildungschancen vorfinden, wie die Kinder im Gymnasium. Deshalb appelliere ich an die ÖVP, ihren parteipolitischen Widerstand gegen die Bildungsreform endlich aufzugeben und die Kürzung der Lehrkräfte für die Neuen Mittelschulen zurückzunehmen!"

Sonntag, 24. Juni 2012

Das forschende Klassenzimmer - von Martin Kugler (Die Presse)

Grazer Bildungs- und Schulforscher entwickeln neue Modelle, mit denen Schülern und Lehrern in der neuen schulischen Realität geholfen werden kann.
Der Ertrag eines Bausparvertrages ergibt 2340 €. Frau Maier lässt den Betrag 5 Jahre bei einer Verzinsung von 2,7% ruhen. Welchen Betrag bekommt sie nach 5 Jahren? An Textaufgaben wie dieser aus einer 8. Schulstufe werden sich viele wohl noch gut erinnern – und vielleicht auch daran, dass sie daran gescheitert sind. Und zwar nicht, weil man etwa die Mathematik dahinter nicht begriffen hätte, sondern eher deshalb, weil man mit der Sprache, mit den Fachausdrücken und deren Zusammenhang nichts anfangen konnte.
Jetzt stelle man sich vor, ein Schüler mit einer anderen Muttersprache wird auf diese Aufgabe losgelassen. Der Fünfer, den er sich vielleicht einfängt, bedeutet dann nicht unbedingt, dass er in Mathematik schlecht ist, sondern dass er möglicherweise an der Sprache gescheitert ist.
Dieses Beispiel mag simpel klingen, doch es wird in unseren Schulen immer relevanter. Laut Schulstatistik verwenden mehr als 18 Prozent aller Schüler und Schülerinnen in Österreich in ihrem Alltag neben Deutsch eine andere Sprache, an den Pflichtschulen liegt der Anteil sogar bei etwas über 23 Prozent. Zudem werden auch die Kinder nicht weniger, die in einem – wissenschaftlich ausgedrückt – „eher spracharmen Milieu“ aufwachsen.
In heutigen Schulen, so kritisiert Sabine Schmölzer-Eibinger, werde diesen Schülern zu wenig geholfen. Sie erforscht am Institut für Germanistik der Karl-Franzens-Universität Graz die Rolle, die die Sprache als Werkzeug des Lernens spielt – und zwar abseits des Sprachunterrichts im Fachunterricht. Ihr Credo: „Textkompetenz ist eine Schlüsselkompetenz des Lernens.“
Fehlt die Textkompetenz, dann könnten die Lernangebote des Unterrichts nicht immer ausreichend genutzt werden. Das gilt auf allen Ebenen: auf Textebene genauso wie auf Satz- und Wortebene. Bei der Einschulung beträgt der „produktive“ Wortschatz in der Erstsprache rund 5000 Wörter, der „rezeptive“ 15.000 Wörter. Pro Schuljahr werden in allen Fächern zusammen rund 3000 neue Wörter eingeführt, am Ende der Regelschulzeit steigt der Wortschatz auf 15.000 bzw. 60.000 Wörter. „Die Probleme von Schülern mit eingeschränkter Textkompetenz werden im Laufe der Schulzeit meist nicht kleiner, sondern im Gegenteil immer größer“, betont Schmölzer-Eibinger.

Mehr Sprachförderung. Sie plädiert für eine stärkere Verankerung der Sprachförderung in der Aus- und Weiterbildung von Lehrern – in allen Fächern. „Lehrer bräuchten begleitend ein Coaching“, so die Forscherin. Nachsatz: „In Deutschland passiert da sehr viel, in Österreich leider noch zu wenig.“ Schmölzer-Eibinger macht sich aber auch über die Sprachqualität Gedanken: Sprache soll keine Hürde, sondern vielmehr ein Werkzeug des Lernens sein. Das gilt besonders für Schulbücher. Sie hat daher kürzlich den Leitfaden „Sprache in Schulbüchern“ erstellt, mit dem Schulbuchautoren Verständnisprobleme vermeiden können.
Für die Sprachförderung gebe es zwar schon eine Reihe von Methoden – „aber noch zu wenige“. Es bestehe Forschungsbedarf, v.a. an empirischen Studien mit Bezug zur Praxis. Diese Forschungen sind eingebunden in den Schwerpunkt „Pädagogenbildung neu“ der Uni Graz. Wegen der enormen gesellschaftlichen Veränderungen in den Schulen soll dieser Schwerpunkt ausgebaut werden, macht Martin Polaschek, Vizerektor für Studium und Lehre, deutlich. „Wir wollen für Lehrer Anreize schaffen, sich wissenschaftlich zu betätigen.“
Geforscht wird für alle Altersstufen, beginnend im Kindergarten. Cornelia Wustmann, Österreichs erste Professorin für Frühkindpädagogik, stützt sich auf den Grundgedanken, dass sich Kinder durch forschende Auseinandersetzung mit der Welt bilden. Dieses „forschende Lernen“ soll in einem Projekt gemeinsam mit Schülern, Lehrern und pädagogischen Fachkräften ergründet werden – mit dem Ziel eines neuen didaktischen Verständnisses für die Ausbildung und neuer Forschungs- und Lernszenarien.
Ähnliches hat auch Agnieszka Czejkowska, Professorin für Lehrerbildung und Schulforschung, im Sinne. Sie leitet das Projekt „Facing the Differences“ – gefördert im Programm „Sparkling Science“ vom Wissenschaftsministerium –, in dem neue Unterrichtsmethoden auf ihre Tauglichkeit als Lehr-Lern-Arrangements untersucht werden. Im Fokus steht dabei die Diversität: „Es gibt in unserer von Globalisierungsprozessen gekennzeichneten Gesellschaft keine homogenen Unterrichtsgruppen oder Klassen“, sagt Czejkowska. Die Ausbildungskonzepte beruhten aber noch auf stabilen Identitäten wie Geschlecht, Nationalität und sozialer Herkunft. Geforscht wird auch hier gemeinsam mit Schülern, Lehrern und Studierenden, in drei „Research Studios“ wird eine Art „forschendes Klassenzimmer“ realisiert.
Ein Ziel ist auch die pädagogische Professionalisierung. Die Forschung ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber eine Folgerung kann Czejkowska bereits ziehen. „Globalisierung und Pluralität wirken sich eindeutig auf pädagogische Berufe aus.“ Insbesondere was das Selbstverständnis der Lehrer betrifft – und die Instrumente, derer sie sich bedienen müssen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.06.2012)


—-- Artikel wurde auf meinem iPad erstellt

Freitag, 22. Juni 2012

Verkehrs-Landesrat Entholzer präsentiert Maßnahmenpaket zur Verkehrsberuhigung vor Schulen, Kindergärten und Horten


Im Verkehrsausschuss des Oö. Landtages präsentierte Landesrat Ing. Reinhold Entholzer am 21. Juni 2012 die Ergebnisse der Erhebungen zur verkehrlichen Umfeldsicherung bei Pflichtschulen, Kindergärten und Horten in Oberösterreich. "Ziel ist es, möglichst flächendeckend eine höhere Verkehrssicherheit insbesondere dort zu erreichen, wo Kinder unterwegs sind", so LR Entholzer.

Nach einer Analyse des Verkehrsressorts existieren bereits an rund drei Vierteln aller Standorte Verkehrsberuhigungsmaßnahmen. Meist handelt es sich dabei um 30 km/h Tempobeschränkungen. Aber auch Maßnahmen wie Fahrverbote, Sackgassen oder bauliche Schritte werden gesetzt. Handlungsbedarf gibt es noch bei einem Viertel der Schul- und Kindergartenstandorte. Es wurde nun seitens der Verkehrsabteilung des Landes OÖ eine Erhebung durchgeführt, um den restlichen Umsetzungsbedarf abzu-klären.

Maßnahmenpaket
Die Fachleute der Abteilung Verkehr der Oö. Landesregierung haben ein Maßnahmenpaket für die Verkehrsberuhigung bei Schulen, Kindergärten und Horten ausgearbeitet:

- Leitfaden und Umsetzungsrichtlinie für Tempo 30 auf Gemeindestraßen im Umfeld von Schulen und Kindergärten.
Dieser Leitfaden für alle Oö. Gemeinden zeigt auf, wie 30 km/h Regulierungen im eigenen Wirkungsbereich der Gemeinden möglich sind. Für den Fall, dass eine Gemeinde dies auch umsetzen möchte, stellt die Landesregierung Musterverordnungen und einen verkehrstechnischen Leitfaden zur Verfügung. Die Gemeinden haben diesen Leitfaden bereits im Februar erhalten.

- Erhebung der verkehrlichen Umfeldsicherung
Um ein vollständiges Bild der Verkehrssicherung im Schul- und Kindergartenumfeld Oberösterreichs zu erhalten, wurde noch 2011 eine Erhebung in allen Oö. Gemeinden gestartet.

Donnerstag, 21. Juni 2012

SPÖ für öffentliche Universität zur LehrerInnenausbildung

Klubchefin Jahn: "Ausbildung von Lehrkräften ist staatlicher Kernbereich."   Die SPÖ tritt klar dafür ein, dass in Oberösterreich eine öffentliche Pädagogische Universität errichtet wird. Weil aber die Vereinigung der Pädagogischen Hochschule der Diözese mit jener des Bundes nicht in der Rechtsform einer öffentlichen Universität machbar ist, hat die SPÖ heute im Bildungsausschuss des Landtags gegen einen entsprechenden Initiativantrag von ÖVP/Grün gestimmt. "Wir stehen für Oberösterreich und für unabhängige Lehrkräfteausbildung. Dabei machen wir keine Kompromisse", stellt SPÖ-Klubvorsitzende Jahn klar.   Die SPÖ wird daher in der kommenden Landtagssitzung einen eigenen Initiativantrag für eine öffentliche Pädagogische Universität in Oberösterreich einbringen. "Wir SozialdemokratInnen sind klar für die Aufwertung der Lehrkräfteausbildung auf universitärer Ebene. Ebenso klar ist für uns, dass das nur in der Rechtsform einer öffentlichen Universität denkbar ist, weil die Ausbildung von Lehrkräften ein staatlicher Kernbereich ist und dabei Kontinuität, Qualität und Rechtssicherheit bestmöglich gewährleistet werden müssen. Im Rahmen dieser öffentlichen Universität soll durchaus auch eine konstruktive Einbindung der bisherigen Pädagogischen Hochschule der Diözese stattfinden – aber eine gemeinsame Trägerschaft ist schon aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen undenkbar", betont Jahn.

Statistik-Austria-Chef warnt vor zu früher Schulwahl - von Christoph Schwarz (Die Presse)



Wirtschaftswissenschafter Konrad Pesendorfer über den „zu frühen Zwang“, eine Berufswahl zu treffen und dem Akademikermangel. Vor allem bei der Lehre sieht Pesendorfer Handlungsbedarf.

Wien. Es ist eine Seltenheit, dass sich die obersten Statistiker des Landes zur inhaltlichen Beurteilung der eigenen Erhebungen zu Wort melden. Die Ergebnisse der Bildungsmonitoring-Studie der Statistik Austria wollte deren Generaldirektor, Konrad Pesendorfer, jedoch nicht unkommentiert lassen. Der ehemalige wirtschaftspolitische Berater von Kanzler Werner Faymann (SPÖ) warnt im Gespräch mit der „Presse“ vor den Gefahren des differenzierten Bildungssystems: „In Österreich herrscht vielfach ein zu früher Zwang, eine Berufs- oder Bildungsentscheidung treffen zu müssen“, sagt er mit Blick auf Hauptschule, Neue Mittelschule und Gymnasium. „Die Schulwahl determiniert sehr früh die spätere Berufslaufbahn.“ Die negativen Folgen: Lehrlinge mit einer zu spezifischen Ausbildung für einen sich immer schneller wandelnden Arbeitsmarkt, der Verlust von möglichen Talenten und eine zu geringe Akademikerquote.




Vor allem bei der Lehre sieht Pesendorfer – trotz positiver Aspekte – Handlungsbedarf: „Die Lehrlinge werden sehr spezifisch ausgebildet und sind daher sehr stark von der Entwicklung ihrer Branche abhängig.“ Wandle sich der Arbeitsmarkt, verlören sie auch leicht den Anschluss. Denn so gut der Einstieg in das Berufsleben auch gelinge (47,5 Prozent finden innerhalb von drei Monaten einen Job, weitere 14,7 Prozent innerhalb von sechs Monaten): Die Weiterbildung im Laufe des Berufslebens erweise sich als schwierig, so Pesendorfer. „Dem System fehlt die Durchlässigkeit. Für Interessierte und Begabte fehlt die Brücke zu einer höheren Ausbildung“, so Pesendorfer. „Vielleicht haben wir bereits so manche Chance auf Literatur-Nobelpreisträger vergeben, weil er oder sie sich zu früh für eine Werkslehre entscheiden musste.“

Auch im Schulsystem kritisiert der Statistik-Austria-Chef die frühe Selektion: „Wir müssen akzeptieren, dass sich Kinder und Jugendliche unterschiedlich schnell entwickeln.“ Das bestehende System sei „unfair“ gegenüber Spätentwicklern.

Experten empfehlen wegen PISA die Gesamtschule > (DiePresse.com)

Die Gruppe der schwächeren Schüler wird immer größer, zeigt eine PISA-Zusatzanalyse. Die Fördermaßnahmen hätten keinen Effekt, eine gemeinsame Schule für alle würde helfen.
Ein schlechtes Zeugnis stellen die nationalen Zusatzanalysen zur PISA-Studie 2009 der heimischen Bildungspolitik aus. "Es lassen sich so gut wie keine Bereiche ausmachen, in denen seit der ersten PISA-Testung im Jahre 2000 eine Veränderung zum Positiven stattgefunden hätte", heißt es im "Executive Summary" der von Ferdinand Eder herausgegebenen Analysen. Die Auswertung des Erziehungswissenschafters von der Uni Salzburg wurden im Rahmen einer Tagung in Salzburg diskutiert. Angesichts der Daten bestünden "ernsthafte Zweifel, ob positive Entwicklungen ohne strukturelle Veränderungen des Pflichtschulsystems möglich sind". Unter anderem wird für die Gesamtschule der Zehn- bis 14-Jährigen plädiert.
Im Lesen kamen die 15- bis 16-jährigen Schüler aus Österreich bei der ersten PISA-Studie 2000 auf 492 Punkte, 2003 auf 491, 2006 auf 490 und 2009 nur mehr auf 470 Punkte. Aufgrund eines Boykott-Aufrufs in der ersten Testphase 2009 veröffentlichte die OECD die Österreich-Ergebnisse nur mit Vorbehalt. Die Wissenschafter kamen aber zum Schluss, dass sich "keine Anhaltspunkte ergaben, die in PISA 2009 für Österreich berichteten Ergebnisse in Zweifel zu ziehen". Auch die Begleitfolgen des Teil-Boykotts "reichen nicht aus, die Verschlechterung der Ergebnisse zu erklären".

Immer mehr schwache Schüler

Dienstag, 19. Juni 2012

Anhebung der GÖD Bildungsförderung


Seit 1. Juni 2012 wurden die Bildungsförderungsbeiträge für GÖD-Mitglieder für berufsbezogene Kurse angehoben.

Voraussetzungen:

            * Einjährige GÖD - Mitgliedschaft zum Zeitpunkt des Kurs- bzw. Ausbildungsabschlusses
            * Beitragswahrheit

Der Bildungsförderungsbeitrag wird gewährt für

            * Dienstprüfungen
            * Kurse und Ausbildungen (ohne Dienstauftrag) in engerem beruflichen Sinn -
              nach Abschluss sämtlicher dazugehöriger Module.

Staffelung des Bildungsförderungsbeitrages nach Dauer bzw. ECTS
  • EUR 30,- ....2 Tage bis 2 Wochen
  • EUR 45,- ....mehr als 2 Wochen bis 6 Monate oder bis zu 30 ECTS
  • EUR 60,- ... mehr als 6 Monate bis 1 Jahr oder bis zu 60 ECTS
  • EUR 75,- ... mehr als 1 Jahr bis 3 Jahre oder bis zu 180 ECTS
  • EUR 180,- ..mehr als 3 Jahre oder über 180 ECTS
Weitere Infos zu den Voraussetzungen der Auszahlung und das Antragsformular unter:

Montag, 11. Juni 2012

Umgang mit VBBI ist Nagelprobe für das Parlament


VBBI am Donnerstag erneut im Plenum des Nationalrats

Wien (OTS) - Leider hat der mit den Forderungen des Bildungsvolksbegehrens befasste "Besondere Ausschuss" seine Tätigkeit beendet, ohne auch nur ein einziges konkretes Ergebnis zu formulieren. "Dies steht in deutlichem Gegensatz zu den Beratungen im Ausschuss", stellt Hannes Androsch, Initiator des VBBI fest, denn: "Im Ausschuss forderten alle Fraktionen nunmehr endlich Nägel mit Köpfen zu machen." Ohne die notwendigen Initiativen zu setzen, wäre dies jetzt am Ende so intensiver, von Fachwissen geprägter Beratungen eine Blamage und eine Bankrotterklärung des Parlaments. "Es ist höchst an der Zeit, längst überfällige Reformen umzusetzen. Die Modernisierung unseres Bildungssystems ist eine Nagelprobe oder ein Lakmustest für das Parlament schlechthin", macht Androsch speziell auch auf den demokratiepolitischen Aspekt aufmerksam. Um noch mehr demokratiepolitischen Schaden zu verhindern ist daher dringlichst geboten, bei der bevorstehenden Behandlung der Tätigkeit des "Besonderen Ausschusses" am kommenden Donnerstag im Plenum des Nationalrats das Schlimmste zu verhindern. Zwtl.: Das Bildungsvolksbegehen fordert daher:

1) Alle entscheidungsreifen Themen, darunter auch die Punkte des Regierungsabkommens, werden in einer oder mehreren Initiativanträgen eingebracht und noch vor der Sommerpause beschlossen. 

2) Eine Reihe von bildungspolitischen Reformmaßnahmen erfordern die Befassung der Bundesregierung. Diese Punkte werden mit einer Entschließung, die Eckdaten und Fristen vorgibt, festgehalten und vom Parlament beschlossen. 

3) Jene bildungspolitischen Reformpunkte, die noch nicht entscheidungsreif sind, sollen im Herbst mit Frist bis Jahresende 2012 von einer zusätzlichen Enquete-Kommission zur Beschlussreife gebracht werden. 
Die bisher an den Tag gelegte Vorgangsweise widerspricht dem Selbstverständnis der frei gewählten, nur ihrem Gewissen verantwortlichen Abgeordneten und schadet dem Ansehen des Hohen Hauses. "Das Bildungsthema ist für die Zukunft Österreich zu wichtig, um in parteipolitisches Geplänkel und lächerliche Heuchelei zu verfallen", richtet Androsch abschließend einen eindringlichen Appell an die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker, nun endlich konkrete Handlungen zu setzen.

Dienstag, 5. Juni 2012

Übernahme von IIL-Landesvertragslehrpersonen in das Entlohnungsschema IL

Der Landesschulrat für Oberösterreich führt im Einvernehmen mit dem Zentralausschuss für Landeslehrer für APS mit Wirkung vom 1. September 2012 Übernahmen von IIL-Landesvertragslehrpersonen in das Entlohnungsschema IL durch.
1.) Amtswegige IL-Überstellungen:
Betroffen sind für den do. Bezirk die auf der beiliegenden IPA-Auswertung angeführten IIL-Landesvertragslehrpersonen mit Dienstantritt vor dem 1. September 2008, soweit sie zum Überstellungstermin 1. September 2012 mit mehr als 10 Wochenstunden beschäftigt sind.
Da für IIL-Landesvertragslehrpersonen mit allen Anstellungserfordernissen gleichzeitig mit der Übernahme in das Entlohnungsschema IL das Dienstverhältnis auf unbestimmte Zeit eingegangen wird, ersucht der Landesschulrat für Oberösterreich bis spätestens
29. Juni 2012
um Stellungnahme zu den beabsichtigten Überstellungen, wobei, wenn bei jemandem des betroffenen Personenkreises wegen persönlicher oder fachlicher Eignung Bedenken gegen die Übernahme in das unbefristete Dienstverhältnis bestehen, die vorliegenden Gründe anzuführen sind.
Die Überstellungen erfolgen von Amts wegen, Ansuchen sind daher nicht erforderlich.
2.) Überstellungen auf Ansuchen:
IIL-Landesvertragslehrpersonen, die einen Dienstantritt im oö. Schuldienst vor dem 1. September 2009 aufweisen oder bei denen sich auf Grund von für die IL-Überstellung anrechenbaren Vordienstzeiten ein fiktiver Dienstantritt vor dem 1. September 2009 errechnet, können ebenfalls um Überstellung in das Entlohnungsschema IL, gegebenenfalls unter Hinweis auf nachstehende Vordienstzeiten, ansuchen. Bei der Geltendmachung von nachstehenden Vordienstzeiten, sind dem Ansuchen entsprechende Nachweise in Form von der Schulleitung oder BSR beglaubigten Kopien anzuschließen.
Für die IL-Überstellung anrechenbare Vordienstzeiten:
  1. Lehrer/innendienstzeiten an öffentl. Schulen und Privatschulen mit Öffentlich-keitsrecht in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union (auch als kirchlich-bestellte/r RL/in) bei Anschluss der entsprechenden Dienstzeitbestätigung,
  2. Assistenzlehrertätigkeit/Assistenzlehrerinnentätigkeit im Ausland über Vermittlung des BMUKK mit einer entsprechenden Bestätigung des BMUKK über Art und Dauer,
  3. Zeiten einer nach abgeschlossenem Lehramt für APS und vor Dienstantritt absolvierten Ausbildung zum/r Gehörlosenlehrer/Gehörlosenlehrerin, Heilstättenlehrer/Heilstättenlehrerin, Sehbehinderten- und Blindenlehrer/ Sehbehinderten- und Blindenlehrerin,
  4. Zeiten des Präsenz- bzw. Zivildienstes.
Ansuchen um IL-Überstellung sind auch von jenen Landesvertragslehrpersonen mit Dienstantritt vor dem 1. September 2008 erforderlich, die eine Unterbrechung ihres Dienstverhältnisses nach dem 1. September 2008 z.B. wegen Bedarfsmangels aufweisen.
Die Ansuchen sind im Dienstwege dem Landesschulrat für Oberösterreich mit einer Stellungnahme des Bezirksschulrates ebenfalls bis spätestens 29. Juni 2012 vorzulegen.
Überstellungen von Landesvertragslehrpersonen im Beschäftigungsverbot bzw. in Karenz gem. Mutterschutzgesetz bzw. Väterkarenzgesetz werden bei einem Beschäftigungsausmaß von mehr als 10 Wochenstunden vor Antritt des BV bzw. der Karenz durchgeführt.

Großartige Ganztagsschulen: Auszeichnung von Bildungsministerin Schmied


SPÖ-Klubvorsitzende Jahn: "Gratulation den oberösterreichischen 'Best-Practice'-Schulen".

Die Bildungssprecherin des SPÖ-Landtagsklubs, Mag.a Gertraud Jahn zeigt sich sehr erfreut über den Erfolg der sieben oberösterreichischen Ganztagsschulen, die gestern, am 4. Juni 2012 in Wien für ihre hervorragenden Konzepte ausgezeichnet wurden. "Bildungsministerin Schmied hat bereits 19 oberösterreichischen Ganztagsschulen für ihre tollen Programme mit dem Gütesiegel 'Qualität in der schulischen Tagesbetreuung' prämiert. Gestern wurden 7 davon in Wien vor den Vorhang geholt, um sie für ihre Leistungen als 'Best-Practice'-Beispiele besonders auszuzeichnen. Ich möchte den LehrerInnen und den SchülerInnen auf diesem Wege zu diesem großartigen Erfolg gratulieren!", so die SPÖ-Klubvorsitzende Jahn.

Besonders erfreulich ist, dass fünf der ausgezeichneten "Best-Practice"-Schulen bereits als verschränkte Ganztagsschulen betrieben werden und vorleben, wie gut Schule im Wechselspiel von Unterricht, Förderung und Freizeit funktionieren kann. "Verschränkte Ganztagsschulen zeigen, wie sich bei einem Miteinander von LehrerInnen, Schulkindern und Eltern Kreativität und Talente frei entfalten können. Freizeit bleibt Freizeit, Schule bleibt Schule – und macht den Kindern Freude. Sie erleben Lernerfolge, ganz ohne teure und zeitintensive Nachhilfe. Nicht nur für berufstätige Eltern ist die verschränkte Ganztagsschule die richtige Antwort – auch die Kinder erleben eine Schule, die Spaß macht und den LehrerInnen mehr Flexibilität bietet", hält Jahn fest.

Begrüßenswert ist für Jahn ganz besonders, dass die Bildungsministerin den ausgezeichneten Schulen als Anerkennung und Belohnung eine zusätzliche Stundenanzahl zur Verfügung stellt. "Wichtig ist, dass sichergestellt wird, dass das erhöhte Stundenkontingent auch so vom Landesschulrat umgesetzt wird", so die SPÖ-Klubvorsitzende.

Die prämierten Schulen können laut Jahn ein Ansporn für andere oberösterreichische Schulen sein. Sie gehen mit sehr gutem Beispiel voran und nutzen die finanziellen Förderungen des Bildungsministeriums Zusätzliche Gelder in der Höhe von 50.000 Euro pro Schulgruppe gibt es für Investitionen, weitere 8.000 zur Deckung laufender Kosten. "Die ausgezeichneten Schulen beweisen, wie gut die Ganztagsschule funktioniert – als Vorbild für eine sinnvolle Investition in die Bildungszukunft unserer Kinder!", so Jahn abschließend.

Folgende 7 Schulen wurden als "Best-Practice" ausgezeichnet:

VS 1 Freistadt (verschränkte GTS)
VS 2 Freistadt (verschränkte GTS)
VS 2 Freistadt Sonderschule (verschränkte GTS)
HS Ennsleite, Steyr (verschränkte GTS)
NMS 6 Junior High School, Wels
NMS 18 Rennerschule, Linz (verschränkte GTS)
BG/BRG Werndlpark, Steyr

Montag, 4. Juni 2012

Gewerkschaft: Kollektivvertrag für alle Lehrer

Spitzengewerkschafter Peter Korecky plädiert dafür, die Lehrer allen anderen Arbeitnehmern gleichzustellen. Die GÖD stört, dass Lehrer künftig kein öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis mehr haben sollen. Die Verhandlungen für ein neues Lehrerdienstrecht werden für Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) kein Spaziergang. Erst in der letzten Woche verschickten die Lehrergewerkschafter an ihre Mitglieder eine Mängelliste. Darin wird Schmied bzw. der Regierung vorgeworfen, dass der neue Entwurf nichts von dem enthalte, was versprochen wurde – etwa den Anspruch, ein „großes Reformpaket“ zu erfüllen. Peter Korecky, Vize-Chef der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) von der Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter sagt, der Entwurf sei „ nicht stimmig“. Die GÖD stört prinzipiell, dass Lehrer künftig kein öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis mehr haben sollen, sondern ein reines Vertragsrecht. Dieses sei, weil es ein Gesetz ist, politischem Einfluss unterworfen. Änderungen durch das Parlament oder die Landtage seien jederzeit möglich. So, wie das Vertragsrecht gestaltet werden soll, „werden wir es nicht zur Kenntnis nehmen“, sagt Korecky zum KURIER. Als Ersatz hat er einen überraschenden Vorschlag parat, dem auch die Pragmatisierung zum Opfer fiele. Korecky: „Wenn es immer heißt, es gibt im öffentlichen Dienst Privilegien, dann machen wir doch das, was für alle anderen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich gilt: einen Kollektivvertrag. Dann habe ich die gleichen arbeitsrechtlichen Bedingungen, den gleichen Schutz – und ich kann Kündigungsgründe bestimmen. Dann könnten sich weder Parlament noch Landtage einmischen. Das ist meine Präferenz. Es wäre die sauberste Lösung.“ Sozialpartner Bestes Vorbild seien die Hochschulen: Dort gibt es seit 2004 Kollektivverträge, wer seither neu eingetreten ist, unterliegt dem KV. Zusätzlich gab es die Möglichkeit, zu optieren. Korecky, der diesen KV verhandelt hat, schätzt, dass heute für etwa 55 Prozent der Uni-Beschäftigten der KV gilt. Wie bei den Unis müssten auch bei den Lehrern Sozialpartner gegründet werden, die den KV verhandeln. Korecky: „Die Arbeitnehmerseite wäre die GÖD. Auf Arbeitgeberseite könnte eine zentrale Personalagentur des Bundes stehen, die das Controlling für die Personalausgaben hat.“ Nebeneffekt: Dass der Bund zwar die Kosten für Landeslehrer trägt, die Länder die Lehrer aber einstellen – dieser Zustand, den auch die OECD seit Jahren kritisiert, wäre passé.