Mittwoch, 30. Mai 2012

Investitionen in frühkindliche Bildung rechnen sich rasch - AK-Kalliauer: „Können es uns nicht leisten, nichts zu tun!“

Jeder Euro für frühkindliche Bildung bringt mindestens achtfachen Nutzen. Das hat Univ.-Prof. Dr. Friedrich Schneider vom Institut für Volkswirtschaftslehrer an der Johannes Kepler Universität Linz im Auftrag von Arbeiterkammer und Industriellenvereinigung Oberösterreich jetzt wissenschaftlich belegt. Für AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer ein klarer Auftrag an die Landesregierung, den Ausbau von Krippen und Kindergärten zügig voranzutreiben.
Die bestmögliche Bildung für alle: Mit diesem ehrgeizigen Ziel haben sich vor zwei Jahren die Arbeiterkammer Oberösterreich, die Industriellenvereinigung Oberösterreich und die Johannes Kepler Universität Linz zur „Initiative für ein besseres Schulsystem“ zusammengetan. Dabei war von Anfang an klar, dass fehlende elementare Grundlagen nur sehr schwer und mit sehr hohen Kosten wieder aufgeholt werden können.

Oberösterreich bei Früherziehung schwach

„Leider hat unsere gemeinsame Bestandaufnahme bestätigt, was auch der AK-Kinderbetreuungsatlas immer wieder zeigt: Bei der Früherziehung ist Oberösterreich schwach. Das zeigt sich beim Angebot für Unter-Dreijährige, wo wir an der vorletzten Stelle aller Bundesländer liegen, und das zeigt sich auch bei den Kindergärten, wo die Öffnungszeiten oft nicht zu den Bedürfnissen berufstätiger Eltern passen“, so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Gesamtwirtschaftliche Auswirkungen im Fokus

In der Studie werden alle Beteiligten betrachtet: Kinder, Eltern, Unternehmen, Beschäftigte und öffentliche Hand. Gesamtwirtschaftliche Auswirkungen auf Schule, Arbeitsmarkt, Soziales und Gesellschaft stehen im Fokus.

Erste Effekte rasch spürbar

Am Beispiel der Kindergarten-Öffnungszeiten zeigt die Analyse besonders eindrucksvoll die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit von Investitionen: Beim Ausbau der Kindergartenplätze, die den sogenannten VIF-Kriterien entsprechen (mindestens 45 Stunden Öffnungszeit pro Woche, an vier Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden offen, Mittagessen, maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen), übersteigt der Nutzen die Kosten um das 30-Fache! Erste Effekte wären bereits binnen eines Jahres spürbar.

Mehr Chancengleichheit

Frühe Bildung und Förderung bringen aber noch einen größeren Nutzen: mehr Chancengleichheit. Das ist gerade in Österreich so wichtig, weil hier Herkunft und soziale Schicht in hohem Ausmaß über die Bildungslaufbahn der Kinder entscheiden.
AK-Präsident Kalliauer appelliert daher an die politisch Verantwortlichen: „Packen wir’s an! Es wäre kurzsichtig, einen Ausbau der Betreuungs- und Bildungseinrichtungen für Kinder im Vorschulalter an den Kosten scheitern zu lassen. Wir können es uns nicht leisten, nichts zu tun.“

Unterlagen zum Download

"Jeder Euro für frühkindliche Bildung bringt mindestens achtfachen Nutzen" Studie: "Verstärkte Investitionen in frühkindliche Bildung: Kosten und Nutzen für Oberösterreich"

Dienstag, 29. Mai 2012

SLÖ - FSG Forderungen


Unsere Forderungen für die Dienstrechtsverhandlungen:

Die sozialdemokratischen PersonalvertreterInnen und GewerkschafterInnen ersuchen die Sozialpartner in den Dienstrechtsverhandlungen folgende Punkte zu berücksichtigen:

1)    Die erhöhte Arbeitsbelastung in vielen Pflichtschulen wird mit Diversi­tätszula­g­en abzugelten sein! Eine Gehaltskurve mit höheren Anfangs­gehältern allein bringt für KollegInnen in diesen Schulen keine Besoldungsgerechtigkeit.

2)    Die Kernkompetenzen von LehrerInnen liegen in Unterricht und Erziehung.
Für Administration, Betreuung, Therapie, pflegerische und medizinische Tätigkeiten wird es andere ExpertInnen geben müssen!

3)    In Volksschulklassen mit mehr als 20 Kindern werden zwei LehrerInnen ein­ge­setzt, damit als Basisleistung die sprachlichen, sozialen und motorischen Defizite der SchülerInnen im Sinne der nachfolgenden Bildungs­karriere eines jeden Kindes behoben werden können. Sonderpädagogische Förder­­maßnahmen müssen nach der Bedürfnislage der Kinder durch entsprechende Ressourcen gesichert sein.
Der nächste Finanzausgleich ist dement­sprechend zu gestalten!

4)    Schulen werden in Zukunft über eine pädagogisch-dienstrechtliche und eine administrative Schulleitung verfügen, da Pädagogik und Management unterschiedliche Kompetenzen bedingen.

5)    Eine gleichwertige Ausbildung aller LehrerInnen auf Masterniveau wird die Anstellungs­sicherheit beim Berufseinstieg erhöhen und bessere Berufsumstiegsmöglichkeiten bieten.

6)    Nur  flexible Lebensarbeitszeitmodelle werden einer aufgrund des geltenden Pensions­rechts längeren Lebensarbeitszeit gerecht werden können.

7)    Ein erweiterter Kündigungsschutz wird die LehrerInnen vor äußerem Druck bei Unterrichts­gestaltung und Leistungsbeurteilung bewahren.

Wir unterstreichen mit diesen Forderungen für die Zukunft, dass ein neues Dienst­recht nicht nur fiskalischen Aufgaben gerecht werden darf, sondern vor allem auf die täglichen Herausforderungen des Schulalltages Antworten geben muss.


Franz Turek                                                                     Anton Lauinger
SLÖ-Landesvorsitzender                                                    FSG-APS-Vorsitzender
Mitglied im ZA-PflichtschullehrerInnen                                 Landesleitungsmitglied der
Mitglied GÖD-APS Bundesleitung                                        PflichtschullehrerInnengewerkschaft
Tel.: 0699/81266739                                                            Tel.: 07674/64845
Email: franz.turek@slooe.at                                                 Email: a.lauinger@aon.at

Dienstag, 22. Mai 2012

Schmied: Kein Schulranking durch Bildungsstandards - OÖN

WIEN. Mittwoch müssen österreichweit alle Schüler der achten Schulstufe zum großen Mathematik-Test antreten: Erstmals werden, wie bereits berichtet, die Bildungsstandards überprüft. Diese Tests sollen zeigen, ob Schüler jene Grundkompetenzen haben, die sie gemäß Lehrplan in ihrer Schulstufe haben sollen.

Die Ergebnisse, die nicht in die Notengebung einfließen, werden im Dezember vorliegen – einen Vergleich zwischen Schulen sollen sie aber nicht ermöglichen, wie Bildungsministerin Claudia Schmied (SP) gestern klarstellte: „Ich denke nicht daran, mit Fächerergebnissen an die Öffentlichkeit zu gehen“, sagte sie. Auch Vergleichswerte verschiedener Schultypen will sie nicht veröffentlichen. „Das wäre nach nur einem Durchgang zu kurz gegriffen.“
Direkt einsehen können nur Schüler ihre Ergebnisse, Schulen und Lehrer bekommen anonymisierte Ergebnisse. Dass Schulen, die gut abschneiden, mit ihrem Ergebnis werben könnten, werde nicht zu verbieten sein, schränkt Schmied ein. Auf lange Sicht seien die Bildungsstandards auch „ausbaubar“, etwa in die Richtung, dass ein Zertifikat über die damit erreichte Befähigung ausgestellt wird.
Nach Mathematik werden die Bildungsstandards in den kommenden Jahren auf Deutsch und Englisch ausgeweitet. Die bisherigen Kosten liegen bei 36 Millionen Euro. (jabü)

Freitag, 18. Mai 2012

Neues Lehrerdienstrecht - Die Eckpunkte des Regierungsvorschlags > Der Standard

Höheres Einstiegsgehalt, flachere Gehaltskurve und geringerer Endbezug vorgesehen - Gleiches Einkommen für Lehrer an Hauptschule und AHS-Unterstufe

Wien - Bereits im Frühjahr 2009 hat Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) die Reform des Lehrerdienstrechts angekündigt, nachdem sie mit ihrem Plan, die Unterrichtsverpflichtung um zwei Stunden zu erhöhen, am Widerstand der Lehrervertretung gescheitert war. Die Abstimmung der Regierungsposition dauerte allerdings bis zum heurigen Frühjahr. Anfang Mai ist ein Trio aus Schmied, Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) und Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) in die bereits im Mai 2011 auf Beamtenebene gestarteten Verhandlungen eingestiegen und hat der Gewerkschaft ein 26-seitiges Papier mit Gesetzestexten, Punktationen und Positionspapieren als Verhandlungsbasis überreicht. Vor dem Sommer soll es eine Einigung über die Eckpunkte geben. Die Vorschläge der Regierung sehen nach APA-Informationen aus wie folgt:


GEHALT: Ab dem Schuljahr 2013/14 soll es 2.420 Euro brutto als Einstiegsgehalt für alle Lehrer geben, unabhängig von Schultyp oder Fach. Für Pflichtschullehrer (Volks-, Haupt- Sonder- und Polytechnische Schule) bedeutet das ein Plus von 400 bis 500 Euro, für Bundesschullehrer (AHS; berufsbildenden mittleren und höheren Schulen, BMHS) steigt das Einkommen beim Berufseinstieg damit um 200 Euro. Die bisher steile Gehaltskurve soll deutlich abgeflacht werden, das Einkommen über das gesamte Berufsleben gleichbleiben. Die bisherigen automatischen Gehaltssprünge alle zwei Jahre fallen, statt der bisher 17 oder 18 Gehaltsstufen soll es nur noch sieben geben, die in den letzten Jahren vor der Pensionierung anfallende Dienstalterszulage wird gestrichen.
Der erste Gehaltssprung kommt erst nach 13 Jahren, nach 35 Jahren soll der Endbezug von 4.330 Euro brutto pro Monat erreicht sein. Das bedeutet ein Minus von 170 Euro für Pflichtschul- und minus 810 Euro für Bundesschullehrer. Je nach Schulstufe (Volksschule - Haupt-/Mittelschule/AHS-Unterstufe - Oberstufe), Fachunterricht und Zusatztätigkeiten werden Zulagen bezahlt. Die Gehälter werden jährlich entsprechend den von der GÖD ausverhandelten Gehaltserhöhungen valorisiert.
UNTERRICHTSZEIT: Die Normunterrichtszeit soll künftig 24 Unterrichtsstunden pro Woche betragen, wozu auch der Förderunterricht in der Tagesbetreuung zählt.

Mittwoch, 16. Mai 2012

Michael Pammesberger hat die "Kärntner Pädagogik" im KURIER zu Papier gebracht:

copyright by Michael Pammesberger

Neues Lehrerdienstrecht für Pädagogische Hochschulen - ORF.at

Der Nationalrat hat gestern Abend mit den Stimmen von Koalition und Grünen ein neues Dienstrecht für Pädagogische Hochschulen (PH) beschlossen. Im Wesentlichen werden die Regelungen für die Unilehrenden übernommen: Wie an der Uni wird außerdem vor Beginn des Jahres zwischen Rektor und Lehrendem in einem Vertrag festgeschrieben, was die Aufgaben des Lehrenden in diesem Studienjahr sind.
Künftig gibt es de facto All-in-Verträge, die neben der Lehre auch Forschung, Planungs- und Koordinationstätigkeiten, Curricula-Entwicklung etc. berücksichtigen. Mehrdienstleistungen wie im alten Lehrerdienstrecht gibt es nicht mehr, für PH-Lehrende gilt auch nicht mehr die Ferienregelung für Lehrer, sondern sie müssen künftig wie jeder andere Mensch Urlaub beantragen.

Sonntag, 13. Mai 2012

Kinderbildung ganz entscheidend“

Die Lebenschancen werden bereits oft im Kindergarten entschieden. So die Erfahrung von SP-Politiker Klaus Luger.
  
Klaus Luger auf der Nibelungenbrücke. Hinter ihm das Linzer Schloss. Mit Metabolic und dreimaligem Laufen pro Woche hat er 20 Kilogramm abgenommen.
Klaus Luger ist seit 2009 Linzer Vizebürgermeister, zuständig für Soziales, Integration und Verkehr. Zuvor war der 51-jährige Stadtrat und Bezirksgeschäftsführer der SPÖ.
KURIER: Medial treten fast nur mehr Sie in Erscheinung.  Werden Sie schon als  neuer Bürgermeister aufgebaut?
Klaus Luger: Ich mache eine relativ offensive Öffentlichkeitsarbeit. Es gibt Kollegen in der Stadtregierung, denen das nicht so liegt. Man muss in der Politik kommunizieren. Das mache ich.
Wann werden Sie Bürgermeister?
Der Bürgermeister ist soeben 61 Jahre alt geworden, das Pensionsalter beträgt 65. Es gibt überhaupt keine Spekulationen, an einen Wechsel zu denken.
Dobusch wird 2015 noch einmal antreten?
Er wird  für sich entscheiden, was er  2015 tun wird. Ich gehe davon aus, dass er wieder kandidiert.
Abgesehen von der Spekulationsgeschichte Swap, was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Themen?
Die wichtigste Aufgabe ist, die Dynamik der Stadt zu sichern. Dazu sind einige Projekte notwendig: der Ausbau des Straßenbahnnetzes,  die Westumfahrung als wichtigster Straßenbau, die weitere Entwicklung der Tabakfabrik, die Lösung des Themas Eisenbahnbrücke und natürlich die Bewältigung der Integration.
Die Finanzen sind angespannt. Kann sich die Stadt ein so großes Kulturprojekt wie die Tabakfabrik noch leisten?
Wäre die Tabakfabrik ein Kulturprojekt, wäre diese Frage völlig berechtigt. Sie ist aber keines.  Wir haben aufgrund der Kulturhauptstadt 2009   eine Infrastruktur, die für eine 180.000-Einwohner-Stadt sensationell ist.  Die Tabakfabrik darf kein Zuschussbetrieb sein.  Sie muss sich als Gesamtprojekt rechnen.  Deshalb muss die Nutzung vielfältig sein. Ausgeschlossen sind Wohnen und ein Einkaufszentrum.  Alle anderen Mischformen sind möglich. Ein Teil wird  zum Beispiel  Gastronomie sein.  Ich sehe die Tabakfabrik ähnlich wie das Design-Center. Wir haben das Investment getätigt, aber dann muss es sich selbst tragen.
Findet in Linz tatsächlich Integration statt?
Bei uns funktioniert die Integration der Einwanderer im Vergleich zu anderen europäischen Ländern relativ gut. In der Stadt selbst sind die meisten Integrationsprobleme Generationsprobleme. Die Schwierigkeiten, die auf unterschiedliche Religionen und Kulturen zurückgehen, sind viel geringer als wir das diskutieren. Wir bemühen uns Gettobildungen hintanzuhalten.  Die höchsten Zuwanderer-Anteile  reichen bis zu 35, 38 Prozent.
Es gibt einen Bereich, wo wir  Gemeinden wirklich etwas tun können. Das ist die Sprachförderung. Linz ist die einzige Stadt Österreichs, die ab dem ersten Tag im Kindergarten Sprachförderung betreibt. Wir geben dafür 800.000 Euro im Jahr aus. Kinder, die mit drei Jahren in den Kindergarten kommen, können oft schlechter Deutsch als ihre Eltern, obwohl sie  hier geboren sind. Das hängt mit dem Medienkonsum zusammen.

Weil die Kinder über Satelliten die Kanäle ihrer Heimatländer sehen?
So ist es. Die Vorgängergeneration hatte nur die Wahl  gehabt zwischen ORF 1 und ORF 2. Heute können die Kinder  zwischen 300 türkischsprachigen Kanälen wählen. Damit gehen die Mediensprache und die passive Sprache verloren. Die Rückmeldungen der Kindergärtnerinnen sind eindeutig. Wir haben mit einem Sprachförderprogramm begonnen. 20 Prozent der Kinder, die wir hier betreuen, sind aber deutscher Muttersprache. Bei diesen Kindern ist kein Migrationshintergrund da. Sie verfügen über einen Wortschatz und Grammatikkenntnisse, die unter dem Niveau sind, das  Dreijährige  haben müssten.
Was läuft hier schief?
Es wird weniger vorgelesen,  es wird  mehr passiv Fernsehen konsumiert. Das heißt, die Kinder sitzen allein vor dem Bildschirm. Es ist primär ein Phänomen bildungsfernerer Schichten.  Die Sprache ist das Konstituierende, damit Integration funktioniert.
Wir versuchen, bei den Jüngeren anzusetzen, weil wir eine Problemgruppe haben. Das sind die 16- bis 25-Jährigen.   Da ist der Anteil  der Jugendlichen  mit Migrationshintergrund, die keine Berufsausbildung haben,  drei Mal so hoch wie bei den Einheimischen.
Warum? Sie besuchen doch genauso die Schulen und machen eine Lehre.
Eine Lehre wird oft begonnen, aber überdurchschnittlich oft abgebrochen.

Wieso?
Die meisten, die abbrechen, brechen nicht wegen der Praxis im Betrieb ab, sondern weil sie die Berufsschule nicht schaffen. Sie schleppen Bildungsdefizite aus der Pflichtschule mit und sind ohne zusätzliche Fördermaßnahmen nicht in der Lage, einen Berufsschulabschluss zu erwerben.  Das werden die klassischen Hilfsarbeiter. Das sind jene, die in der Krise sofort ihre Jobs verlieren. Sie führen das dann auf ihre migrantische Herkunft zurück und melden sich dann oft aus der Gesellschaft ab.
Es geht darum, bereits einen Schritt früher im Bildungssystem anzusetzen. Wir müssen bereits vor der Schule etwas machen.  In Linz besuchen 94 Prozent der Dreijährigen einen Kindergarten. Das ist eine Riesenchance. Eigentlich muss man von der vorschulischen Kinderbildung sprechen und nicht vom Kindergarten. Hier hat man noch die Chance, Defiziten gegenzusteuern. Zum Schuleintritt sollen die Kinder so gut Deutsch können, dass sie dem Unterricht folgen können.

Wie hoch ist der Migrantenanteil in den Kindergärten?
Wir haben bei den Drei- bis Sechsjährigen einen Migrantenanteil von 38 Prozent.

Samstag, 12. Mai 2012

Konsens für tertiäre Pädagogen-Ausbildung > Salzburger Nachrichten

Im Sonderausschuss zum Bildungsvolksbegehren wurde der Konsens erzielt, künftig eine Ausbildung mit Master-Abschluss für alle Pädagogen zu schaffen. Schwieriger dürfte die Konsensfindung beim Hochschulzugang werden.
Bildungsvolksbegehren-Initiator Hannes Androsch. Bild: SN/apa (archiv/schlager)
Eine Akademisierung und damit Verwissenschaftlichung der Pädagogenausbildung - wie sie von den Initiatoren rund um Ex-SP-Vizekanzler Hannes Androsch forderte - ist laut Bernd Schilcher, VP-Bildungsexperte und Mitinitiator des gut 383.000 Unterschriften schweren Volksbegehrens, für die Gleichstellung aller pädagogischen Berufe unabdinglich.
Konträr zu anderen bisher verhandelten Forderungen hat die Initiative hier Rückenwind durch den mit Mitgliedern aus Unterrichts- und Wissenschaftsministerium besetzten Entwicklungsrat: Arthur Mettinger, Rektor der Fachhochschule Campus Wien und von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle in den Rat nominiert, sprach sich für eine einheitliche tertiäre Ausbildung mit gemeinsamem pädagogischen Kern aus. Dieser solle u.a. Elemente wie Mehrsprachigkeit, Umgang mit Migrationshintergrund oder Inklusionspädagogik enthalten.
Nach dem Bereich Lehrerausbildung stehen noch die Themen Erwachsenenbildung und Hochschulen an, Knackpunkt ist hier der Uni-Zugang. Die SPÖ unterstützt die Forderung des Bildungsvolksbegehrens, für "eine hohe soziale Durchmischung an Hochschulen und Universitäten" sämtliche Zugangshürden abzubauen. Töchterle hingegen spricht sich wiederholt für Studienbeiträge und Zugangsregeln für die Aufrechterhaltung von Studienangeboten aus.

Mittwoch, 9. Mai 2012

Lohnsteuerausgleich 2011 (ArbeitnehmerInnenveranlagung 2011)

 Liegt Ihr Geld noch am Finanzamt? Keine Ahnung, wie Sie dazu kommen? Keine Ahnung, was Sie alles absetzen können?   Beim JunglehrerInnentalk mit dem Steuerexperten Mag. Klemens Schimpl vom Team Lohnsteuer der AK OÖ gibt es die Antworten dazu! Es lohnt sich!   Dienstag, 15. Mai 2012, 19.00 – 21.00 Uhr Volkshaus Kleinmünchen – Linz (Dauphinestraße 19, 4030 Linz)

NMS statt AHS!

Die sozialdemokratischen GewerkschafterInnen an Pflichtschulen unterstützen auf ihrer Bundestagung in Klagenfurt die Richtungsentscheidung von Claudia Schmied, die NMS an Stelle des Gymnasiums zu forcieren.   „Der Innovationsschub, der in den letzten Jahren in den Pflichtschulen stattgefunden hat, führt dazu, dass sich die PflichtschullehrerInnen einen großen pädagogischen Vorsprung gegenüber den  AHS-LehrerInnen erarbeitet haben“, hält Gerhard Unterkofler, Gewerkschaftsvorsitzender in  Vorarlberg, fest. „Kein Platz in einem Gymnasium zu bekommen, ist nicht der Weltuntergang, sondern die Chance auf eine individuelle Bildungskarriere in einer zeitgemäßen und schülerzentrierten Lernumgebung.“   Immense Fortbildungsanstrengungen, um neue Lern- und Lehrkulturen zu implementieren, und die Ausbildung zu LerndesignerInnen führten zu einem mit großem Elan getragenen Paradigmenwechsel in der Neuen Mittelschule. Deswegen erfüllt die Neue Mittelschule die Voraussetzungen, die Volksschule als funktionierende und gesellschaftlich anerkannte Gesamtschule der 6- bis 10-Jährigen fortzusetzen. Die Leistungen der innovativen PädagogInnen in Volks- und Mittelschule sind daher zukunftsweisend. Thomas Bulant, Bundesvorsitzender der FSG, wendet sich an die AHS-LehrerInnen: „Wir laden die KollegInnen herzlich dazu ein, an diesem Entwicklungsprozess teilzunehmen. Die Gewinner stehen damit fest: Unsere Schülerinnen und Schüler.“   „Die derzeitige dienstrechtliche Situation wird den Leistungen der APS-LehrerInnen nicht gerecht“, klagt Hermann Pansi, Vorsitzender in Kärnten „Der vorliegende Dienstrechtsentwurf beantwortet fiskalische Fragen des Schulsystems, berücksichtigt aber nicht den pädagogischen Vorsprung in den Pflichtschulen, Die Politik hat nur den Mut, über den Umfang von Lehrverpflichtungen zu diskutieren. Fundamentale Veränderungen wie die gleichwertige Lehrerausbildung auf Master-Niveau, gleiche Bezahlung für gleiche Leistung und die höhere Wertschätzung von Volksschulen und sonderpädagogischen Einrichtungen werden aus der Dienstrechtsdiskussion bisher ausgeblendet.“   „Wer die Innovationskraft und das Engagement der PflichtschullehrerInnen hemmt, schickt sie zurück aus der Zukunft”, fasst Hans Farkas, Vorsitzender im Burgenland, zusammen.   Rückfragehinweise: MMag. Dr. Thomas Bulant Vorsitzender der FSG PflichtschullehrerInnen 1010 Wien, Schenkenstraße 4 / 5. Stock Mail: thomas.bulant@apsfsg.at Tel: 069919413999   Johann Farkas Vorsitzender der Personalvertretung und Gewerkschaft im Burgenland 7000 Eisenstadt, Wiener Straße 7 Mail: johann.farkas@gmx.at Tel: 06643104105   Hermann Pansi Vorsitzender der Personalvertretung und Gewerkschaft in Kärnten 9020 Klagenfurt, Jesserniggstraße 3 Mail: hermann.pansi@ktn.gv.at Tel: 06641315887   Gerhard Unterkofler Vorsitzender der Gewerkschaft in Vorarlberg 6845 Hohenems, Achstraße 6 Mail: unterkofler.gerhard@aon.at Tel: 066473719792  

Freitag, 4. Mai 2012

Gesetzesnovelle zur LehrerInnenauswahl durch DirektorInnen normiert bereits bestehende Praxis

Klubvorsitzende Jahn: " Mini-Novelle nach ÖVP-Mega-Ankündigungen." Inhaltlich spricht nichts dagegen, dass DirektorInnen an der Auswahl der Lehrkräfte für ihre Schule mitwirken dürfen – es entspricht vielmehr der bestehenden Praxis in Oberösterreichs Bildungslandschaft, dass sich der Bezirkschulinspektor hinsichtlich des konkreten Bedarfs mit der Schulleitung abspricht. Dennoch liegt dem heute tagenden Bildungsausschuss eine Gesetzesnovelle zum Landeslehrer-Diensthoheits-gesetz vor, mit der genau diese gelebte Praxis gesetzlich festgeschrieben werden soll. "Es hat ein wenig den Anschein von Effekthascherei, wenn die im zulässigen Rahmen des Gesetzes gelebte Praxis erneut gesetzlich festgeschrieben wird", äußert sich SPÖ-Klubvorsitzende Mag.a Gertraud Jahn skeptisch zur Vorgehensweise der zuständigen ÖVP-Bildungsreferentin Hummer. Die SPÖ wird der Novelle dennoch zustimmen, weil die wichtige Objektivierung von Lehrkräften erhalten bleibt und im Gegenteil zu den ursprünglichen ÖVP-Ankündigungen einer echten LehrerInnenauswahl durch SchulleiterInnen keine unmittelbaren Probleme in der schulischen Praxis zu erwarten sind. Bei 900 LehrerInnenbewegungen pro Jahr, insbesondere im Sommer, allein in Oberösterreich ist klar, dass eine – wie von Hummer ursprünglich angekündigt – Lehrkräfte-Auswahl durch DirektorInnen in der Praxis äußerst kompliziert ist. Das knappe Angebot der Lehrkräfte, der korrekte Ablauf des Auswahlverfahrens und die qualitative Verteilung auf die ver-schiedenen Schulstandorte müssten voll berücksichtigt werden. Auch die menschliche Frage, was mit Lehrkräften passieren solle, die von SchulleiterInnen abgelehnt würden und dadurch stigmatisiert seien, ist zu klären. "Oftmals entscheidet sich erst in der letzten Ferien-woche, ob es zu einer Klassenteilung kommt und damit eine neue Lehrkraft gebraucht wird. Das gilt es alles im Verfahren umfassend zu berücksichtigen, damit nicht zu Schulbeginn die Kinder ohne Lehrkraft in der Klasse sitzen", gibt Jahn zu bedenken. Substantielle Reformen zur Verbesserung des Personalmanagements im Schulsektor sind im vergangenen Jahr auf Bundesebene eingeleitet worden: So wurde im Bundes-Schulaufsichtsgesetz die Einrichtung eines Qualitätsmanagements normiert, sowie im Schul-unterrichtsgesetz die Aufgaben der Schulleitung ergänzt und verdeutlicht, welche Aufgaben von dieser im Hinblick auf die schulische Qualitätsentwicklung wahrzunehmen sind. Zudem werden konkrete Zielvereinbarungen für die einzelnen Schulen ermöglicht. "Diese konkreten Bildungsfortschritte von Bildungsministerin Schmied sind geprägt von Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit. In Oberösterreich konzentriert sich Landesrätin Hummer darauf die gelebte Praxis gesetzlich nachzubilden", so die SPÖ-Klubvorsitzende.

Mittwoch, 2. Mai 2012

Lehrer-Dienstrecht: SPÖ kritisiert Burgstaller


Linz (APA) - Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller hat mit ihrem Vorstoß, den Urlaub der Lehrer auf fünf Wochen zu verkürzen, auch für Ärger in den eigenen Reihen gesorgt. Aus Oberösterreich und Kärnten kam am Mittwoch Kritik. "Wer die Lehrerarbeitsplätze kennt, die es bei uns gibt, der macht so blöde Meldungen nicht", sagte der oberösterreichische SPÖ-Vorsitzende LH-Stv. Josef Ackerl in Linz.

Burgstaller gehe regelmäßig mit Dingen an die Öffentlichkeit, die nicht abgesprochen seien, kritisierte Ackerl. Man könne über alles reden, aber
"das einfach so hinzurotzen, stört nur das, was vielleicht in Entwicklung ist".

Kärntens SPÖ-Vorsitzender LHStv. Peter Kaiser kritisierte in einer Aussendung das "populistische Lehrer-Beschimpfen". Für ihn seien die Bildung und die Ausbildungsmöglichkeiten unserer Kinder eine der wichtigsten Voraussetzung für eine positive Zukunft. "Deswegen ist politischer Populismus hier völlig fehl am Platz und unverantwortlich gegenüber unseren Kindern und Jugendlichen", so Kaiser.
 
  (Presseaussendung vom 2. Mai 2012)

Lehrer-Dienstrecht: Schmied will für Schulen Unterstützungspersonal - Der Standard


Wien - Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) will mehr Unterstützungspersonal - etwa für Sozialarbeit oder in der Administration - für die Schulen. Das erklärte sie am Mittwoch am Rande des Ministerrats vor den morgen startenden Verhandlungen zum neuen Lehrer-Dienstrecht. Einzelne Vorschläge wie jenen von der Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ), den Urlaub der Lehrer auf fünf Wochen zu verkürzen, wollte sie nicht kommentieren. Ebenso hielt es Verhandlungspartnerin Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ).

"Wir werden ein Gesamtpaket übermitteln und darüber diskutieren", betonte Schmied. Aus den Dienstrechtverhandlungen werden jedenfalls "keine Großgruppenveranstaltungen". Sie habe viele Schulen besucht und dabei festgestellt, dass es Unterstützungspersonal für die Lehrer brauche: "Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf." Wie viel Personal das sein sollte, werde sie den Verhandlungspartnern aber nicht über die Medien ausrichten.

Schmied will rasche Verhandlungen

Dienstag, 1. Mai 2012

SLÖ-FSG Forderungen zu den Dienstrechtsverhandlungen


Unsere Forderungen für die Dienstrechtsverhandlungen:

Die sozialdemokratischen PersonalvertreterInnen und GewerkschafterInnen ersuchen die Sozialpartner in den Dienstrechtsverhandlungen folgende Punkte zu berücksichtigen:

1)    Die erhöhte Arbeitsbelastung in vielen Pflichtschulen wird mit Diversi­tätszula­g­en abzugelten sein! Eine Gehaltskurve mit höheren Anfangs­gehältern allein bringt für KollegInnen in diesen Schulen keine Besoldungsgerechtigkeit.

2)    Die Kernkompetenzen von LehrerInnen liegen in Unterricht und Erziehung.
Für Administration, Betreuung, Therapie, pflegerische und medizinische Tätigkeiten wird es andere ExpertInnen geben müssen!

3)    In Volksschulklassen mit mehr als 20 Kindern werden zwei LehrerInnen ein­ge­setzt, damit als Basisleistung die sprachlichen, sozialen und motorischen Defizite der SchülerInnen im Sinne der nachfolgenden Bildungs­karriere eines jeden Kindes behoben werden können. Sonderpädagogische Förder­­maßnahmen müssen nach der Bedürfnislage der Kinder durch entsprechende Ressourcen gesichert sein.
Der nächste Finanzausgleich ist dement­sprechend zu gestalten!

4)    Schulen werden in Zukunft über eine pädagogisch-dienstrechtliche und eine administrative Schulleitung verfügen, da Pädagogik und Management unterschiedliche Kompetenzen bedingen.

5)    Eine gleichwertige Ausbildung aller LehrerInnen auf Masterniveau wird die Anstellungs­sicherheit beim Berufseinstieg erhöhen und bessere Berufsumstiegsmöglichkeiten bieten.

6)    Nur  flexible Lebensarbeitszeitmodelle werden einer aufgrund des geltenden Pensions­rechts längeren Lebensarbeitszeit gerecht werden können.

7)    Ein erweiterter Kündigungsschutz wird die LehrerInnen vor äußerem Druck bei Unterrichts­gestaltung und Leistungsbeurteilung bewahren.

Wir unterstreichen mit diesen Forderungen für die Zukunft, dass ein neues Dienst­recht nicht nur fiskalischen Aufgaben gerecht werden darf, sondern vor allem auf die täglichen Herausforderungen des Schulalltages Antworten geben muss.


Franz Turek                                                                     Anton Lauinger
SLÖ-Landesvorsitzender                                                    FSG-APS-Vorsitzender
Mitglied im ZA-PflichtschullehrerInnen                                 Landesleitungsmitglied der
Mitglied GÖD-APS Bundesleitung                                        PflichtschullehrerInnengewerkschaft
Tel.: 0699/81266739                                                            Tel.: 07674/64845
Email: franz.turek@slooe.at                                                 Email: a.lauinger@aon.at