Dienstag, 11. September 2012

LH-Stv. Josef Ackerl: Schulsozialarbeiter/innen in allen Bezirken

Für Oberösterreichs Schüler/innen beginnt wieder der Schulalltag – mit all seinen Höhen und Tiefen. In schwierigen Situationen gibt es für viele Buben und Mädchen, aber auch deren Eltern und Lehrer/innen, eine neue Anlaufstelle: SuSA – die Schulsozialarbeiter/innen der Jugendwohlfahrt.

Diese sind regelmäßig an ausgewählten Pflichtschulen anwesend und können in dieser Zeit ganz unkompliziert angesprochen werden. Zusätzlich hängen in den Schulen Plakate mit der Telefonnummer und der E-Mailadresse der Sozialarbeiter/innen, und es gibt auch die Möglichkeit, eine Nachricht im SuSA-Postkasten zu hinterlassen.

LH-Stv. Ackerl: "Im kommenden Wintersemester werden in den Bezirken Eferding, Rohrbach, Urfahr-Umgebung und Schärding die Schulsozialarbeiter/innen an die Schulen kommen. Damit ist SuSA flächendeckend in allen Bezirken eingeführt".


Fast 13.000 Kontakte im vergangenen Schuljahr:


In den Bezirken Braunau, Freistadt, Gmunden, Grieskirchen, Kirchdorf, Linz-Land, Perg, Ried i.I., Steyr-Land, Vöcklabruck und Wels-Land war SuSA mit insgesamt 25 Schulsozialarbeiter/innen (21 Personaleinheiten) an 124 Schulen mit 1.340 Klassen im Einsatz. 12.884-mal wurden sie von Schülern, Eltern und Lehrern kontaktiert. Gut die Hälfte der Kontaktaufnahmen erfolgte über das Lehrpersonal, in rund 40% der Fälle traten die Kinder/Jugendlichen selbst an SuSA heran, in 10% der Fälle suchten die Eltern den Kontakt. Daraus ergaben sich 1.118 längere Betreuungen. Buben sind hier leicht überrepräsentiert: 637 Buben wurden von SuSA betreut, das sind 57 % aller betreuten Schüler/innen.


Spitzenreiter unter den von SuSA behandelten Problemstellungen sind Erziehungsprobleme (32%), gefolgt von Verhaltensauffälligkeiten (29%). Der Anteil an Schüler/innen, die die Schule mehr oder weniger verweigern bzw. zu verweigern drohen liegt bei knapp 10% der betreuten Schüler/innen. Die Sozialarbeiter/innen berichten, dass Schulangst und Schulunlust bereits in der Volksschule zum Problem werden können – in dieser Phase aber noch gut korrigierbar sind.

Mittwoch, 5. September 2012

SLOÖ - LehrerInnenfortbildungsprogramm 2012/13

Zur langen Geschichte des sozialdemokratischen LehrerInnenvereins in Oberösterreich gehört die Tradition zur hochqualitativen LehrerInnenfortbildung. Als einziger LehrerInnenverein bieten wir konsequent für alle Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedensten Pädagogikbereichen Oberösterreichs jährlich ein Programm ohne bürokratische Zugangshürden.

Zusätzlich zum Seminarangebot gibt es in Kooperation mit SchEz, ASKÖ u. Kinderfreunden eine hochkarätige Pädagogische Vortragsreihe mit internationalen und nationalen ExpertInnen aus dem Pädagogikfeld zu aktuellen Themen.

Rund 750 Veranstaltungen in 12 Jahren im Angebot und mehr als 4900 zufriedene Teilnehmer/innen sind der beste Beweis dafür, dass die Aktion auch in diesem Schuljahr eine Fortsetzung finden sollte.
In diesem SLÖ OÖ.-Lehrerfortbildungsprogramm 2012/2013 finden Sie eine breite Palette von Seminarangeboten, mit der wir speziell Ihrem Bedarf und Ihren Wünschen entgegenkommen möchten. Wählen Sie aus, es ist bestimmt etwas für Ihre beruflichen und/oder privaten Vorstellungen und Ziele dabei!

Dieses Programm-Angebot enthält 50 Seminare bzw. Veranstaltungsserien.

Dienstag, 4. September 2012

Gemeinsame Schule auch in Oberösterreich rasch einführen

SPÖ-Klubvorsitzende Jahn: "ÖVP im Land soll endlich Blockadehaltung beenden"

SPÖ-Klubvorsitzende Gertraud Jahn zeigt sich hoch erfreut über den Vorstoß von Tirols ÖVP-Landeshauptmann Platter in Richtung Gemeinsamer Schule der 6-14-Jährigen. "Ich begrüße es ausdrücklich, dass Platter in Tirol eigene Modellregionen einführen will. Es zeigt, dass sich auch innerhalb der Volkspartei die vernünftigen Argumente die für diesen Schultyp sprechen, durchsetzen", so Jahn. Oberösterreich darf nicht länger mit einer Umsetzung zuwarten. Landeshauptmann Pühringer soll sich ein Vorbild an seinem Parteifreund nehmen, die Blockadehaltung beenden und ebenfalls die Gemeinsame Schule der 6-14-Jährigen forcieren, ruft die Klubvorsitzende zum Handeln auf. Studien belegen, dass diese Schulform den Kindern ein Mehr an Bildungschancen ermöglicht. Ein Gemeinschaftsschulsystem ist auch eine notwendige Reaktion auf geänderte gesellschaftliche Bedingungen.

"Mit Platter schwenkt ein gewichtiger Politiker der Volkspartei nicht nur um, sondern setzt auch erste richtungsweisende Taten, um die Gesamtschule der 6-14-Jährigen zu verwirklichen. Da viele Argumente für diese Schulform sprechen, kann sich nun auch die ÖVP hier nicht mehr verschließen. Landeshauptmann Pühringer soll sich ein Beispiel nehmen und auch in Oberösterreich den Weg zur Gesamtschule frei machen", fordert Jahn.
"Wir dürfen hier zum Wohl unserer Kinder nicht hinterherhinken, sondern müssen ebenfalls solche Modellregionen als erste Schritte zu einer flächendeckenden Einführung schaffen", ist die Klubvorsitzende und Bildungssprecherin überzeugt.

Eine Studie des Educational Policy Institute in Washington über Österreichs Schulsystem, hat uns den letzten Platz von 13 untersuchten Staaten in Fragen der Zugänglichkeit zum Hochschulstudium gegeben. "Die Entscheidung darüber, welchen Bildungsweg ein Kind weiter einschlägt, ist mit 10 Jahren eindeutig zu früh. Das Bildungssystem ist hochselektiv. Bildung wird bei uns stärker als in anderen Ländern vererbt", weist Jahn auf Fakten der Erhebung hin, die für eine Gemeinsame Schule der 6-14-Jährigen sprechen.

"Die geänderten gesellschaftlichen Bedingungen machen auch bei der Schule ein Umdenken notwendig. Beide Elternteile sind heute in der Regel berufstätig und die Zahl der AlleinerzieherInnen nimmt zu. Wir brauchen eine ganztägige Betreuung unserer Kinder, am besten durch ausgebildete LehrerInnen, in Form einer gemeinsamen verschränkten Ganztagschule, in der Zeit für ein Wechselspiel aus Unterricht, Sport, Lernen und Freizeit ist. Das gibt den SchülerInnen die nötige Auflockerung, um Stress abzubauen und Wissen besser anzueignen. Schulisches bleibt in der Schule, zu Hause kann die Zeit wirklich mit der Familie verbracht werden", spricht für Jahn alles für das neue Schulmodell.


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Freitag, 31. August 2012

"Unsere Kinder verballern ihre Jugend" - Von Karl Gaulhofer (Die Presse)


Zu frühe Internetnutzung macht dumm, süchtig und psychisch krank: Mit seinem Buch "Digitale Demenz" legt sich der deutsche Hirnforscher Manfred Spitzer mit Medienpädagogen und Politikern an.
Die Presse: Wie hält es denn ein rabiater Kritiker digitaler Medien privat mit ihrer Nutzung? 
Manfred Spitzer: Als unsere fünf kleinen Kinder immer gestritten haben, wer was gucken darf, haben wir den Fernsehapparat abgeschafft. Da gab es nur einen kurzen Zwergenaufstand. Wir haben auch nur einen Computer. Warum man eine PlayStation brauchen soll, hat mir nie eingeleuchtet.
Was ist für einen Hirnforscher so schlimm an der frühen und starken Nutzung digitaler Medien?
Unser Gehirn ändert sich ständig. Milliarden von Verbindungen zwischen Nervenzellen wachsen oder werden weggeräumt, wenn sie nicht gebraucht werden. Die Informationstechnologie nimmt uns geistige Arbeit ab. Das hat Folgen. Wenn man nur noch oberflächlich über Dinge nachdenkt, bleiben sie nicht mehr hängen. Wenn Sie mit dem Navi im Auto fahren, kennen Sie sich irgendwann nicht mehr aus. Je weniger „gebildet“ das Hirn in jungen Jahren wird, desto schneller erfolgt der Abstieg im Alter.
Die Technologie erspart uns stupides Auswendiglernen. Stattdessen trainieren wir komplexes Denken, das die Wissensgesellschaft braucht.
Das ist falsch! Man muss erst einmal das Einfache draufhaben, sonst können wir das Komplexe gar nicht lernen. Wer nicht Kopfrechnen kann, scheitert auch an der höheren Mathematik. Platz machen durch Auslagern: Das ist dummes Geschwätz!
Wir arbeiten die meiste Zeit am Computer. Da sollte doch die sinnvolle Nutzung digitaler Medien schon von früh an gelehrt werden.
Googeln lernt man nicht durch googeln. Nur durch solides Grundwissen können Sie in einer Suchmaschine die Spreu vom Weizen trennen. Stattdessen wird in der Schule Software gepaukt. Das ist völlig unsinnig, weil Microsoft-Produkte in fünf Jahren ganz anders sind. Kinder finden im Netz schnell zu Sex and Crime. Wir haben in Deutschland eine Viertelmillion Internetsüchtige und 1,4 Millionen, die stark gefährdet sind. Ich kenne als Psychiater die schweren Fälle, die 18 Stunden am Tag online spielen. Die verballern ihre Jugend, das ist schrecklich! Spiele wie „World of Warcraft“ werden bewusst so programmiert, dass sie süchtig machen. Da wird Leid erzeugt. Und dann zu sagen: Wir bringen den Kindern schon ganz früh bei, damit kritisch umzugehen – das ist unglaublicher Nonsens. Wir lassen auch keine Sechsjährigen Auto fahren.

Aber die Politiker empfehlen doch keine Killerspiele, sondern Lernspiele...
Kein Zehnjähriger will eine PlayStation, um damit Vokabel zu lernen. Damit wird geballert. Aber in einer Empfehlung des Gesundheitsministers zur Mediennutzung von Kindern kommt x-mal „PlayStation“ vor – das ist Werbung für Sony. Und es heißt: Manche machen es, manche nicht, und entsprechend gibt es Unterschiede in der Medienkompetenz. Es gibt null Studien, die so etwas behaupten! Aber Eltern, die das lesen, denken: Ein inkompetentes Kind will ich ja nicht haben, deshalb kaufe ich ihm eine PlayStation. Damit verschenken sie erwiesenermaßen schlechte Noten und Schulprobleme. Das ist skandalös!
Digitale Medien sind besser als Fernsehen. Ich lasse mich nicht berieseln, wähle Inhalte, kommuniziere, bestimme bei Spielen die Handlung.
Richtig: Wenn Sie beim Abknallen aktiver eingreifen, gibt es mehr Punkte. Aktiv Fehlverhalten einüben ist noch schlechter, als es passiv zu betrachten. Multitasking ist nichts anderes als eine Aufmerksamkeitsstörung. Und reale Kommunikation ist nachhaltiger als ihr Abklatsch im Netz. Beim Chatten fehlen Mimik und Gestik des Gegenübers.
Dafür gibt es längst Webcam und Skype...
Da haben Sie immer noch etwas weniger. Warum treffen wir uns in einem Kaffeehaus, statt zu skypen? Das hat doch einen Grund!
Mail, Chat und SMS: Jugendliche schreiben heute vermutlich mehr als je zuvor. Ist das nicht toll?
Manche Sprachforscher sagen, dass die Codes, die Jugendliche da verwenden, durchaus differenziert sind. Ich bin da skeptisch. Man kann zwar per Knopfdruck „Wow“ oder „Autsch“ sagen, aber eine differenzierte Schilderung meines subjektiven Erlebnisstroms ist da nicht geplant.
Schwarmintelligenz hilft, kollektives Wissen gemeinsam effizienter zu verarbeiten.
Ist es effizient? Wenn es darum geht, wie viel ein Ochse wiegt, komme ich mit aggregiertem Wissen weiter als ein einzelner Experte– einverstanden. Aber heute geht es doch um die Erfassung sehr komplexer Probleme. Das kann ein Schwarm, der irgendwann einmal etwas herausblökt, gar nicht leisten.
Träumen Sie von einer Welt ohne TV und Web?
Sicher nicht. Ich bin kein Medienhasser. Ich bediene auch keine ältere Klientel, die Angst vor allem Neuen hat. Aber ich weise als Arzt auf Nebenwirkungen hin. In den USA ist die Hälfte der Medienforscher Pessimisten. Bei uns ist offenbar die Lobby erfolgreicher.
Auf einen Blick
Manfred Spitzer (54) ist ein deutscher Hirnforscher und Psychiater. Bekannt wurde er durch die Fernsehserie „Geist und Gehirn“ und populärwissenschaftliche Bücher. Sein Versuch, aus der Hirnforschung Schlüsse für das richtige Lernen zu ziehen, ist umstritten. Mit seinem neuen Buch, „Digitale Demenz“, zog er sich den Zorn vieler Medienforscher zu. [Droemer]
("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.08.2012)

Mittwoch, 22. August 2012

Gesamtschule für Platter vorstellbar - orf.at

Die Gesamtschule ist für LH Günther Platter (ÖVP) entgegen der offiziellen Linie seiner Partei vorstellbar. Eine gemeinsame Schule solle man auch in Verbindung mit Ganztagsschule durchaus offensiv andenken, so Platter im Magazin „News“

„Ich kann mir eine gemeinsame Schule für alle durchaus vorstellen“, meinte Platter. „Es muss aber in der Schule eine Differenzierung geben, damit sich die Kinder nach ihren persönlichen Fähigkeiten weiterentwickeln können“, erklärte er in dem am Donnerstag erscheinenden Interview für „News“.

Platter kann sich demnach die Gesamtschule auch in Verbindung mit einer freiwilligen Ganztagsschule vorstellen. Letztere solle zwar nicht verpflichtend sein, aber ausreichend angeboten werden.

Gemeinsame Klassen am Land
In den Hauptschulen am Land sei es seit jeher so, dass alle zehn- bis 14-jährigen Kinder gemeinsam in die Schule gehen, erklärte Platter. „Diese Kinder haben auch alle Chancen der Welt. Ich habe noch nie gehört, dass jemand, der in so eine gemeinsame Schule geht, später einen Nachteil hat, wenn er studieren will.“


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Freitag, 17. August 2012

Lehrer verdienen weniger als andere Akademiker - ORF.at

Pädagogen werden in Österreich deutlich schlechter bezahlt als in anderen Bereichen tätige Akademiker, zeigt eine nun von der OECD veröffentlichte Statistik. So verdienen Lehrer in Österreich nach 15 Jahren Berufserfahrung nur zwischen 58 und 65 Prozent des Gehalts anderer Akademiker.
Nach 15 Jahren im Job sind Österreichs Lehrer allerdings noch weit vom Höchstgehalt entfernt, besagt die Statistik aus der Studie „Bildung auf einen Blick“. Mit der geplanten Dienstrechtsreform, über die mit der Lehrer-Gewerkschaft am Montag wieder auf Beamtenebene verhandelt wird, ist geplant, die Anfangsgehälter anzuheben und die Gehaltskurve abzuflachen.
Bei der Differenz zu den Gehältern anderer Akademiker macht es derzeit in Österreich kaum einen Unterschied, ob Lehrer eine dreijährige Ausbildung an einer Pädagogischen Hochschule (PH) oder eine fünfeinhalbjährige an der Uni gemacht haben: Die an den PH ausgebildeten Volks- und Sonderschullehrer (Primarstufe) verdienen 58 Prozent anderer Personen mit Abschluss im Tertiärbereich.

Rund 60 Prozent Unterschied

In der Sekundarstufe I, wo an der Hauptschule Lehrer mit PH-Abschluss und an der AHS-Unterstufe Pädagogen mit Uni-Abschluss arbeiten, liegt das Einkommen bei 63 Prozent von jenem anderer Akademiker. Die an den Unis ausgebildeten Lehrer für AHS und berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS) erhalten nach 15 Dienstjahren 65 Prozent vom durchschnittlichen Gehalt anderer Akademiker.

Montag, 23. Juli 2012

Reiche hinterziehen Steuern bis zu 230 Mrd. Euro - Orf.at

Eine neue Studie schlägt Alarm: Die Reichen der Welt bunkern bis zu 32 Billionen Dollar (bis zu 26.230 Mrd. Euro) in Steueroasen. Sie hinterziehen demnach bis zu 280 Mrd. Dollar (230 Mrd. Euro) an Steuern.

Der Studienautor - kein Geringerer als der ehemalige Chefvolkswirt der Unternehmensberatung McKinsey - spricht von einem „großen schwarzen Loch für die Weltwirtschaft“. Die Auswirkungen der Steuerflucht vor allem auf Entwicklungsländer sind demnach massiv.



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SPÖ enttäuscht über FP/VP/Grün-Beschluss für Lehrkräfte-Kürzung in Oberösterreich

Klubvorsitzende Jahn: "Bildung wird mit vorgeschobenen Argumenten eingespart."

Unter dem Vorwand einer "gerechteren Verteilung" haben ÖVP, FPÖ und Grüne im heutigen Lenkungsausschuss die Kürzung von 56 LehrerInnen-Dienstposten beschlossen. "Ich bin enttäuscht, dass FPÖ und Grüne eine Allianz mit der ÖVP bilden, um 56 LehrerInnen in Oberösterreich einzusparen. Die Kürzungen drohen gerade in den Neuen Mittelschulen zu pädagogischen Einschränkungen zu führen", stellt SPÖ-Klubvorsitzende und Bildungssprecherin Mag. Gertraud Jahn fest. Landesrätin Hummer müsse nunmehr sicherstellen, dass das Land für Neue Mittelschulen – wie bisher – durchschnittlich 5 Stunden pro Klasse für Team-Teaching und Fördermaßnahmen zur Verfügung stellt.

Das Bildungsministerium hat ausdrücklich klargestellt, dass jene Stunden, die bislang die Hauptschulen für "leistungsdifferenzierten Unterricht" hatten, in vollem Ausmaß den Neuen Mittelschulen zur Verfügung zu stellen sind. Dennoch haben ÖVP, FPÖ und Grüne heute unter dem Vorwand einer "gerechteren Verteilung" die Kürzung dieser Stunden von durchschnittlich 5 pro Klasse auf 4,5 beschlossen. "Bislang gab es 11.092 Stunden für 2235 Klassen – in Hinkunft nur mehr 9937 für gleich viele Klassen. Dass damit auch eine Einschränkung der pädagogischen Möglichkeiten verbunden ist, muss jedem klar sein, der heute im Lenkungsausschuss dafür gestimmt hat", argumentiert Jahn. Konkret kann der Verlust bis zu 13 Wochenstunden pro Schulstufe in einer Schule ausmachen.

ÖVP, FPÖ und Grüne müssen nunmehr sicherstellen, dass ihre Kürzungen zu keiner pädagogischen Benachteiligung der Neuen Mittelschulen führen. "Wir werden genau darauf schauen, dass die Neuen Mittelschulen jene Ressourcen vom Land bekommen, die ihnen zustehen. Es darf zu keinen Einschränkungen von Team-Teaching und individuellen Förderungen durch die Einsparungen kommen. Die Bildungsreferentin muss zu ihrer Verpflichtung gegenüber dem Bildungsministerium stehen und den Neuen Mittelschulen jene fünf Wochenstunden pro Klasse geben, die ihnen auch bisher zugestanden sind – denn wer Bildung einspart, der spart Zukunft ein", warnt Jahn.



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Donnerstag, 19. Juli 2012

SLÖ-Appell an Grüne und Freiheitliche gegen ÖVP-Bildungskürzung zu stimmen - PA



Allianz aus SPÖ, Grün und FPÖ kann Lehrkräfte-Kürzung verhindern

Der Landesvorsitzende des Sozialdemokratischen LehrerInnenvereins (SLÖ) Franz Turek richtet angesichts des bevorstehenden Lenkungsausschusses zur Oö. Verwaltungsreform einen dringenden Appell an Grüne und Freiheitliche: "Die SPÖ hat sich bereits klar gegen die drohende Kürzung von 56 LehrerInnen-Posten ausgesprochen. Damit es gelingt, die von Landesrätin Hummer beabsichtigten Kürzungen zu verhindern, müssen aber auch Grüne und FPÖ im zuständigen Lenkungsausschuss dagegen stimmen."

Bislang sind insgesamt 11.092 Stunden für "leistungsdifferenzierten Unterricht" in 2235 Klassen zur Verfügung gestanden – nach den ÖVP-Kürzungen bleiben davon nur mehr 9.937 Stunden über. "Diese Kürzungen von mehr als tausend Wochenstunden schlagen direkt auf die Qualität des Unterrichts in Hauptschulen und Neuen Mittelschulen durch. Gerade pädagogische besonders wertvolle Bereiche wie gezielte Fördermaßnahmen und innovative Unterrichtsmodelle werden davon am stärksten betroffen sein", warnt SLÖ-Landesvorsitzender Turek. Wie groß die Aufregung an den Schulen ist, unterstreichen auch die vielen Unterstützungen der SLÖ-Unterschriftenaktion, die Ende Juni gestartet wurde.

Auch rechtlich stehen die ÖVP-Kürzungen auf tönernen Beinen: So hat das Bildungsministerium ausdrücklich klargestellt, dass jene Stunden, die bislang die Hauptschulen für "leistungsdifferenzierten Unterricht" hatten, die Neuen Mittelschulen in vollem Ausmaß für Teamteaching und individuelle Förderung bekommen müssen. "Bildungsministerin Schmied stellt für die Neuen Mittelschulen zusätzliche sechs Wochenstunden pro Klasse zur Verfügung und legt damit den Grundstein für neue Pädagogik. Wenn aber jetzt Bildungslandesrätin Hummer den Landesbeitrag von durchschnittlich 5 auf nur mehr 4,5 Stunden pro Klasse kürzt, dann untergräbt sie das Fundament der neuen Schullandschaft", schließt Turek.


Franz Turek
SLOÖ-Landesvorsitzender
Weißenwolffstraße 17a
4020 Linz
Mobil: +43 699 81266739

Mittwoch, 11. Juli 2012

Schüler reparierten die „Schönbrunn“ - OÖN


LINZ. Jugendliche des Fachbereichs Metall der Polytechnischen Schule 1 werkelten mit Eifer.


„Diese Woche hat die Schüler wirklich verändert“, sagt Gerald Blüher. Der Direktor der Polytechnischen Schule Linz Stadt 1 ist auf zwölf Jugendliche der Klasse G besonders stolz. Während des Werkstättenunterrichts im Fachbereich Metall durften die Burschen im Alter von 15 und 16 Jahren fünf Tage auf dem Dampfschiff „Schönbrunn“ arbeiten und helfen, sie für die kommenden Ausfahrten seetauglich zu machen.
Schüler reparierten die „Schönbrunn“

„Ermöglicht hat das Alfred Grurl, ihr Werkstättenlehrer und Klassenvorstand. Bei ihm haben sich die Schüler nachher noch öfter bedankt, dass sie die Gelegenheit zu dieser Arbeit bekommen haben“, erzählt Direktor Blüher. Auf dem Schiff bohrten, schraubten und schliffen die Jugendlichen soviel sie konnten, reparierten Scharniere und die Nirosta-Deckel der Abgänge zum Motorraum. „Alle Metallarbeiten ohne Großmaschinen konnten sie machen“, sagt Blüher stolz. Zu Beginn seien beide Seiten nervös gewesen, erzählt er. „Man weiß ja nicht, wie Schüler und Mechaniker es aufnehmen, ob alle Vorschriften eingehalten werden.“ Bereits nach einem Tag war klar: Alle Sorgen waren unbegründet. „Die Schüler waren begeistert und auch die Mechaniker waren von den Schülern beeindruckt“, sagt Blüher über die Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Eisenbahngeschichte, der die „Schönbrunn“ gehört.

Fortsetzung möglich

Erfreulich ist für den Direktor nicht nur die gute Zusammenarbeit, sondern auch die Wirkung dieser Projektwoche. „Die Burschen waren danach wirklich sehr diszipliniert. Ansonsten geht es unter Metallern ja ruppiger zu.“ Nun wird über eine Fortsetzung des Projekts nachgedacht. Blüher schmiedet bereits Pläne: „Es gäbe auch für unsere Schüler aus den Fachbereichen Holz und Elektro Möglichkeiten, auf einem Schiff zu arbeiten. Die Mediendesigner könnten dann noch Folder und Werbeplakate gestalten.“

Mittwoch, 4. Juli 2012

Nur das Bubenklo findet Lisa noch "grausiger" v. Kerstin Scheller in Der Standard


foto: standard/walkolbinger


Wollen das Lernumfeld aktiv mitgestalten: Nachdem die Kinder ihre Volksschule inspiziert hatten, schrieben manche auf Zettel, was ihnen im Schulhaus gefällt und was gar nicht.


154 Jahre alt ist die Volksschule in Enns. Jetzt gibt es Geld für die Sanierung. Erstmals in Österreich lässt eine Stadt Schüler, Lehrer und Eltern mitplanen

Enns - Lara stellt sich in Position. Mit dem Daumen ihrer rechten Hand zeigt sie nach unten. Den Eingangsbereich ihrer Schule mag sie absolut nicht. Flo fotografiert seine Mitschülerin. Dann will die Lehrerin von ihr wissen, warum sie sich dort so unwohl fühlt: "Da ist morgens immer so ein Gedränge." Die anderen vier Kinder, die neben Flo stehen, nicken bestätigend. Nur Lisa überlegt kurz, ob sie nicht die Stelle vor dem Bubenklo im zweiten Stock noch "grausiger" finden soll. "Da stinkt's immer so", meint die Drittklässlerin und hält sich die Nase zu.

Gemeinsam mit der Lehrerin sind die sechs Volksschüler in dem 154 Jahren alten Schulgebäude am Ennser Kirchenplatz unterwegs, um ihre ungeliebten und ihre Lieblingsorte zu erkunden und diese anschließend auf einem Plan zu markieren.

Die Schulhausexkursion ist der erste Teil eines zweitägigen Workshops zur längst überfälligen Renovierung der einstigen "Kaiser-Franz-Josef-Schule". Mit zwei Millionen Euro sei die Sanierung veranschlagt, 35 Prozent der Kosten übernehme das Land, berichtet Bürgermeister Franz Stefan Karlinger (SPÖ). Und erstmals in Österreich lässt eine Gemeinde als Schulerhalter Lehrer, Schüler und Eltern mitplanen. Der Wiener Architekt Franz Ryznar, Initiator der Plattfrom " SchulUMbau", erhielt von Karlinger den Auftrag.

Pädagogen, Architekten und Fachleute der Schulverwaltung haben die Plattform gegründet, um "Denkanstöße für einen zeit- und kindgemäßen Schulbau" zu geben. "Jeder Neu- und Umbau muss in architektonischem und pädagogischem Einklang geschehen", erklärt Ryznar. Dies bedeute, Lehrer und Schüler sollen das Lernumfeld aktiv mitgestalten.

In Enns ist zwar der Auftrag zur Sanierung bereits an einen Architekten vergeben, doch dann erfuhr der Bürgermeister von der Plattform. Die Idee, "im Vorfeld auf die Wünsche aller einzugehen", habe ihn überzeugt, die vorliegende Machbarkeitsstudie soll adaptiert werden.

Minus- und Pluspunkte

Nachdem 50 Schüler, aufgeteilt in kleine Gruppen, die Plus- und Minuspunkte ihrer Schule ausfindig gemacht haben, sind Lehrer und Eltern an der Reihe. "Wir haben nur einen Kopierer, der steht im Erdgeschoß, doch die meisten Klassen sind im ersten und zweiten Stockwerk", legt eine junge Lehrerin los. An den notorischen Platzmangel - die Vorschulklasse musste bereits in den gegenüberliegenden Pfarrsaal ausgelagert werden - scheint man sich hingegen schon gewöhnt zu haben. Offene Lernformen seien in der Kasernenschule mit einem langen schmalen Gang pro Stockwerk, von dem die Klassenzimmer weggehen, kaum möglich.

Julias Mutter stört vor allem, dass es vor dem Schulhaus keinen überdachten Wartebereich gibt. Denn erst ab 7.45 Uhr dürfen die Kinder hinein, durch die viel zu kleine Eingangstür, durch den viel zu engen Flur Richtung Steinstiege. Lara hat manchmal richtig Angst, "dass ich zerdrückt werde". Viel lieber ist ihr der Turnsaal, dort "habe ich Platz", oder aber die Balancierstange im Schulgarten. Sofort hüpft sie hinauf, lacht Flo zu, der ein Foto von ihr an ihrem Lieblingsort macht. (Kerstin Scheller, DER STANDARD, 4.7.2012)