Klubvorsitzende Jahn: "Bildung wird mit vorgeschobenen Argumenten eingespart."
Unter dem Vorwand einer "gerechteren Verteilung" haben ÖVP, FPÖ und Grüne im heutigen Lenkungsausschuss die Kürzung von 56 LehrerInnen-Dienstposten beschlossen. "Ich bin enttäuscht, dass FPÖ und Grüne eine Allianz mit der ÖVP bilden, um 56 LehrerInnen in Oberösterreich einzusparen. Die Kürzungen drohen gerade in den Neuen Mittelschulen zu pädagogischen Einschränkungen zu führen", stellt SPÖ-Klubvorsitzende und Bildungssprecherin Mag. Gertraud Jahn fest. Landesrätin Hummer müsse nunmehr sicherstellen, dass das Land für Neue Mittelschulen – wie bisher – durchschnittlich 5 Stunden pro Klasse für Team-Teaching und Fördermaßnahmen zur Verfügung stellt.
Das Bildungsministerium hat ausdrücklich klargestellt, dass jene Stunden, die bislang die Hauptschulen für "leistungsdifferenzierten Unterricht" hatten, in vollem Ausmaß den Neuen Mittelschulen zur Verfügung zu stellen sind. Dennoch haben ÖVP, FPÖ und Grüne heute unter dem Vorwand einer "gerechteren Verteilung" die Kürzung dieser Stunden von durchschnittlich 5 pro Klasse auf 4,5 beschlossen. "Bislang gab es 11.092 Stunden für 2235 Klassen – in Hinkunft nur mehr 9937 für gleich viele Klassen. Dass damit auch eine Einschränkung der pädagogischen Möglichkeiten verbunden ist, muss jedem klar sein, der heute im Lenkungsausschuss dafür gestimmt hat", argumentiert Jahn. Konkret kann der Verlust bis zu 13 Wochenstunden pro Schulstufe in einer Schule ausmachen.
ÖVP, FPÖ und Grüne müssen nunmehr sicherstellen, dass ihre Kürzungen zu keiner pädagogischen Benachteiligung der Neuen Mittelschulen führen. "Wir werden genau darauf schauen, dass die Neuen Mittelschulen jene Ressourcen vom Land bekommen, die ihnen zustehen. Es darf zu keinen Einschränkungen von Team-Teaching und individuellen Förderungen durch die Einsparungen kommen. Die Bildungsreferentin muss zu ihrer Verpflichtung gegenüber dem Bildungsministerium stehen und den Neuen Mittelschulen jene fünf Wochenstunden pro Klasse geben, die ihnen auch bisher zugestanden sind – denn wer Bildung einspart, der spart Zukunft ein", warnt Jahn.
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Montag, 23. Juli 2012
Donnerstag, 19. Juli 2012
SLÖ-Appell an Grüne und Freiheitliche gegen ÖVP-Bildungskürzung zu stimmen - PA
Allianz aus SPÖ, Grün und FPÖ kann Lehrkräfte-Kürzung verhindern
Der Landesvorsitzende des Sozialdemokratischen LehrerInnenvereins (SLÖ) Franz Turek richtet angesichts des bevorstehenden Lenkungsausschusses zur Oö. Verwaltungsreform einen dringenden Appell an Grüne und Freiheitliche: "Die SPÖ hat sich bereits klar gegen die drohende Kürzung von 56 LehrerInnen-Posten ausgesprochen. Damit es gelingt, die von Landesrätin Hummer beabsichtigten Kürzungen zu verhindern, müssen aber auch Grüne und FPÖ im zuständigen Lenkungsausschuss dagegen stimmen."
Bislang sind insgesamt 11.092 Stunden für "leistungsdifferenzierten Unterricht" in 2235 Klassen zur Verfügung gestanden – nach den ÖVP-Kürzungen bleiben davon nur mehr 9.937 Stunden über. "Diese Kürzungen von mehr als tausend Wochenstunden schlagen direkt auf die Qualität des Unterrichts in Hauptschulen und Neuen Mittelschulen durch. Gerade pädagogische besonders wertvolle Bereiche wie gezielte Fördermaßnahmen und innovative Unterrichtsmodelle werden davon am stärksten betroffen sein", warnt SLÖ-Landesvorsitzender Turek. Wie groß die Aufregung an den Schulen ist, unterstreichen auch die vielen Unterstützungen der SLÖ-Unterschriftenaktion, die Ende Juni gestartet wurde.
Auch rechtlich stehen die ÖVP-Kürzungen auf tönernen Beinen: So hat das Bildungsministerium ausdrücklich klargestellt, dass jene Stunden, die bislang die Hauptschulen für "leistungsdifferenzierten Unterricht" hatten, die Neuen Mittelschulen in vollem Ausmaß für Teamteaching und individuelle Förderung bekommen müssen. "Bildungsministerin Schmied stellt für die Neuen Mittelschulen zusätzliche sechs Wochenstunden pro Klasse zur Verfügung und legt damit den Grundstein für neue Pädagogik. Wenn aber jetzt Bildungslandesrätin Hummer den Landesbeitrag von durchschnittlich 5 auf nur mehr 4,5 Stunden pro Klasse kürzt, dann untergräbt sie das Fundament der neuen Schullandschaft", schließt Turek.
Franz Turek
SLOÖ-Landesvorsitzender
Weißenwolffstraße 17a
4020 Linz
Mobil: +43 699 81266739
SLOÖ-Landesvorsitzender
Weißenwolffstraße 17a
4020 Linz
Mobil: +43 699 81266739
Mittwoch, 11. Juli 2012
Schüler reparierten die „Schönbrunn“ - OÖN
LINZ. Jugendliche des Fachbereichs Metall der Polytechnischen Schule 1 werkelten mit Eifer.
„Diese Woche hat die Schüler wirklich verändert“, sagt Gerald Blüher. Der Direktor der Polytechnischen Schule Linz Stadt 1 ist auf zwölf Jugendliche der Klasse G besonders stolz. Während des Werkstättenunterrichts im Fachbereich Metall durften die Burschen im Alter von 15 und 16 Jahren fünf Tage auf dem Dampfschiff „Schönbrunn“ arbeiten und helfen, sie für die kommenden Ausfahrten seetauglich zu machen.
„Ermöglicht hat das Alfred Grurl, ihr Werkstättenlehrer und Klassenvorstand. Bei ihm haben sich die Schüler nachher noch öfter bedankt, dass sie die Gelegenheit zu dieser Arbeit bekommen haben“, erzählt Direktor Blüher. Auf dem Schiff bohrten, schraubten und schliffen die Jugendlichen soviel sie konnten, reparierten Scharniere und die Nirosta-Deckel der Abgänge zum Motorraum. „Alle Metallarbeiten ohne Großmaschinen konnten sie machen“, sagt Blüher stolz. Zu Beginn seien beide Seiten nervös gewesen, erzählt er. „Man weiß ja nicht, wie Schüler und Mechaniker es aufnehmen, ob alle Vorschriften eingehalten werden.“ Bereits nach einem Tag war klar: Alle Sorgen waren unbegründet. „Die Schüler waren begeistert und auch die Mechaniker waren von den Schülern beeindruckt“, sagt Blüher über die Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Eisenbahngeschichte, der die „Schönbrunn“ gehört.
Fortsetzung möglich
Erfreulich ist für den Direktor nicht nur die gute Zusammenarbeit, sondern auch die Wirkung dieser Projektwoche. „Die Burschen waren danach wirklich sehr diszipliniert. Ansonsten geht es unter Metallern ja ruppiger zu.“ Nun wird über eine Fortsetzung des Projekts nachgedacht. Blüher schmiedet bereits Pläne: „Es gäbe auch für unsere Schüler aus den Fachbereichen Holz und Elektro Möglichkeiten, auf einem Schiff zu arbeiten. Die Mediendesigner könnten dann noch Folder und Werbeplakate gestalten.“
Freitag, 6. Juli 2012
Mittwoch, 4. Juli 2012
Nur das Bubenklo findet Lisa noch "grausiger" v. Kerstin Scheller in Der Standard
foto: standard/walkolbinger
Wollen das Lernumfeld aktiv mitgestalten: Nachdem die Kinder ihre Volksschule inspiziert hatten, schrieben manche auf Zettel, was ihnen im Schulhaus gefällt und was gar nicht.
154 Jahre alt ist die Volksschule in Enns. Jetzt gibt es Geld für die Sanierung. Erstmals in Österreich lässt eine Stadt Schüler, Lehrer und Eltern mitplanen
Enns - Lara stellt sich in Position. Mit dem Daumen ihrer rechten Hand zeigt sie nach unten. Den Eingangsbereich ihrer Schule mag sie absolut nicht. Flo fotografiert seine Mitschülerin. Dann will die Lehrerin von ihr wissen, warum sie sich dort so unwohl fühlt: "Da ist morgens immer so ein Gedränge." Die anderen vier Kinder, die neben Flo stehen, nicken bestätigend. Nur Lisa überlegt kurz, ob sie nicht die Stelle vor dem Bubenklo im zweiten Stock noch "grausiger" finden soll. "Da stinkt's immer so", meint die Drittklässlerin und hält sich die Nase zu.
Gemeinsam mit der Lehrerin sind die sechs Volksschüler in dem 154 Jahren alten Schulgebäude am Ennser Kirchenplatz unterwegs, um ihre ungeliebten und ihre Lieblingsorte zu erkunden und diese anschließend auf einem Plan zu markieren.
Die Schulhausexkursion ist der erste Teil eines zweitägigen Workshops zur längst überfälligen Renovierung der einstigen "Kaiser-Franz-Josef-Schule". Mit zwei Millionen Euro sei die Sanierung veranschlagt, 35 Prozent der Kosten übernehme das Land, berichtet Bürgermeister Franz Stefan Karlinger (SPÖ). Und erstmals in Österreich lässt eine Gemeinde als Schulerhalter Lehrer, Schüler und Eltern mitplanen. Der Wiener Architekt Franz Ryznar, Initiator der Plattfrom " SchulUMbau", erhielt von Karlinger den Auftrag.
Pädagogen, Architekten und Fachleute der Schulverwaltung haben die Plattform gegründet, um "Denkanstöße für einen zeit- und kindgemäßen Schulbau" zu geben. "Jeder Neu- und Umbau muss in architektonischem und pädagogischem Einklang geschehen", erklärt Ryznar. Dies bedeute, Lehrer und Schüler sollen das Lernumfeld aktiv mitgestalten.
In Enns ist zwar der Auftrag zur Sanierung bereits an einen Architekten vergeben, doch dann erfuhr der Bürgermeister von der Plattform. Die Idee, "im Vorfeld auf die Wünsche aller einzugehen", habe ihn überzeugt, die vorliegende Machbarkeitsstudie soll adaptiert werden.
Minus- und Pluspunkte
Nachdem 50 Schüler, aufgeteilt in kleine Gruppen, die Plus- und Minuspunkte ihrer Schule ausfindig gemacht haben, sind Lehrer und Eltern an der Reihe. "Wir haben nur einen Kopierer, der steht im Erdgeschoß, doch die meisten Klassen sind im ersten und zweiten Stockwerk", legt eine junge Lehrerin los. An den notorischen Platzmangel - die Vorschulklasse musste bereits in den gegenüberliegenden Pfarrsaal ausgelagert werden - scheint man sich hingegen schon gewöhnt zu haben. Offene Lernformen seien in der Kasernenschule mit einem langen schmalen Gang pro Stockwerk, von dem die Klassenzimmer weggehen, kaum möglich.
Julias Mutter stört vor allem, dass es vor dem Schulhaus keinen überdachten Wartebereich gibt. Denn erst ab 7.45 Uhr dürfen die Kinder hinein, durch die viel zu kleine Eingangstür, durch den viel zu engen Flur Richtung Steinstiege. Lara hat manchmal richtig Angst, "dass ich zerdrückt werde". Viel lieber ist ihr der Turnsaal, dort "habe ich Platz", oder aber die Balancierstange im Schulgarten. Sofort hüpft sie hinauf, lacht Flo zu, der ein Foto von ihr an ihrem Lieblingsort macht. (Kerstin Scheller, DER STANDARD, 4.7.2012)
Sparkorsett gefährdet Schulreform: Wochenstunden für Team-Teaching in Neuen Mittelschulen erhalten
SPÖ-Initiative, dringlicher Landesantrag
"Die flächendeckende Einführung der Neuen Mittelschule ist die größte österreichische Bildungsreform seit 50 Jahren. Oberösterreich ist gefordert, diese Reform im Interesse der Schülerinnen und Schüler aktiv zu fördern", betont SPÖ-Klubvorsitzende Jahn. Ein wesentliches pädagogisches Element der Neuen Mittelschule besteht darin, dass Leistungsgruppen, wie sie bisher in Hauptschulen üblich waren, durch Team-Teaching und Kleingruppenunterricht ersetzt werden.
Zur Ermöglichung von Kleingruppenunterricht und Team-Teaching in den Neuen Mittelschulen stellt das Bundesministerium für Unterricht pro Klasse sechs zusätzliche LehrerInnen-Stunden zur Verfügung. Dazu kommen die bisherigen Leistungsgruppen-Zusatzstunden aus den ehemaligen Hauptschulen.
Ohne den erforderlichen Beschluss im Lenkungsausschuss zur Verwaltungsreform, wurde nun den Schulen bereits mitgeteilt, dass die Ressourcen für "leistungsdifferenzierten Unterricht" – also Leistungsgruppen und Team-Teaching – gekürzt werden und auch die Verteilung an die Schulen wurde verändert. "Für einzelne Schulen bedeutet das, dass sie statt bisher 13 Zusatzstunden in Hinkunft gar keine aus diesem Topf bekommen. Das pädagogische Konzept der Neuen Mittelschulen wird dadurch stark untergraben", warnt Jahn. Auch in den betroffenen Hauptschulen wird die Situation äußerst schwierig, weshalb die SPÖ mit einem Dringlichkeitsantrag gegen die Kürzung der Wochenstunden vorgeht.
Mittwoch, 27. Juni 2012
Migranten verlernen ihre Erstsprache - MAGDALENA LIEDL (Die Presse)
Nur 15 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund lernen in ihrer Erstsprache lesen und schreiben. Mehrsprachigkeit müsse stärker gefördert werden, fordern Experten.
Etwa 207.000 Kinder in Österreich wachsen mit einer anderen Erstsprache als Deutsch auf. Die meisten von ihnen mit Türkisch oder Serbisch. Schulunterricht in ihrer Muttersprache erhielten im vergangenen Jahr allerdings nur 15 Prozent dieser Kinder. Das heißt: Nur ein Bruchteil von ihnen lernte lesen und schreiben in der Erstsprache.
Das Problem dabei: Viele Experten erachten die Beherrschung der Erstsprache in Wort und Schrift als Grundlage, um weitere Sprachen – hierzulande in erster Linie Deutsch – zu lernen. Diese Meinung – die in der bildungspolitischen Debatte nicht unumstritten ist – vertritt auch Sabine Schmölzer-Eibinger vom Germanistik-Institut der Universität Graz: „Ist das Fundament brüchig, ist jeder weitere Spracherwerb gefährdet“.
Angebot baut auf Freiwilligkeit
Seit dem Jahr 1992 gibt es in Österreich Lehrpläne für den sogenannten muttersprachlichen Unterricht. „Wir decken den Bedarf gut ab“, heißt es aus dem Unterrichtsministerium. Und das, obwohl die Statistik des Ministeriums zeigt, dass der Großteil der betroffenen Kinder keinen Muttersprachenunterricht bekommt.
Etwa 207.000 Kinder in Österreich wachsen mit einer anderen Erstsprache als Deutsch auf. Die meisten von ihnen mit Türkisch oder Serbisch. Schulunterricht in ihrer Muttersprache erhielten im vergangenen Jahr allerdings nur 15 Prozent dieser Kinder. Das heißt: Nur ein Bruchteil von ihnen lernte lesen und schreiben in der Erstsprache.
Das Problem dabei: Viele Experten erachten die Beherrschung der Erstsprache in Wort und Schrift als Grundlage, um weitere Sprachen – hierzulande in erster Linie Deutsch – zu lernen. Diese Meinung – die in der bildungspolitischen Debatte nicht unumstritten ist – vertritt auch Sabine Schmölzer-Eibinger vom Germanistik-Institut der Universität Graz: „Ist das Fundament brüchig, ist jeder weitere Spracherwerb gefährdet“.
Angebot baut auf Freiwilligkeit
Seit dem Jahr 1992 gibt es in Österreich Lehrpläne für den sogenannten muttersprachlichen Unterricht. „Wir decken den Bedarf gut ab“, heißt es aus dem Unterrichtsministerium. Und das, obwohl die Statistik des Ministeriums zeigt, dass der Großteil der betroffenen Kinder keinen Muttersprachenunterricht bekommt.
Aushungern der Neuen Mittelschulen geht weiter: Hummer streicht Zusatzstunden für kleinere Klassen
Klubchefin Jahn: "Stundenkürzung macht Team-Teaching unmöglich."
"SchuldirektorInnen werden die Zahl 17 hassen lernen. Denn dem jüngsten Plan von ÖVP-Bildungsreferentin Hummer zufolge werden für Klassen in Neuen Mittelschulen und Hauptschulen, die über 17 oder weniger SchülerInnen verfügen, sämtliche Zusatzstunden des Landes gestrichen. Damit wird auch das zentrale pädagogische Konzept des Team-Teachings unmöglich gemacht", kritisiert SPÖ-Klubvorsitzende Mag. Gertraud Jahn. Bislang hat eine Schule mit 34 SchülerInnen in einer Schulstufe (also zwei 17-er Klassen) zusätzliche 13 Wochenstunden für Gruppenunterricht erhalten – dieselbe Schule erhält nach dem neuen ÖVP-Plan gar keine zusätzlichen Wochenstunden mehr.
Klar ist, dass ÖVP-Landesrätin Hummer 56 LehrerInnen-Dienstposten streicht, die für Team-Teaching an den Neuen Mittelschulen dringend benötigt werden.
Zusätzlich sorgt die ÖVP durch die Neuverteilung von Wochenstunden aus dem bisherigen Kontingent für Leistungsgruppen für massive Probleme in der Praxis:
• Zum Schulbeginn 2012 werden in Oberösterreich der Großteil der Hauptschulen bereits auf Neue Mittelschulen umgestellt sein.
• In diesen Neuen Mittelschulen gibt es gar keine Leistungsgruppen.
• Hummer benützt als Vorwand für ihren Plan einen Erlass, den sie höchst zweifelhaft auslegt und der – wenn überhaupt – nur für 15 Prozent der Klassen gilt.
• Als Effekt droht ein massiver pädagogischer Schaden an den Neuen Mittelschulen.
• Die Planungssicherheit an den Schulen und das Vertrauen in den Oberösterreichischen Schulsektor wird erschüttert.
"Es war von Beginn an zwischen allen VertreterInnen im österreichischen Bildungswesen klar, dass für das pädagogische Konzept der Neuen Mittelschulen neben den sechs Bonusstunden vom Ministerium auch die bisherigen Stunden für Leistungsgruppen notwendig sind. Wenn jetzt, da die Hauptschulen flächendeckend umgestellt werden, die ÖVP diese Leistungsgruppenstunden von durchschnittlich 5 auf 4,5 reduziert und einseitig verteilt, dann kann das nur als parteipolitische Attacke auf die bei der Bevölkerung beliebten Neuen Mittelschulen gewertet werden", stellt SPÖ-Klubvorsitzende Jahn klar.
"SchuldirektorInnen werden die Zahl 17 hassen lernen. Denn dem jüngsten Plan von ÖVP-Bildungsreferentin Hummer zufolge werden für Klassen in Neuen Mittelschulen und Hauptschulen, die über 17 oder weniger SchülerInnen verfügen, sämtliche Zusatzstunden des Landes gestrichen. Damit wird auch das zentrale pädagogische Konzept des Team-Teachings unmöglich gemacht", kritisiert SPÖ-Klubvorsitzende Mag. Gertraud Jahn. Bislang hat eine Schule mit 34 SchülerInnen in einer Schulstufe (also zwei 17-er Klassen) zusätzliche 13 Wochenstunden für Gruppenunterricht erhalten – dieselbe Schule erhält nach dem neuen ÖVP-Plan gar keine zusätzlichen Wochenstunden mehr.
Klar ist, dass ÖVP-Landesrätin Hummer 56 LehrerInnen-Dienstposten streicht, die für Team-Teaching an den Neuen Mittelschulen dringend benötigt werden.
Zusätzlich sorgt die ÖVP durch die Neuverteilung von Wochenstunden aus dem bisherigen Kontingent für Leistungsgruppen für massive Probleme in der Praxis:
• Zum Schulbeginn 2012 werden in Oberösterreich der Großteil der Hauptschulen bereits auf Neue Mittelschulen umgestellt sein.
• In diesen Neuen Mittelschulen gibt es gar keine Leistungsgruppen.
• Hummer benützt als Vorwand für ihren Plan einen Erlass, den sie höchst zweifelhaft auslegt und der – wenn überhaupt – nur für 15 Prozent der Klassen gilt.
• Als Effekt droht ein massiver pädagogischer Schaden an den Neuen Mittelschulen.
• Die Planungssicherheit an den Schulen und das Vertrauen in den Oberösterreichischen Schulsektor wird erschüttert.
"Es war von Beginn an zwischen allen VertreterInnen im österreichischen Bildungswesen klar, dass für das pädagogische Konzept der Neuen Mittelschulen neben den sechs Bonusstunden vom Ministerium auch die bisherigen Stunden für Leistungsgruppen notwendig sind. Wenn jetzt, da die Hauptschulen flächendeckend umgestellt werden, die ÖVP diese Leistungsgruppenstunden von durchschnittlich 5 auf 4,5 reduziert und einseitig verteilt, dann kann das nur als parteipolitische Attacke auf die bei der Bevölkerung beliebten Neuen Mittelschulen gewertet werden", stellt SPÖ-Klubvorsitzende Jahn klar.
Dienstag, 26. Juni 2012
SLÖ verurteilt Stundenkürzungen für NMS und HS durch ÖVP/GRÜNE
Mit großer Bestürzung haben wir vom Vorhaben der Bildungslandesrätin Hummer erfahren, den Hauptschulen und Neuen Mittelschulen rund 700 LehrerInnenstunden, im Bereich Leistungsgruppen in der HS bzw. Teamteaching in den NMS, zu streichen.
Unter dem Deckmantel einer „fairen“ Neuverteilung der Leistungsgruppenressourcen (LDU) wird begonnen, jährlich 14 Dienstposten einzusparen. In Summe werden dann 56 Stellen gekürzt.
Der SchülerInnenrückgang im Herbst bewirkte bereits eine Verringerung um rund 110 Dienstposten und erschwerte den Schulen die optimale Organisation der Schulstruktur. Noch dazu leisteten und leisten die KollegInnen an 128 von 235 Hauptschulen enorme Arbeit, um die Umstellung zur Neuen Mittelschule zu sichern.
Fakt ist, das Unterrichtsministerium bezahlt auch weiterhin uneingeschränkt für jede Klasse zusätzlich 6 Stunden. Damit können die in den Schulversuchen äußerst positiv erprobten neuen Unterrichtsformen (Teamteaching, Kleingruppenunterricht, Fördergruppen) auch flächendeckend angeboten werden.
Allen Schulen wurde von den OÖ-Bildungsverantwortlichen bis vor kurzem noch versichert, dass die bisherigen Leistungsgruppenressourcen weiterhin uneingeschränkt für die neuen Lernformen zur Verfügung stehen würden.
Genau das Gegenteil machen jetzt Bildungslandesrätin Hummer und der LSR im kommenden Schuljahr. Offensichtlich soll die Umsetzungsphase von der HS zur NMS torpediert werden. Die eigenen Kürzungsmaßnahmen kaschierend, weist man dann - wie immer - die Schuld dem Bund zu.
Besonders bedauerlich ist es, die Mithilfe der GRÜNEN zu diesem Anschlag auf die Bildung im Pflichtschulbereich Oberösterreichs feststellen zu müssen.
Schwarzgrün hungert Neue Mittelschulen aus: 56 LehrerInnenstellen in Oberösterreich gestrichen
Klubchefin Jahn: "Lange Serie der ÖVP-Bildungsblockaden wird fortgeführt."
Nach dem Motto "Wenn wir die Neuen Mittelschulen nicht mehr aufhalten können, dann hungern wir sie eben aus!" streicht die ÖVP mit Einverständnis der Grünen 56 LehrerInnenstellen, die für Team-Teaching vorgesehen gewesen wären. SPÖ-Bildungssprecherin und Klubvorsitzende Mag.a Gertraud Jahn protestiert gegen diese Einschnitte: "Sogar auf Bundesebene ist der Bildungssektor von den Kürzungen ausgenommen – in Oberösterreich hingegen streichen ÖVP und Grüne eiskalt LehrerInnenstellen, die für moderne Pädagogik in den Neuen Mittelschulen dringend benötigt werden. Diese parteipolitisch motivierten Einschnitte von Landesrätin Hummer gehen einmal mehr auf Kosten der Schulkinder in unserem Land."
Konkret soll die LehrerInnen-Kürzung folgendermaßen ablaufen: Die sogenannten Leistungsgruppenstunden werden von bisher im Durchschnitt 5 auf 4,5 Stunden pro Klasse gekürzt. Das bedeutet allein im kommenden Schuljahr 2012/13 ein Minus von 700 LehrerInnen-Wochenstunden in allen ersten Klassen der Hauptschulen und Neuen Mittelschulen. Insgesamt würden dadurch im ersten Jahr sogar 33 LehrerInnen-Dienstposten wegfallen, wovon 14 echt gestrichen und 19 für "besondere Problemlagen" zurückgehalten werden. Diese Kürzungen werden dann in den Folgejahren weitergeführt, bis alle vier Schulstufen der bereits geschaffenen Neuen Mittelschulen und noch bestehenden Hauptschulen zurecht gekürzt sind. In vier Jahren – wenn die letzten Hauptschulen auf Neue Mittelschulen umgestellt werden – soll demnach das Kürzungsprogramm der ÖVP im Gesamtumfang von 56 LehrerInnenstellen abgeschlossen werden. Während SPÖ-Bildungsministerin Schmied zusätzliche 6 Wochenstunden pro Klasse für die Neuen Mittelschulen zur Verfügung stellt, streicht ÖVP-Landesrätin Hummer 56 LehrerInnen-Dienstposten.
"Wenn man weiß, dass das pädagogische Herzstück der Neuen Mittelschulen im Team-Teaching mit innerer Differenzierung liegt, dann wird klar, wie fatal sich diese Stundenkürzung auswirken kann", warnt Jahn. So sollen in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik stets zwei LehrerInnen in der Klasse sein, um alle Kinder bestmöglich fördern zu können. Die SPÖ-Klubvorsitzende appelliert daher an die ÖVP-Bildungsreferentin Hummer die handstreichartige Kürzung, für die es nicht einmal einen Beschluss im Lenkungsausschuss zur Verwaltungsreform gibt, umgehend zurückzunehmen: "Wir SozialdemokratInnen wollen, dass die SchülerInnen der Neuen Mittelschulen die gleichen Bildungschancen vorfinden, wie die Kinder im Gymnasium. Deshalb appelliere ich an die ÖVP, ihren parteipolitischen Widerstand gegen die Bildungsreform endlich aufzugeben und die Kürzung der Lehrkräfte für die Neuen Mittelschulen zurückzunehmen!"
Sonntag, 24. Juni 2012
Das forschende Klassenzimmer - von Martin Kugler (Die Presse)
Grazer Bildungs- und Schulforscher entwickeln neue Modelle, mit denen Schülern und Lehrern in der neuen schulischen Realität geholfen werden kann.
Der Ertrag eines Bausparvertrages ergibt 2340 €. Frau Maier lässt den Betrag 5 Jahre bei einer Verzinsung von 2,7% ruhen. Welchen Betrag bekommt sie nach 5 Jahren? An Textaufgaben wie dieser aus einer 8. Schulstufe werden sich viele wohl noch gut erinnern – und vielleicht auch daran, dass sie daran gescheitert sind. Und zwar nicht, weil man etwa die Mathematik dahinter nicht begriffen hätte, sondern eher deshalb, weil man mit der Sprache, mit den Fachausdrücken und deren Zusammenhang nichts anfangen konnte.
Jetzt stelle man sich vor, ein Schüler mit einer anderen Muttersprache wird auf diese Aufgabe losgelassen. Der Fünfer, den er sich vielleicht einfängt, bedeutet dann nicht unbedingt, dass er in Mathematik schlecht ist, sondern dass er möglicherweise an der Sprache gescheitert ist.
Dieses Beispiel mag simpel klingen, doch es wird in unseren Schulen immer relevanter. Laut Schulstatistik verwenden mehr als 18 Prozent aller Schüler und Schülerinnen in Österreich in ihrem Alltag neben Deutsch eine andere Sprache, an den Pflichtschulen liegt der Anteil sogar bei etwas über 23 Prozent. Zudem werden auch die Kinder nicht weniger, die in einem – wissenschaftlich ausgedrückt – „eher spracharmen Milieu“ aufwachsen.
In heutigen Schulen, so kritisiert Sabine Schmölzer-Eibinger, werde diesen Schülern zu wenig geholfen. Sie erforscht am Institut für Germanistik der Karl-Franzens-Universität Graz die Rolle, die die Sprache als Werkzeug des Lernens spielt – und zwar abseits des Sprachunterrichts im Fachunterricht. Ihr Credo: „Textkompetenz ist eine Schlüsselkompetenz des Lernens.“
Fehlt die Textkompetenz, dann könnten die Lernangebote des Unterrichts nicht immer ausreichend genutzt werden. Das gilt auf allen Ebenen: auf Textebene genauso wie auf Satz- und Wortebene. Bei der Einschulung beträgt der „produktive“ Wortschatz in der Erstsprache rund 5000 Wörter, der „rezeptive“ 15.000 Wörter. Pro Schuljahr werden in allen Fächern zusammen rund 3000 neue Wörter eingeführt, am Ende der Regelschulzeit steigt der Wortschatz auf 15.000 bzw. 60.000 Wörter. „Die Probleme von Schülern mit eingeschränkter Textkompetenz werden im Laufe der Schulzeit meist nicht kleiner, sondern im Gegenteil immer größer“, betont Schmölzer-Eibinger.
Mehr Sprachförderung. Sie plädiert für eine stärkere Verankerung der Sprachförderung in der Aus- und Weiterbildung von Lehrern – in allen Fächern. „Lehrer bräuchten begleitend ein Coaching“, so die Forscherin. Nachsatz: „In Deutschland passiert da sehr viel, in Österreich leider noch zu wenig.“ Schmölzer-Eibinger macht sich aber auch über die Sprachqualität Gedanken: Sprache soll keine Hürde, sondern vielmehr ein Werkzeug des Lernens sein. Das gilt besonders für Schulbücher. Sie hat daher kürzlich den Leitfaden „Sprache in Schulbüchern“ erstellt, mit dem Schulbuchautoren Verständnisprobleme vermeiden können.
Für die Sprachförderung gebe es zwar schon eine Reihe von Methoden – „aber noch zu wenige“. Es bestehe Forschungsbedarf, v.a. an empirischen Studien mit Bezug zur Praxis. Diese Forschungen sind eingebunden in den Schwerpunkt „Pädagogenbildung neu“ der Uni Graz. Wegen der enormen gesellschaftlichen Veränderungen in den Schulen soll dieser Schwerpunkt ausgebaut werden, macht Martin Polaschek, Vizerektor für Studium und Lehre, deutlich. „Wir wollen für Lehrer Anreize schaffen, sich wissenschaftlich zu betätigen.“
Geforscht wird für alle Altersstufen, beginnend im Kindergarten. Cornelia Wustmann, Österreichs erste Professorin für Frühkindpädagogik, stützt sich auf den Grundgedanken, dass sich Kinder durch forschende Auseinandersetzung mit der Welt bilden. Dieses „forschende Lernen“ soll in einem Projekt gemeinsam mit Schülern, Lehrern und pädagogischen Fachkräften ergründet werden – mit dem Ziel eines neuen didaktischen Verständnisses für die Ausbildung und neuer Forschungs- und Lernszenarien.
Ähnliches hat auch Agnieszka Czejkowska, Professorin für Lehrerbildung und Schulforschung, im Sinne. Sie leitet das Projekt „Facing the Differences“ – gefördert im Programm „Sparkling Science“ vom Wissenschaftsministerium –, in dem neue Unterrichtsmethoden auf ihre Tauglichkeit als Lehr-Lern-Arrangements untersucht werden. Im Fokus steht dabei die Diversität: „Es gibt in unserer von Globalisierungsprozessen gekennzeichneten Gesellschaft keine homogenen Unterrichtsgruppen oder Klassen“, sagt Czejkowska. Die Ausbildungskonzepte beruhten aber noch auf stabilen Identitäten wie Geschlecht, Nationalität und sozialer Herkunft. Geforscht wird auch hier gemeinsam mit Schülern, Lehrern und Studierenden, in drei „Research Studios“ wird eine Art „forschendes Klassenzimmer“ realisiert.
Ein Ziel ist auch die pädagogische Professionalisierung. Die Forschung ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber eine Folgerung kann Czejkowska bereits ziehen. „Globalisierung und Pluralität wirken sich eindeutig auf pädagogische Berufe aus.“ Insbesondere was das Selbstverständnis der Lehrer betrifft – und die Instrumente, derer sie sich bedienen müssen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.06.2012)
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Der Ertrag eines Bausparvertrages ergibt 2340 €. Frau Maier lässt den Betrag 5 Jahre bei einer Verzinsung von 2,7% ruhen. Welchen Betrag bekommt sie nach 5 Jahren? An Textaufgaben wie dieser aus einer 8. Schulstufe werden sich viele wohl noch gut erinnern – und vielleicht auch daran, dass sie daran gescheitert sind. Und zwar nicht, weil man etwa die Mathematik dahinter nicht begriffen hätte, sondern eher deshalb, weil man mit der Sprache, mit den Fachausdrücken und deren Zusammenhang nichts anfangen konnte.
Jetzt stelle man sich vor, ein Schüler mit einer anderen Muttersprache wird auf diese Aufgabe losgelassen. Der Fünfer, den er sich vielleicht einfängt, bedeutet dann nicht unbedingt, dass er in Mathematik schlecht ist, sondern dass er möglicherweise an der Sprache gescheitert ist.
Dieses Beispiel mag simpel klingen, doch es wird in unseren Schulen immer relevanter. Laut Schulstatistik verwenden mehr als 18 Prozent aller Schüler und Schülerinnen in Österreich in ihrem Alltag neben Deutsch eine andere Sprache, an den Pflichtschulen liegt der Anteil sogar bei etwas über 23 Prozent. Zudem werden auch die Kinder nicht weniger, die in einem – wissenschaftlich ausgedrückt – „eher spracharmen Milieu“ aufwachsen.
In heutigen Schulen, so kritisiert Sabine Schmölzer-Eibinger, werde diesen Schülern zu wenig geholfen. Sie erforscht am Institut für Germanistik der Karl-Franzens-Universität Graz die Rolle, die die Sprache als Werkzeug des Lernens spielt – und zwar abseits des Sprachunterrichts im Fachunterricht. Ihr Credo: „Textkompetenz ist eine Schlüsselkompetenz des Lernens.“
Fehlt die Textkompetenz, dann könnten die Lernangebote des Unterrichts nicht immer ausreichend genutzt werden. Das gilt auf allen Ebenen: auf Textebene genauso wie auf Satz- und Wortebene. Bei der Einschulung beträgt der „produktive“ Wortschatz in der Erstsprache rund 5000 Wörter, der „rezeptive“ 15.000 Wörter. Pro Schuljahr werden in allen Fächern zusammen rund 3000 neue Wörter eingeführt, am Ende der Regelschulzeit steigt der Wortschatz auf 15.000 bzw. 60.000 Wörter. „Die Probleme von Schülern mit eingeschränkter Textkompetenz werden im Laufe der Schulzeit meist nicht kleiner, sondern im Gegenteil immer größer“, betont Schmölzer-Eibinger.
Mehr Sprachförderung. Sie plädiert für eine stärkere Verankerung der Sprachförderung in der Aus- und Weiterbildung von Lehrern – in allen Fächern. „Lehrer bräuchten begleitend ein Coaching“, so die Forscherin. Nachsatz: „In Deutschland passiert da sehr viel, in Österreich leider noch zu wenig.“ Schmölzer-Eibinger macht sich aber auch über die Sprachqualität Gedanken: Sprache soll keine Hürde, sondern vielmehr ein Werkzeug des Lernens sein. Das gilt besonders für Schulbücher. Sie hat daher kürzlich den Leitfaden „Sprache in Schulbüchern“ erstellt, mit dem Schulbuchautoren Verständnisprobleme vermeiden können.
Für die Sprachförderung gebe es zwar schon eine Reihe von Methoden – „aber noch zu wenige“. Es bestehe Forschungsbedarf, v.a. an empirischen Studien mit Bezug zur Praxis. Diese Forschungen sind eingebunden in den Schwerpunkt „Pädagogenbildung neu“ der Uni Graz. Wegen der enormen gesellschaftlichen Veränderungen in den Schulen soll dieser Schwerpunkt ausgebaut werden, macht Martin Polaschek, Vizerektor für Studium und Lehre, deutlich. „Wir wollen für Lehrer Anreize schaffen, sich wissenschaftlich zu betätigen.“
Geforscht wird für alle Altersstufen, beginnend im Kindergarten. Cornelia Wustmann, Österreichs erste Professorin für Frühkindpädagogik, stützt sich auf den Grundgedanken, dass sich Kinder durch forschende Auseinandersetzung mit der Welt bilden. Dieses „forschende Lernen“ soll in einem Projekt gemeinsam mit Schülern, Lehrern und pädagogischen Fachkräften ergründet werden – mit dem Ziel eines neuen didaktischen Verständnisses für die Ausbildung und neuer Forschungs- und Lernszenarien.
Ähnliches hat auch Agnieszka Czejkowska, Professorin für Lehrerbildung und Schulforschung, im Sinne. Sie leitet das Projekt „Facing the Differences“ – gefördert im Programm „Sparkling Science“ vom Wissenschaftsministerium –, in dem neue Unterrichtsmethoden auf ihre Tauglichkeit als Lehr-Lern-Arrangements untersucht werden. Im Fokus steht dabei die Diversität: „Es gibt in unserer von Globalisierungsprozessen gekennzeichneten Gesellschaft keine homogenen Unterrichtsgruppen oder Klassen“, sagt Czejkowska. Die Ausbildungskonzepte beruhten aber noch auf stabilen Identitäten wie Geschlecht, Nationalität und sozialer Herkunft. Geforscht wird auch hier gemeinsam mit Schülern, Lehrern und Studierenden, in drei „Research Studios“ wird eine Art „forschendes Klassenzimmer“ realisiert.
Ein Ziel ist auch die pädagogische Professionalisierung. Die Forschung ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber eine Folgerung kann Czejkowska bereits ziehen. „Globalisierung und Pluralität wirken sich eindeutig auf pädagogische Berufe aus.“ Insbesondere was das Selbstverständnis der Lehrer betrifft – und die Instrumente, derer sie sich bedienen müssen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.06.2012)
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Freitag, 22. Juni 2012
Verkehrs-Landesrat Entholzer präsentiert Maßnahmenpaket zur Verkehrsberuhigung vor Schulen, Kindergärten und Horten
Im Verkehrsausschuss des Oö. Landtages präsentierte Landesrat Ing. Reinhold Entholzer am 21. Juni 2012 die Ergebnisse der Erhebungen zur verkehrlichen Umfeldsicherung bei Pflichtschulen, Kindergärten und Horten in Oberösterreich. "Ziel ist es, möglichst flächendeckend eine höhere Verkehrssicherheit insbesondere dort zu erreichen, wo Kinder unterwegs sind", so LR Entholzer.
Nach einer Analyse des Verkehrsressorts existieren bereits an rund drei Vierteln aller Standorte Verkehrsberuhigungsmaßnahmen. Meist handelt es sich dabei um 30 km/h Tempobeschränkungen. Aber auch Maßnahmen wie Fahrverbote, Sackgassen oder bauliche Schritte werden gesetzt. Handlungsbedarf gibt es noch bei einem Viertel der Schul- und Kindergartenstandorte. Es wurde nun seitens der Verkehrsabteilung des Landes OÖ eine Erhebung durchgeführt, um den restlichen Umsetzungsbedarf abzu-klären.
Maßnahmenpaket
Die Fachleute der Abteilung Verkehr der Oö. Landesregierung haben ein Maßnahmenpaket für die Verkehrsberuhigung bei Schulen, Kindergärten und Horten ausgearbeitet:
- Leitfaden und Umsetzungsrichtlinie für Tempo 30 auf Gemeindestraßen im Umfeld von Schulen und Kindergärten.
Dieser Leitfaden für alle Oö. Gemeinden zeigt auf, wie 30 km/h Regulierungen im eigenen Wirkungsbereich der Gemeinden möglich sind. Für den Fall, dass eine Gemeinde dies auch umsetzen möchte, stellt die Landesregierung Musterverordnungen und einen verkehrstechnischen Leitfaden zur Verfügung. Die Gemeinden haben diesen Leitfaden bereits im Februar erhalten.
- Erhebung der verkehrlichen Umfeldsicherung
Um ein vollständiges Bild der Verkehrssicherung im Schul- und Kindergartenumfeld Oberösterreichs zu erhalten, wurde noch 2011 eine Erhebung in allen Oö. Gemeinden gestartet.
Nach einer Analyse des Verkehrsressorts existieren bereits an rund drei Vierteln aller Standorte Verkehrsberuhigungsmaßnahmen. Meist handelt es sich dabei um 30 km/h Tempobeschränkungen. Aber auch Maßnahmen wie Fahrverbote, Sackgassen oder bauliche Schritte werden gesetzt. Handlungsbedarf gibt es noch bei einem Viertel der Schul- und Kindergartenstandorte. Es wurde nun seitens der Verkehrsabteilung des Landes OÖ eine Erhebung durchgeführt, um den restlichen Umsetzungsbedarf abzu-klären.
Maßnahmenpaket
Die Fachleute der Abteilung Verkehr der Oö. Landesregierung haben ein Maßnahmenpaket für die Verkehrsberuhigung bei Schulen, Kindergärten und Horten ausgearbeitet:
- Leitfaden und Umsetzungsrichtlinie für Tempo 30 auf Gemeindestraßen im Umfeld von Schulen und Kindergärten.
Dieser Leitfaden für alle Oö. Gemeinden zeigt auf, wie 30 km/h Regulierungen im eigenen Wirkungsbereich der Gemeinden möglich sind. Für den Fall, dass eine Gemeinde dies auch umsetzen möchte, stellt die Landesregierung Musterverordnungen und einen verkehrstechnischen Leitfaden zur Verfügung. Die Gemeinden haben diesen Leitfaden bereits im Februar erhalten.
- Erhebung der verkehrlichen Umfeldsicherung
Um ein vollständiges Bild der Verkehrssicherung im Schul- und Kindergartenumfeld Oberösterreichs zu erhalten, wurde noch 2011 eine Erhebung in allen Oö. Gemeinden gestartet.
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