SPÖ-Initiative, dringlicher Landesantrag
"Die flächendeckende Einführung der Neuen Mittelschule ist die größte österreichische Bildungsreform seit 50 Jahren. Oberösterreich ist gefordert, diese Reform im Interesse der Schülerinnen und Schüler aktiv zu fördern", betont SPÖ-Klubvorsitzende Jahn. Ein wesentliches pädagogisches Element der Neuen Mittelschule besteht darin, dass Leistungsgruppen, wie sie bisher in Hauptschulen üblich waren, durch Team-Teaching und Kleingruppenunterricht ersetzt werden.
Zur Ermöglichung von Kleingruppenunterricht und Team-Teaching in den Neuen Mittelschulen stellt das Bundesministerium für Unterricht pro Klasse sechs zusätzliche LehrerInnen-Stunden zur Verfügung. Dazu kommen die bisherigen Leistungsgruppen-Zusatzstunden aus den ehemaligen Hauptschulen.
Ohne den erforderlichen Beschluss im Lenkungsausschuss zur Verwaltungsreform, wurde nun den Schulen bereits mitgeteilt, dass die Ressourcen für "leistungsdifferenzierten Unterricht" – also Leistungsgruppen und Team-Teaching – gekürzt werden und auch die Verteilung an die Schulen wurde verändert. "Für einzelne Schulen bedeutet das, dass sie statt bisher 13 Zusatzstunden in Hinkunft gar keine aus diesem Topf bekommen. Das pädagogische Konzept der Neuen Mittelschulen wird dadurch stark untergraben", warnt Jahn. Auch in den betroffenen Hauptschulen wird die Situation äußerst schwierig, weshalb die SPÖ mit einem Dringlichkeitsantrag gegen die Kürzung der Wochenstunden vorgeht.
So bauen etwa schulische Schwerpunktsetzungen auf bestehenden Ressourcenplänen auf. Sollten Ressourcen nunmehr nach anderen Kriterien verteilt werden, dann können dadurch beabsichtigte Schwerpunktsetzungen gefährdet werden. Besonders drastisch würden sich etwa neue Regeln auswirken, bei welchen der Wegfall einzelner SchülerInnen – etwa durch Umzug – zum Verlust ganzer Stundenkontingente führen würde. Bei jenen Eltern und SchülerInnen, die sich bewusst aufgrund dieser Schwerpunktsetzung für die konkrete Schule entschieden haben könnte das zu berechtigter Enttäuschung führen.
Auch in Zeiten der großen Finanzkrise und des hohen öffentlichen Budgetdrucks hat sich die österreichische Bundesregierung darauf verständigt, dass es im Bildungsbereich keine Einsparungen geben wird und die große Bildungsreform konsequent weitergeführt wird. Oberösterreich ist daher gefordert, die größte österreichische Bildungsreform seit 50 Jahren wirksam zu unterstützen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen