US-Forscher haben festgestellt: An Eliteschulen lernt man nicht mehr als an normalen Schulen. Kluge Kinder bringen die gleichen Leistungen, egal welche Schule sie besuchen.
Wien/Beba. Fast überall träumen Eltern davon, Sohn oder Tochter auf die besten Schulen zu schicken. Allerdings sollte man sich nicht täuschen lassen. Denn US-Forscher haben nun festgestellt: An Eliteschulen lernt man nicht mehr als an normalen Schulen. Kluge Kinder bringen die gleichen Leistungen, egal welche Schule sie besuchen.
Ein Forscherteam der US-Unis MIT und Duke hat sechs sogenannte „Exam Schools“ in New York und Boston untersucht – staatliche Schulen, die ihre Schüler in einem strengen Auswahlverfahren aussuchen. Die Plätze sind heiß begehrt. Auf den ersten Blick verständlich, schreiben die Forscher. „Es ist klar, warum viele Eltern davon träumen, ihre Kinder an einer solchen Schule unterzubringen: Die Eliteschüler sind den Schülern an staatlichen Schulen weit voraus, egal, welche Indikatoren man heranzieht.“
Kaum Leistungsunterschied
Doch welchen Anteil hat die Schule tatsächlich an der Leistung ihrer Schüler? Um das herauszufinden, haben die Forscher die Leistungen zweier Schülergruppen mit ähnlichen Voraussetzungen verglichen: Solcher, die gerade noch an der Eliteschule angenommen wurden und solcher, die es knapp nicht geschafft haben. Das Ergebnis: Die Leistungen unterschieden sich so gut wie gar nicht – mit einer Ausnahme: Angehörige ethnischer Minderheiten hatten an einer „Exam School“ bessere Ergebnisse in Englisch.
Insgesamt stellen die Forscher aber fest: „Obwohl Schüler an Eliteschulen mit leistungsstärkeren Mitschülern und nach einem anspruchsvolleren Lehrplan lernen, schneiden sie bei einer Reihe von Tests nicht besser ab.“ In anderen Worten: Dass die „Exam Schools“ durchwegs so viel bessere Leistungen bringen als andere Schulen liege daran, dass sie sich die besten Schüler aussuchen – und nicht daran, dass sie ihnen mehr beibringen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.08.2011)
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