Freitag, 13. April 2012

Porno und Bekanntschaften: Eltern unterschätzen Risiken im Internet (DiePresse.com)

Vor allem was sexuelle Inhalte und Treffen mit Online-Bekanntschaften angeht, seien Eltern oft blauäugig, so die Studie "EU Kids Online".
Eltern in Österreich unterschätzen die Gefahren, die im Internet auf ihre Kinder lauern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Forschungsverbundes EU Kids Online, für die mehr als 25.000 Kinder in Europa im Alter von neun bis 16 Jahren sowie je ein Elternteil im Vorjahr befragt worden sind. Österreich nimmt im Vergleich mit anderen EU-Ländern tendenziell einen Sonderstatus ein: Bei geringerer Internetnutzung begegnen Kinder dennoch vielen Risiken, heißt es in dem Bericht.

Die europäischen Experten kommen zu dem Fazit: Österreichische Eltern unterschätzen die Online-Risiken ihrer Kinder, vor allem was das Betrachten von sexuellen Darstellungen, das Erhalten von Nachrichten mit sexuellen Inhalten und das Treffen mit Online-Bekanntschaften angeht.

Pornografische Inhalte im Netz

Auf die Frage, ob sie in den vergangenen zwölf Monaten Bilder mit sexuellen oder pornografischen Inhalten im Internet gesehen haben, antworteten 17 Prozent der österreichischen Kinder mit "Ja". Von den Eltern dachten hingegen nur sechs Prozent, dass ihr Kind bereits solche Bilder im Netz gesehen hat.

Im Vergleich zu deutschen Kindern sind österreichische Heranwachsende viel öfter mit Bildern mit sexuellen Inhalten konfrontiert. 28 Prozent berichteten, im vergangenen Jahr in irgendwelchen Medien pornografische Darstellungen gesehen zu haben, in Deutschland taten das nur zehn Prozent.

Kontakt mit Fremden online

Nahezu jedes zweite Kind (45 Prozent) hatte in Österreich bereits mit Fremden online Kontakt, 16 Prozent haben schon Personen, die sie über das Internet kennengelernt haben, off line getroffen (im europäischen Schnitt trifft das lediglich auf neun Prozent der Befragten zu). Von den Eltern hat hingegen nicht einmal die Hälfte (sieben Prozent) angenommen, dass ihr Nachwuchs schon Online-Bekanntschaften im realen Leben getroffen hat.

Von Mobbing - online und off line - erzählten 28 Prozent der österreichischen Kinder, im europäischen Schnitt sind es lediglich 19 Prozent. Von Online-Mobbing sind hierzulande sieben Prozent der Mädchen und Buben betroffen, von den Eltern gehen nur vier Prozent davon aus, dass ihr Kind bereits online gemobbt wurde.

Eltern zuweilen blauäugig

Dass Mütter und Väter in Österreich Online-Risiken unterschätzen führt die Leiterin des österreichischen EU Kids Online-Teams, Ingrid Paus-Hasebrink von der Universität Salzburg, auf einen nur schwach ausgeprägten Diskurs über Medien, insbesondere über das Internet und die mit dem Internet verbundenen Risiken in Österreich zurück.

"Österreichische Eltern reagieren zuweilen recht blauäugig auf die Risiken, denen ihre Kinder begegnen - anders als deutsche Eltern; diese zeigen sich dagegen deutlich stärker besorgt. In Deutschland wird auf allen Ebenen, etwa der Politik, ein stärkerer Diskurs zu Medien geführt".

Unterrichtsbeginn um 9 Uhr: Keine seriösen Studien (DiePresse.com)

Die Tagesmüdigkeit dürfte weniger von der Aufstehzeit als von der Schlafdauer abhängig sein, heißt es von der Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde.
In der laufenden Diskussion um einen späteren Unterrichtsbeginn in den österreichischen Schulen haben sich am Donnerstag die Österreichischen Kinderärzte zu Wort gemeldet: Aufgrund fehlender seriöser Studien könne aus kinder- und schlafmedizinischer Sicht keine seriöse Empfehlung einer generellen Verschiebung des Unterrichtsbeginns nach hinten gegeben werden, so Reinhold Kerbl, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) in Graz.
"Ein späterer Schulbeginn kann seriös nach der derzeitigen Datenlage nicht generell empfohlen werden, denn für eine Empfehlung fehlen umfangreiche, europaweite Studien, vor allem an Kindern im Volksschulalter, die auch kulturelle und sozioökonomische Unterschiede berücksichtigen", so Kerbl in der Mitteilung. Der am LKH Leoben tätige Pädiater steht auch der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung als Präsident vor. Um die Frage für die "beste" Unterrichtsbeginnzeit für österreichische Verhältnisse wissenschaftlich fundiert zu beantworten, seien "umfassende Feldstudien" in Zusammenarbeit mit ausgewählten Schulen und öffentlichen Institutionen durchzuführen, so Kerbl.
Aus Kerbls Sicht gibt es mehrere Ursachen, warum viele Schüler mitunter über Tagesmüdigkeit klagen oder Schwierigkeiten haben, in der Früh aufzustehen: Eine im Jahr 2001 an Wiener Kindern im Alter zwischen 11 und 15 Jahren zur Häufigkeit von Schlafstörungen habe beispielsweise ergeben, dass die Tagesmüdigkeit weniger von der Aufstehzeit als von der davor liegenden Schlafdauer abhänge. Daraus ergebe sich, dass eine frühere Zubettgehzeit den gleichen Effekt wie ein späteres Aufstehen habe.

Dienstag, 10. April 2012

PH - OÖ > Dekretsverleihung künftige Vizerektorate


Frau Bundesministerin Claudia Schmied verlieh am 09.03.2012 die Dekrete für die künftigen Vizerektorate. Frau Soukup-Altrichter bekam das Dekret für das Vizerektorat „Forschung und Lehre". Herr Josef Oberneder bekam das Dekret für das Vizerektorat „Hochschulmanagement und Schulentwicklung".
Die Funktionsperiode der neu besetzten Vizerektorate beginnt am 01.10.2012.
Von links: SC Kurt Nekula, Rektorin Ulrike Greiner, Katharina Soukup-Altrichter, Josef Oberneder, BM Claudia Schmied © Photostudio Haslinger

Einladung zum Bildungstalk mit der Gehirnforscherin: Dr. Manuela Macedonia


Der SLOÖ lädt im Rahmen seiner pädagogischen Vortragsreihe (in Kooperation mit dem SchEz)
 „Aktuelles aus der Gehirnforschung“ ein:

„Was macht das Gehirn den ganzen Tag?“

Es lernt (Fremd)Sprache!
Welche faszinierenden Mechanismen im Gehirn ermöglichen Kindern ihre Muttersprache bzw. eine oder mehrere Fremdsprachen zu erlernen? Wie gestalten sich die Lernprozesse und kann man auf sie Einfluss nehmen? In diesem Vortrag finden Sie Antworten auf viele Fragen zum Thema (Fremd)Sprache und Gehirn und erfahren, wie man junge Menschen auf dem Weg zu Sprachen gekonnt begleiten und fördern kann.

Zu ihren Neuerscheinungen zählen die Bücher „Gehirn und Gedächtnis“, „Neurodidaktik der Fremdsprachen“ und „Italienisch für Gourmets“. Ihre zuletzt  veröffentlichte Studie „Fremdsprachen lernen mit Gesten“ geht gerade um die Welt und wird in den renommiertesten Fachzeitschriften behandelt. In der englischsprachigen Zeitschrift „New Scientist“ erschien Ende des Jahres ein Interview mit Frau Dr.in Macedonia. Der Spiegel hat soeben einen Kurzbeitrag dazu gebracht.

·      Vortrag am 16.4.2012
Linz, Altes Rathaus, 19.00 bis 21.00 Uhr

Für Sitzplatzreservierung ist eine Anmeldung unbedingt notwendig! Email: sekretariat@schez.at, Telefon: 0732/603140

Mittwoch, 28. März 2012

Mauthausen-Außenlager-Begleitungen


Kostenloses Angebot für LehrerInnen und AusbildnerInnen.

Das KZ Mauthausen war nicht nur an einem Ort in Oberösterreich – das KZ Mauthausen war mit seinen Außenlagern in nahezu ganz Österreich präsent. Das Mauthausen-System umfasste neben dem Hauptlager ca. 50 Außenlager in nahezu allen Bundesländern Österreichs. An vielen Orten ehemaliger Außenlager kümmern sich lokale Initiativen in Zusammenarbeit mit dem Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) um die regionale Aufarbeitung der NS-Vergangenheit und um die örtliche Gedenkarbeit.

Das Mauthausen Komitee Österreich hat im vergangenen Jahr 25 neue Guides ausgebildet und zertifiziert, die Gruppen an Orten ehemaliger Außenlager des Konzentrationslager Mauthausen begleiten sowie diese auf den Gedenkstättenbesuch in Form von Workshops vorbereiten und auch nachbereiten.

Da es dieses Angebot erstmals in Österreich für Jugendgruppen gibt, bietet das Mauthausen Komitee LehrerInnen und AusbildnerInnen eine Mauthausen-Außenlager-Begleitung zum Kennenlernen an. Für Ihre Mauthausen-Außenlager-Begleitung zum Kennenlernen des Angebots, können Sie entweder ein komplettes Besuchsmodul oder ein oder zwei Außenlager aus den Modulen auswählen:
• Wiener Neudorf, Hinterbrühl, Hirtenberg    
• Melk              
• Redl-Zipf, Lenzing, Vöcklabruck
• Gusen I, Gusen II, Gusen III                                  
• Ternberg, Großraming, Dipoldsau
• St. Valentin, Steyr                                       
• Peggau, Wagna/Leibnitz
• St. Lambrecht, Schloss Lind, Bretstein        
• Loibl-Nord, Loibl-Süd

Bei der Konzipierung wurde darauf geachtet, dass sowohl die Sichtbarkeit von Relikten als auch die Kombination mehrerer ehemaliger Außenlager gegeben ist. Mehr Informationen dazu finden Sie unter http://www.mauthausen-guides.at/besuchsmodule. Wenn Sie sich mit Ihren KollegInnen zu einer Mauthausen-Außenlager-Begleitung entschließen, melden Sie ihre Wunschtermine unter http://www.mauthausen-guides.at/anmeldung-begleitung-aussenlager an.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Mauthausen Komitee Österreich, Christa Bauer – Projektkoordinatorin: bauer@mkoe.at /0650/2117085

Montag, 19. März 2012

Lehrer-Dienstrecht: Schmied will Klausur vor dem Sommer - derStandard.at

Fekter will unbezahlte Mehrarbeit der Lehrer - Schmied: "Das ist zu eng gegriffen" - Gewerkschafter bremsen

Wien - Nachdem die Bundesregierung in der Vorwoche mit Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) ihr Team für die geplanten Verhandlungen für ein neues Lehrerdienst- und Besoldungsrecht nominiert hat, sprach sich Schmied am Montag für eine Klausur mit Dienstgeber- und Dienstnehmervertretern noch vor dem Sommer aus. Dort sollte dann "ausgelotet werden, geht's oder geht's nicht", so Schmied im Ö1-Morgenjournal.

"Entschlossenheit der gesamten Regierung"


Schmied ortet derzeit "die Entschlossenheit der gesamten Regierung". Es brauche sozialpartnerschaftliche Verhandlungen, die innerhalb der Regierung gut vorbereitet und abgestimmt sein müssten. Entscheidend dabei sei, "dass jeder der am Tisch sitzt, das innere Taferl umhat: 'Ich will'", so die Ministerin.

Bedeckt hält sich Schmied bei der Frage nach den Eckpunkten, auf die man sich koalitionsintern geeinigt habe. Es gehe darum, den Beruf des Pädagogen attraktiv zu gestalten und das Dienst und Besoldungsrecht "gänzlich neu zu schreiben".

Unbezahlte Mehrarbeit

Ob das unbezahlten Mehrarbeit für neueintretende Lehrer bedeutet - Fekter hatte von sechs Stunden mehr Unterricht, davon aber nur vier Stunden bezahlt gesprochen - wollte Schmied nicht kommentieren. Ihr ist das "viel zu eng gegriffen. Wir denken immer noch ein Lehrer, eine Klasse, ein Fach, 50 Minuten." Tatsächlich müsse man zu einer erweiterten Arbeitsplatzbeschreibung kommen, der Direktor müsse die Möglichkeit haben, den Personaleinsatz am Standort zu planen, notwendig seien "viel mehr Flexibilität und Spielräume".

Gewerkschafter bremsen

Die Lehrergewerkschafter haben im Morgenjournal die Forderungen nach Mehrarbeit abgelehnt. "Wenn man zusätzliche Leistungen haben will, dann wird man diese bezahlen müssen", so Peter Kimberger von der Pflichtschullehrergewerkschaft. Auch Eckehard Quin, Gewerkschafter für die AHS, bremst. Zu den geplanten Verhandlungen bis zum Sommer sagte er: "Mit fehlt da die Jahreszahl. Vorm Sommer ist es sicher fertig, fragt sich nur, vor welchem". (APA/red, derStandard.at, 19.3.2012)

Dienstag, 13. März 2012

Lehrerdienstrecht: Ministerinnen sollen verhandeln >> DiePresse.com

Das neue Lehrerdienstrecht soll bis zum Sommer von den Ministerinnen Heinisch-Hosek, Schmied und Fekter ausverhandelt werden. Das gab Bundeskanzler Faymann heute bekannt.
Die Bundesregierung steigt nun auf Ministerebene in die Verhandlungen für ein neues Lehrerdienst- und Besoldungsrecht ein. Geführt werden sie von den SPÖ-Ministerinnen Gabriele Heinisch-Hosek (Beamte) und Claudia Schmied (Bildung) sowie von Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP), gab Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) am Dienstag nach dem Ministerrat bekannt. Ziel sei es, bis zum Sommer fertig zu werden.
Der Bundeskanzler betonte das gemeinsame Vorgehen von SPÖ und ÖVP. Man habe ein starkes Team für die Verhandlungen mit der Gewerkschaft nominiert, und "wir stehen voll dahinter". Dies zeige, "dass wir in der Schulreform auch diesen harten Punkt, an dem wir ja schon einmal ganz schön gekiefelt haben, mit vollem Einsatz vorantreiben wollen".
Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) erklärte den Unterschied zum Jahr 2009, als Unterrichtsministerin Schmied mit dem Vorschlag von zwei zusätzlichen Unterrichtsstunden nicht nur bei Lehrervertretern, sondern auch beim damaligen Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) abgeblitzt war. Diesmal gehe um neue Dienstzeiten nur für neueintretende Lehrer. Dass diesen mehr Unterrichtsstunden blühen werden, bestätigte er: "Ja, darum geht's."
(APA)

Montag, 12. März 2012

SchEz/ SLOÖ - Symposium 2012 - Brain Days 19. - 20. Oktober 2012 in Linz

Denken, Lernen und Fühlen aus Sicht der Gehirnforschung.
www.das-gehirn.com

Tagungsprogramm:

Freitag, 19. Oktober 2012

14:00 >> Begrüßung und Eröffnung
14:15 >> Einheit 1 / Manuela Macedonia: Gehirn für Laien: Das Märchen von der rechten und der linken Gehirnhälfte: Eine berichtigte Einführung in das Gehirn und seine Funktionen
15:45 >> Kaffeepause
16:15 >> Einheit 2 / Manuela Macedonia: Gehirn für PädagogInnen/Bildungsinteressierte
17:45 >> Kaffeepause
18:15 >> Parallele Workshops
Einheit 3.1 / Stefanie Höhl: Spiegelneuronen: Das Tor zum Lernen
Einheit 3.2 / Philipp Kanske: ADHS: Was ist das?
Einheit 3.3 / Tom Fritz: Musik im Gehirn
19:00 >> Parallele Workshops
Einheit 4.1 / Philipp Kanske: Drogen im Jugendalter und ihr Einfluss auf   das Gehirn
Einheit 4.2 / Stefanie Höhl: Der lange Weg zum ersten Satz: Sprachentwicklung in den ersten Lebensjahren
Einheit 4.3 / Tom Fritz: Was ist Kreativität?

 Samstag, 20. Oktober 2012


09:00 >> Einheit 5 / Manuela Macedonia: Mechanismen des Lernens und Vergessens
10:30 >> Kaffeepause
11:30 >> Einheit 6 / Stefanie Höhl: Die Rolle der Emotionen beim Lernen
12:30 >> Mittagspause
13:30 >> Einheit 7 / Manuela Macedonia: Sprachentwicklungsstörungen (Legasthenie und Dyslexie): Ursachen und mögliche Interventionen
15:00 >> Schlusswort des Veranstalters/Kaffeepause

zur Anmeldung >> http://www.schez.at


Sonntag, 11. März 2012

INKLUSION - AKTION MENSCH

Mohr im Hemd? "Ich denke, wir haben größere Probleme" "Krone"-Interview

Foto: Markus Wenzel

Sie ist die erste und einzige Afrikanerin, die es an die Spitze einer SPÖ- Organisation geschafft hat: Beverley Allen- Stingeder, Mühlviertlerin aus Sierra Leone. Wie es ihr im "Mohr im Hemd"- Land Österreich geht, erzählt sie messerscharf und mit Humor im Interview mit Conny Bischofberger.

Zum Weltfrauentag 2012 hat die SPÖ- Ortsgruppe Puchenau bei Linz eine Weltfrau zu ihrer Chefin gewählt: Beverley Allen- Stingeder ist gebürtige Westafrikanerin, Migrantin, Feministin und Österreichs erste Schwarze bei den Roten. "Seit Donnerstag steh' ich an den Kreuzungen, um auf die Einkommensunterschiede zwischen Mann und Frau aufmerksam zu machen", erzählt sie und macht sich auch gleich für die Frauenquote stark. Diesen Sonntag feiert die frischgebackene Ortspartei- Chefin mit 400 Frauen eine Matinee.

Während sie Fragen zu Integration, Rassismus und dem grausamen Bürgerkrieg in ihrer Heimat beantwortet – und zwar in original oberösterreichischem Dialekt – halten ihre beiden Töchter (10 und 12) die zwei Großen Schweizer Sennenhunde "Jacky" und "Charly" im Zaum.

"Krone": Frau Allen- Stingeder, hat Werner Faymann Ihnen schon gratuliert?
Beverley Allen- Stingeder: Nein (lacht). Vielleicht, wenn er die "Krone" liest.

"Krone": Oberösterreichs SPÖ- Obmann Josef Ackerl?
Allen- Stingeder: Auch nicht. Dafür war Barbara Prammer bei meiner Wahl dabei.

"Krone": Wie kommt denn eine Schwarze überhaupt zu den Roten?
Allen- Stingeder: Wie jede Frau, die Karriere macht: durch ihre Leistungen! Ich bin seit 1997 bei der SPÖ, war erst bei der Jungen Generation und vier Jahre im Gemeinderat von Gramastetten. Seit 2009 engagiere ich mich bei der SPÖ Puchenau.

"Krone": Ist Migration im Mühlviertel ein Thema?
Allen- Stingeder: Sicher kein so präsentes Thema wie in den Großstädten. Hier glauben die Leute, wenn ich als Afrikanerin einem Afrikaner begegne, dann muss ich ihn zwangsläufig kennen. Das ist aber weder hier so noch in Wien.

"Krone": Wie begegnen Ihnen die Menschen am Land?
Allen- Stingeder: Offen, wenn sie merken, dass ich die Sprache beherrsche. Für die älteren Leute in Pasching bin ich noch immer das Haidinger- Dirndl – der Mann meiner Mutter hieß Franz Haidinger. Er hat als Tankwart geschichtelt und jeden Abend mit mir Deutsch gelernt, als ich mit knapp elf Jahren nach Oberösterreich gekommen bin.

"Krone": Sind Sie für verpflichtende Deutschkurse für Migranten?
Allen- Stingeder: Jeder, der hier lebt, soll Deutsch können. Nur dann kommt man vorwärts. Das ist mein Appell an die Jugend. Appelle sind stärker als Zwangsmaßnahmen.

Dienstag, 6. März 2012

Bildungs-Volksbegehren: Ausschuss diskutiert über Frühkindpädagogik

Nach seiner Konstituierung im Februar nahm heute der Besondere Ausschuss zur Vorberatung des Volksbegehrens Bildungsinitiative seine Beratungen wieder auf. Im ersten Teil des Ausschusses wurde eine Generaldebatte durchgeführt, in der sowohl die Abgeordneten, als auch die VertreterInnen des Volksbegehrens sowie die von den Fraktionen entsandten ExpertInnen grundsätzliche Statements abgaben. Der zweite Teil widmete sich dann dem Thema "Vorschulische Einrichtungen – Frühpädagogik". Ausschussvorsitzender Elmar Mayer (S) informierte darüber, dass der Ausschuss zu weiteren Beratungen am 16. April und am 7. Mai 2012 zusammentreten wird, wobei die Themen "Schwerpunkte in den Bereichen Pädagogik und Bildung" bzw. "PädagogInnenausbildung" und "Universitäten, Erwachsenenbildung" im Mittelpunkt stehen werden.

Hannes Androsch: "Die Schulen sind Treibhäuser der Zukunft"

Der Bevollmächtigte des Volksbegehrens, Hannes Androsch, bedankte sich eingangs für die Einladung in den Ausschuss, weil damit die Gelegenheit bestehe, die Anliegen der insgesamt 383.724 UnterstützerInnen des Volksbegehrens ausführlich zu diskutieren und weil dadurch auch der Respekt vor direktdemokratischen, überparteilichen Initiativen zum Ausdruck komme.

Schon die erste Lesung im Hohen Haus habe den breiten Konsens bei allen Parlamentsparteien über die Bedeutung der Bildung und Ausbildung für jeden jungen Menschen erkennen lassen, sagte er. Aus diesem Grund erhoffe er sich auch, dass den Diskussionen konkrete Ergebnisse folgen, damit die derzeit herrschende Resignation bei den Menschen bezüglich ihrer Einflussmöglichkeiten auf die Politik überwunden wird. Auch wenn im österreichischen Bildungssystem sicherlich nicht alles schlecht sei, so belegten doch zahlreiche Untersuchungen und Studien, dass Reformen dringend notwendig sind, betonte Androsch. Es sei besonders bedeutsam, den Veränderungen in der Gesellschaft und Wirtschaft Rechnung zu tragen sowie die Erkenntnisse und Erfahrungen der Neurowissenschaften, der kognitiven Psychologie, der Erziehungswissenschaften, der Entwicklungspsychologie etc. in die Praxis umzusetzen.

Im Zentrum aller Überlegungen müsse stehen, dass jeder junge Mensch, egal welcher Herkunft, die gleichen Chancen erhält, um ein erfolgreiches, selbstbestimmtes Leben zu führen. Gleichzeitig müsse anerkannt werden, dass es sich beim Lehrerberuf um einen der wichtigsten und schwierigsten handle und dass daher die besten Rahmenbedingungen für die PädägogInnen geschaffen werden müssen. Insgesamt bedürfe es einer nationalen Kraftanstrengung, die eine Überwindung der Partikularinteressen impliziert, um ein zeitgemäßes Bildungssystem zu entwickeln, das jeden internationalen Vergleich bestehen könne.

ParteienvertreterInnen anerkennen Reformbedarf im Bildungssektor

Sodann stellten die VertreterInnen aller fünf Parlamentsparteien in kurzen Wortmeldungen ihre Positionen dar, wobei sie einheitlich den InitiatorInnen des Volksbegehrens für deren Engagement in Sachen Bildung dankten. Durch die Behandlung der zwölf Punkte des Volksbegehrens in einem eigenen Ausschuss wolle man zum Ausdruck bringen, dass die Anliegen der BürgerInnen sehr ernst genommen werden, unterstrich ausdrücklich Ausschussvorsitzender Elmar Mayer (S). 

Montag, 5. März 2012

"Kindergärtnerinnen sind gierig nach Informationen" von Theresa Aigner (DiePresse.com)

Frühkindpädagogik war im Rahmen des Bildungsvolksbegehrens Thema im Parlament. Expertin Manuela Macedonia kritisiert, dass die Qualität der Ausbildung bisher vernachlässigt wurde.
Manuela Macedonia vom Max-Planck-Institut für Neuro- und Kognitionswissenschaften war am Donnerstag als Expertin zum Sonderausschuss zum Bildungsvolksbegehren im Parlament geladen. Im Interview mit DiePresse.com erklärt sie was ihre Beweggründe dafür sind, warum die frühe Pädagogik nicht einfach mitlaufen kann und warum sich die Pädagogik insgesamt den Neurowissenschaften stärker öffnen muss.
Wurde der Bereich der frühkindlichen Pädagogik in Österreich bisher vernachlässigt?
Manuela Macedonia: Ja, das wurde er. Aber das ist kein österreichisches Phänomen, vielerorts denkt man - salopp ausgedrückt - die Frühpädagogik läuft einfach so mit. In diesen jungen Jahren befinden sich Kinder in ganz sensiblen Lebens- und Lernphasen. Eine äußerst professionelle Begleitung ist für ihre Entwicklung maßgeblich: Sie kann Talente fördern und Schwächen ausmerzen und somit die Weichen für ein Leben stellen. Eine Metapher die das veranschaulicht: Bei einem Computer haben Sie die Software und die Hardware, die Hardware bleibt immer gleich. Beim Menschen ist es so, dass wenn man einem jungen Gehirn eine sehr gute Software einbaut, verbessert sich auch die Hardware, sie wird leistungsfähiger. Das heißt frühkindliche Pädagogik ist extrem wichtig, um die optimale Gehirnentwicklung zu gewährleisten. Und das wird leider zu wenig berücksichtigt.
Welche Forderungen leiten Sie daraus ab?
Ich bin keine Politikerin, aber ich stelle mir das so vor, dass Kinder sehr bald die Möglichkeit haben sollten, in eine Bildungseinrichtung zu kommen.