Donnerstag, 28. Februar 2013

Sozialindex für Schulen auf dem Vormarsch:SPÖ tritt für Modellregion in Oberösterreich ein.


SPÖ-Klubvorsitzende Mag.a Gertraud Jahn: "Vorrang für Chancengerechtigkeit."
ExpertInnen sind sich einig, dass Schulen mit schwierigeren Rahmenbedingungen
mehr Lehrkräfte brauchen, um ihrem Bildungsauftrag nachkommen zu können. Auch
das Bildungsministerium, die Armutskonferenz und politische Vertreter aus Wien haben
sich bereits positiv dazu geäußert. "Deshalb bringen wir jetzt einen Initiativantrag
für die Errichtung einer Modellregion in Oberösterreich ein, bevor andere Bundesländer
uns zuvorkommen. Das große Ziel des Sozialindex ist es, dass auch Schulkinder
mit schwierigeren Rahmenbedingungen einen guten Schulabschluss erreichen und so
gerechte Chancen am Arbeitsmarkt vorfinden", argumentiert SPÖ-Klubvorsitzende
Mag.a Gertraud Jahn.
Die BildungsverliererInnen von heute sind die Arbeitslosen von morgen. "Prävention gegen
Arbeitslosigkeit muss daher im Bildungssektor ansetzen. Die Linzer Professoren Altrichter
und Bacher haben dazu ein zukunftsweisendes Modell erarbeitet, das wir im Vorjahr im Oö.
Landtag bereits diskutiert haben. Dabei geht es darum, dass Ressourcen im Bildungssystem
dort verstärkt eingesetzt werden müssen, wo sie am dringendsten benötigt werden", so Jahn.
Die Linzer Professoren haben in ihrer Studie herausgearbeitet, dass die soziale Herkunft
sowie der Migrationshintergrund zentrale Ungleichheitskriterien im Bildungssystem darstellen.
Auch die Schulbildung der Eltern ist ein wesentlicher Faktor.
Oberösterreich wäre aufgrund seiner Siedlungsstruktur mit mehreren urbanen Zentren sowie
ländlichen Regionen optimal als Modellregion geeignet. "Deshalb ersuchen wir mit unserem
Initiativantrag die Bildungslandesrätin für die Erarbeitung einer Modellregion in Oberösterreich
in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium. Es gibt zahlreiche Indizien, dass sich
auch andere Bundesländer für eine solche Modellregion interessieren. Gerade in dieser sozial
wesentlichen Angelegenheit, wo es um Gerechtigkeit für Schulkinder geht, soll Oberösterreich
zum Vorbildbundesland werden. Es wäre schade, wenn – wie bei der Einführung der
Neuen Mittelschule – unser Land erneut nur Nachzügler im Wettlauf der Bundesländer wäre",
argumentiert die SPÖ-Bildungssprecherin.
"Wir müssen alle Kinder auf dem Weg zur guten Bildung mitnehmen. Das sichert ihre Lebenschancen
und wir können auch wirtschaftlich nicht zulassen, dass Talente von Kindern
liegen bleiben", positioniert Mag.a Gertraud Jahn.

Mittwoch, 27. Februar 2013

Armutskonferenz: Soziale Situation der Eltern soll Schulbudget beeinflussen - DerStandard.at

Armut soll so seltener vererbt werden und schwächere Schüler besser gefördert

Wien - Ein neuer Sozialindex soll nach Ansicht der Armutskonferenz die Mittelzuweisung an Schulen bestimmen. Demnach soll es etwa vom Bildungsstand, der beruflichen Position und dem etwaigen Migrationshintergrund der Eltern sowie der Umgangssprache der Schüler daheim abhängen, ob eine Schule zusätzliche finanzielle Mittel erhält. "Schulen, die einen hohen Anteil an sozial benachteiligten Schülern haben, würden dadurch mehr Geld bekommen", so der Soziologe Johann Bacher (Uni Linz), der den Index mitentwickelt hat, bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Wie sie die Mittel einsetzen, soll zu einem hohem Ausmaß den Schulen selbst überlassen werden.

Vererben von Armut reduzieren

Durch den Einsatz des Index könnten das Vererben von Armut reduziert, schwächere Schüler besser gefördert und manche Schulstandorte für mittlere und höhere Einkommen wieder attraktiv gemacht werden, meinte Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie Österreich. Mit dieser "schulpolitischen Interventionsmöglichkeit" könne zwar die Segregation in "gute" und "schlechte" Wohngegenden bzw. Schulen nicht aufgehoben werden - sie könne aber bestimmte Auswirkungen eventuell lindern. Im internationalen Vergleich weise Österreich zwar eine geringe Kinderarmut auf - "trotzdem schaffen wir es nicht, Kinder aus sozioökonomisch schwachen Familien zu höheren Bildungsabschlüssen zu führen".

Doppelte Benachteiligung

"Derzeit sind sozial benachteiligte Schüler doppelt benachteiligt", argumentierte Bacher. Einerseits könnten ihnen ihre Eltern weniger in der Schule helfen, andererseits besuchen sie gleichzeitig Schulen mit einem hohen Anteil an Kindern aus sozioökonomisch schwachen Familien. Derzeit weisen laut Bacher elf Prozent der Volksschulen, 17 Prozent der Hauptschulen und zwei Prozent der AHS eine hohe soziale Benachteiligung auf.

Vier Faktoren im Index

Laut dem Sozialindex würde eine Schule mit dem Index 100 die Basisressourcen erhalten. Weisen alle Schüler eine Benachteiligung in allen vier Faktoren (Bildungsstand, Beruf, Migrationshintergrund der Eltern sowie Umgangssprache daheim) auf, würde die Schule beispielsweise um 100 Prozent mehr Mittel erhalten, eine Benachteiligung aller Schüler in einem Faktor würde 25 Prozent mehr bringen usw. Das Ausmaß der Zusatzförderung sei aber gestaltbar und letztlich eine politische Entscheidung. Die Zusatzmittel sollen laut Bacher dann von der Schule möglichst autonom verwendet werden können - etwa in der Form, dass die Direktion einen Plan entwickelt, der von Schulpartnern und Schulerhaltern abgesegnet wird.

Flexibleres System

Mit dem zusätzlichen Geld kann dann etwa in zusätzliche Lehrer oder einen Schulumbau investiert werden. Das System würde dadurch flexibler und eventuell gerechter als bisher, meinte Bacher. Derzeit erhalten die Schulen ihre Mittel grob gesprochen in der Form, dass für eine bestimmte Anzahl an Schülern Lehrer bzw. Unterrichtsstunden finanziert werden. Für Extra-Belastungen wie etwa muttersprachlichen Unterricht oder Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf gibt es Zusatz-Lehrer bzw. Zusatzstunden.
Die Verwendung eines Sozialindex wäre kein Neuland, so Bacher: Die Niederlande, die Stadt Hamburg, das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen und Teile der Schweiz würden ähnliche Instrumente nutzen. Die Berechnung des Index für alle Schulen wäre außerdem aufgrund der sozioökonomischen Daten aus den Bildungsstandards in Österreich kein Problem. Im Unterrichtsministerium würde man sich bereits mit dem Thema befassen. (APA, 26.2.2013)

Dienstag, 12. Februar 2013

Mayer: Herausforderungen an die Volksschulen und Volksschullehrerinnen und -lehrer in den Mittelpunkt rücken

SPÖ-Bildungssprecher will Maßnahmenpaket für Volksschulen im Unterausschuss des Unterrichtsausschusses vorlegen

In den vergangenen fünf Jahren ist in der österreichischen Bildungspolitik ein enormer Reformprozess eingeleitet worden: Ein verpflichtendes, kostenfreies, letztes Kindergartenjahr; verbesserte Sprachförderung; die Einführung von Bildungsstandards in der vierten und achten Schulstufe; die Aufwertung der Hauptschule zur Neuen Mittelschule als wichtigen Schritt zur gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen; die Reform der AHS-Oberstufe bis hin zur Neuen Matura; das Projekt kostenloses Nachholen von Bildungsabschlüssen und die Lehre mit Matura sind nur acht von insgesamt 54 Gesetzesinitiativen in diesem Reformprozess. "Für mich ist es jetzt höchst an der Zeit die steigenden Herausforderungen an die Volksschulen als Grundschulen und an die Volksschullehrerinnen und -lehrer in den Mittelpunkt zu rücken", sagte SPÖ-Bildungssprecher Elmar Mayer am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Denn, so Mayer, die Volksschulen leisten in unserem Bildungssystem die entscheidende Basisarbeit: "In den Volksschulen stehen die gesicherte Kenntnis der Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben, Rechnen und die freie Rede im Mittelpunkt. Grundkompetenzen werden aufgebaut und die Kinder individuell gefördert. Dieses Anforderungsprofil macht die hohe Verantwortung von Volksschullehrerinnen und -lehrern deutlich." Mayer fordert daher im Rahmen der geplanten Dienst- und Besoldungsreform endlich eine leistungsgerechte Entlohnung und eine Aufwertung, denn die Volksschullehrer seien es, die im gegenwärtigen Schulsystem die Hauptlast zu tragen hätten.

Darüber hinaus müssen die Volksschulen organisatorisch, finanziell und pädagogisch in die Lage gesetzt werden, die steigenden Anforderungen zu bewältigen. Dazu gehören ausreichend Personal, eine flexible Schuleingangsphase mit der Möglichkeit des "Teamteachings" und nicht zuletzt schulautonome Stundenkontingente, die es der Schulleitung ermöglichen, auf die unterschiedlichen Problemstellungen und Anforderungen an den jeweiligen Schulstandort einzugehen, führt der SPÖ-Bildungssprecher aus.

Mayer will daher, wie bereits mit dem Koalitionspartner und den Oppositionsparteien vereinbart, eine eigene Sitzung des Unterausschusses des Unterrichtsausschusses im Parlament zum Thema 'Volksschulen' einberufen und dort ein Maßnahmenpaket vorlegen, welches einerseits die Volksschulen organisatorisch und pädagogisch stärkt und andererseits den Volksschullehrerinnen und -lehrern in Ansehen und Bezahlung endlich jenen Stellenwert zukommen lässt, den sie verdienen.

Montag, 4. Februar 2013

Intelligenz: Was im Kopf unserer Kinder steckt?




Dr.in Manuela Macedonia
leitet „Neuroscience for you“,

ein Institut für Wissenstransfer
aus den Neurowissenschaften

Wer kennt sie nicht, die berühmt, berüchtigten Intelligenztests?
Nach wie vor werden sie bei Personalver mittlern und während Aufnahmeprüfungen an Uni-
versitäten eingesetzt.
Die Frage ist immer: Was sagen sie über die geistigen Fähigkeiten eines Menschen aus? Sind Menschen, die diese Tests nicht bestehen, „unintelligent“, oder sind sie für den einen oder anderen Beruf ungeeignet?
In diesem Vortrag werden anatomische und funktionelle Korrelate leistungsfähiger Gehirne präsentiert und mit allgemein bekannten Vorstellungen und Theorien über Intelligenz verglichen.

Dienstag, 5.März 2013,
19.00 bis 21.00 Uhr
Linz, Neues Rathaus
Eintritt: 5,– Euro
Anmeldung erbeten unter:
Schul- und Erziehungzentrum
Dürrnbergerstraße 1, 4020 Linz
Tel. 0732 603140