Yousafzai wurde wegen ihrer Kritik an den radikalen Islamisten in ihrer Heimat zu einem Symbol des Widerstandes und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Anfang Oktober schossen Taliban der Schülerin auf dem Weg von der Schule zum Bus in den Kopf. Sie begründeten das Attentat damit, dass Malala pro-westlich sei, gegen die Taliban aufbegehrt und US-Präsident Barack Obama einen vorbildlichen Staatschef genannt habe.
Gute Genesungsfortschritte
„Malala ist eine starke junge Frau“, sagte Rosser. Zusammen mit ihrem Pflegeteam habe sie große Fortschritte bei der Genesung erzielt. Daher hätten die Ärzte beschlossen, dass Malala am Donnerstag aus dem Krankenhaus entlassen wird. Sie habe bereits in den vergangenen Wochen mehrmals die Klinik vorübergehend verlassen und bei ihrer Familie leben können, die ein begrenztes Bleiberecht in Mittelengland hat.
Die pakistanische Regierung sagte laut Medienberichten Malalas Vater Ziauddin Yousafzai einen Posten als Attache für Bildung im Konsulat in Birmingham zu. Es schien daher wahrscheinlich, dass die Familie mittelfristig in Großbritannien bleiben würde. Auf einem vom Krankenhaus veröffentlichten Video war Malala am Donnerstag in einem grauen Kleid und einem cremefarbenen Kopftuch zu sehen, wie sie an der Hand einer Krankenschwester ihre Station verließ. Sie winkte dem Personal, bevor sie an der Tür eine Krankenschwester umarmte.
Als elfjährige Bloggerin bekanntgeworden
Malala stammt aus dem Swat-Tal in Pakistan. Die Schülerin hatte 2009 schon als Elfjährige gegen die Taliban protestiert, die Mädchen und Frauen den Zugang zu Bildung verweigern. Die Jugendliche war bekanntgeworden, als sie vor drei Jahren auf einer Website des britischen Fernsehsenders BBC über Gewalttaten der Taliban in dem Tal berichtete. In einem Dokumentarfilm beschrieb sie ihren Wunsch, Ärztin zu werden - entgegen den Vorschriften der Taliban.
Damals hatte sich die pakistanische Regierung mit den Taliban im Swat-Tal auf eine Waffenruhe geeinigt und damit faktisch die Kontrolle der Islamisten anerkannt. Diese setzten daraufhin islamische Gerichte ein, töteten Andersdenkende und schlossen Schulen für Mädchen, darunter jene von Yousafzai. Für ihre Arbeit bekam sie im vergangenen Jahr den ersten je verliehenen Friedenspreis der pakistanischen Regierung und wurde für eine weitere Auszeichnung einer internationalen Organisation nominiert.
Taliban rühmte sich mit Tat
Nach dem Überfall bekannten sich die pakistanischen Taliban nicht ohne Stolz zu der Tat. Sie begründeten den Mordversuch damit, dass Yousafzai eine Spionin des Westens sei. Man habe sie ins Visier genommen, „weil sie sich gegen die Taliban aussprach, während sie mit schamlosen Fremden beisammensaß und den größten Feind des Islam, (US-Präsident) Barack Obama, verherrlichte“. Sie drohten zudem, Malala erneut anzugreifen, sollte sie überleben.
In der Bevölkerung sorgte der Angriff auf ein wehrloses, 15-jähriges Mädchen für Empörung und Wut. Nach dem Anschlag gingen die Menschen zu Tausenden auf die Straße, um gegen den Schrecken der Taliban zu protestieren und für das Mädchen zu beten. Auf vielen Plakaten standen Sprüche wie „Du bist Hoffnung und Inspiration für uns alle“.
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