Mittwoch, 19. Dezember 2012
Dienstag, 11. Dezember 2012
Vorrang für die Volksschule!
Die Primarstufe
bedarf dringender pädagogischer und
organisatorischer Verbesserungen. Dazu sind zusätzliche finanzielle Mittel
notwendig!
Nachdem in der heute vorgestellten PIRLS- und
TIMSS-Studie Österreichs VolksschülerInnen in
Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen sich zwar verbessert, aber noch immer
nicht wirklich befriedigend abgeschnitten haben, ist es höchste Zeit konkrete
Maßnahmen zu setzen, um das Bildungsfundament in der österreichischen
Schullandschaft zu verbessern.
Als bereits existierende Gesamtschule muss
die Volksschule all jene Ressourcen erhalten, die für eine gut funktionierende
Schule benötigt werden.
Für eine
Qualitätssteigerung der Primarstufe verlangen wir folgende Maßnahmen:
- Doppelbesetzung in allen Fächern der ersten und zweiten Schulstufe
- zusätzliche
Stunden für Teamteaching bzw. Kleingruppenunterricht in den
übrigen Schulstufen der VS - keine einzige Klasse mit mehr als 20 Schülern
- zur besseren Vorbereitung auf die Volksschule zwei Pflichtjahre Kindergarten
- besondere Förderung der Ganztagsschule
- Einführung der gemeinsamen Schule, um den Notendruck in der 4. Klasse zu nehmen
- Ausbau der Supportsysteme, z.B. mehr Beratungslehrer, Sozialarbeiter, Schulpsychologen
- Stundenkontingente für besonders verhaltensauffällige Kinder
- Sofortmaßnahmen für verhaltensauffällige Kinder in Akutsituationen
- beste räumliche und lehrmittelmäßige Ausstattung aller Volksschulen
Wir
ersuchen die Landeshauptleute und die Bundesministerin Claudia Schmied umgehend
die Umsetzung dieser Maßnahmen in Angriff zu nehmen. Von der Finanzministerin
Maria Fekter fordern wir, die notwendigen finanziellen Mitteln zur Verfügung zu
stellen.
Franz Turek Anton Lauinger
SLÖ-Landesvorsitzender FSG-APS-Vorsitzender
Mitglied im ZA-PflichtschullehrerInnen Landesleitungsmitglied der
Mitglied GÖD-APS Bundesleitung PflichtschullehrerInnengewerkschaft
Mitglied GÖD-APS Bundesleitung PflichtschullehrerInnengewerkschaft
Tel.: 0699/81266739 Tel.: 07674/64845
Email: franz.turek@slooe.at Email: a.lauinger@aon.at
Email: franz.turek@slooe.at Email: a.lauinger@aon.at
Montag, 10. Dezember 2012
Mit Händen und Füßen - Manuela Macedonia
Spezial Lernen
Eine Fremdsprache zu lernen ist mühsam - etwa wenn es gilt, lange Vokabellisten im Gedächtnis zu behalten. Es geht aber auch anders: Laut Forschern lässt sich durch den Einsatz von Gesten die Lernleistung erheblich steigern.
Also gestikulierte ich, um die Ausdrücke "a destra" (nach rechts) und "a sinistra" (nach links) anschaulich zu machen. Doch über wohlwollende Blicke hinaus ließ mein Publikum keine allzu großen Anzeichen von Interesse durchblicken. Offenbar war gerade Verdauung angesagt.
Ich bat die Studenten, mit mir gemeinsam den Text laut zu lesen und meine Gesten, die die Wortbedeutung unterstrichen, nachzuahmen. Auf diese Weise sollten sie der Touristin den Weg verständlich machen. In der darauf folgenden Sitzung forderte ich sie auf, den mittels Gesten eingeübten Dialog untereinander erneut durchzugehen. Zu meiner großen Überraschung fielen ihnen nicht nur die neuen Vokabeln ein – auch ganze Sätze kamen wie aus der Pistole geschossen! Ich staunte. Was war geschehen?
Statt nur zuzuhören und den Text zu lesen, hatten die Studenten aktiv mitgesprochen und vor allem hatten sie ihren Körper als Lernwerkzeug eingesetzt …
Dienstag, 4. Dezember 2012
PISA-Chef: "Entweder ich bin ein Genie oder halt nicht" - Von Bernadette Bayrhammer und Christoph Schwarz (Die Presse)
PISA-Chef
Andreas Schleicher spricht mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied im
"Presse"-Interview über fehlenden persönlichen Einsatz von Schülern und
Eltern und die dringend nötige "Kultur des Gelingens"
Das klingt wertschätzend, passt aber nicht ganz zu den Ergebnissen der OECD-Studien. Diese sind für Österreich zumeist weniger erfreulich.
Claudia Schmied: Die Ergebnisse dieser Studien sind wichtig, aber oft nur verkürzte Momentaufnahmen. Als solche müssen wir sie sehen. Um Erfolge zu sehen, brauchen wir einen längeren Atem. Und da sind wir auf dem richtigen Weg.
Ist das nicht eine zu billige Ausrede, immer nur darauf zu verweisen, dass die Reformen „langfristig“ wirken? Deutschland etwa hat rasch und erfolgreich auf die schlechten Leseergebnisse bei PISA reagiert.
Montag, 3. Dezember 2012
Eine Schule, die 90 Prozent des Lernens abdeckt - Stefanie Ruep - Der Standard
Wie es ihnen gefällt und was sie wollen oder brauchen: Die Neue
Mittelschule Maxglan in Salzburg bietet vier "echte"
Ganztagsschulklassen, aber auch schulische Nachmittagsbetreuung an
Salzburg - Freitag ist Handytag. Punkt 11.30 Uhr wird es laut im
Freizeitraum der Neuen Mittelschule (NMS) Maxglan in Salzburg. Lara und Sandra
stecken auf dem Ecksofa die Kopfhörer ihrer Smartphones an, stellen denselben
Radiosender ein und singen lauthals mit.
Rundherum zücken auch Mitschüler ihr Smartphone, spielen und tauschen sich über
die neuesten Handy-Apps aus.
Konsolen- und Handyspiele sind hier nur an einem Wochentag erlaubt. Die von Erzieherinnen betreuten Freizeitstunden
während des Unterrichts sind ein fixer Bestandteil der verschränkten Form der
Ganztagsbetreuung, die die NMS Maxglan seit vier Jahren anbietet. Verschränkt heißt, Lernphasen und
Freizeitaktivitäten werden im Tagesrhythmus der Schüler angeboten. Täglich gibt
es eine verpflichtende Lernstunde, in der die Hausübungen zusammen mit den
Klassenlehrern gemacht werden.
Tischtennistische, Wuzler, Billard
In den Freizeitstunden bekommen die Schüler nicht nur ihr Mittagessen,
sondern können sich auch vielfältig austoben. Der Raum gleicht einem
Jugendzentrum: Tischtennistische, Wuzler, Billard, vier Computer mit Spielen
und jede Menge Sitzkissen und Sofas zum "Chillen", was die Schüler in
den Freizeitstunden am liebsten tun. Es gibt auch Fixpunkte in der Woche. Die
Schüler können frei wählen zwischen Theater, Schach, Russisch und Proben in der
schul-eigenen Band.
Die Schule bietet beide Formen der Ganztagsbetreuung an. Zu den rund 100
Schülern in den vier Ganztagsklassen mit der verschränkten Form kommen noch 64
Schüler aus anderen Klassen, die tageweise in der Nachmittagsbetreuung der
Schule sind. Auch sie haben Freizeit- und Lernstunden, sind aber von der ersten
bis zur vierten Klasse zusammengewürfelt.
Die Lernstunde wird von einem Deutsch-, Englisch- oder Mathematiklehrer
gehalten, der nicht zwingend der Klassenlehrer der Schüler sein muss.
Organisiert wird die Nachmittagsbetreuung an allen städtischen Schulen
Salzburgs vom Verein Freizeitbetreuung. 134,40 Euro bezahlen die Eltern
monatlich für die volle Ganztagsbetreuung inklusive Essen. 26,88 Euro kostet ein
Wochentag monatlich. Es kann auch um einen Zuschuss von bis zu 100 Prozent der
Betreuung und 60 Prozent des Essens am Magistrat angesucht werden.
Gegenseitige Unterstützung
Nach dem Essen hilft Magdalena ihrem Klassenkollegen Markus bei der
Mathe-Hausübung. "Ich check das nicht und will nachher noch in den
Turnsaal", sagt der Zweitklässler. David und Marco aus der dritten Klasse
feilen in der Freizeitstunde lieber an ihren Comic-Zeichenkünsten. Die
Ganztagsklasse finden beide praktisch: "Uns ist es lieber, die Hausübung
in der Schule zu machen." Marco muss nach der Schule nur noch für Tests
lernen. David meint: "Ich lern zu Hause gar nicht mehr und komm auch so
mit einem Zweier oder Dreier durch."
Die Ganztagsbetreuung zeigt Wirkung: "Kein Kind aus der verschränkten
Form hatte bisher eine Wiederholungsprüfung", erzählt Direktorin Ingeborg
Holleis. Man dürfe aber auch nicht glauben, dass in den Lernstunden alles
abgedeckt werde. Es könne schon sein, dass die Schüler am Wochenende Vokabeln
lernen müssen. "90 Prozent werden abgedeckt.
100 Prozent wären vermessen", betont die Direktorin.
Direktes
Feedback
Durch die Lernbetreuung bekommt der Lehrer auch direktes Feedback von
den Schülern. "Wenn wir zu viel Hausübung haben und sie nicht schaffen,
dann sagen wir es dem Lehrer, und er gibt nächste Woche weniger", erzählt
Stefan aus der 4a.
So wie jeden Freitag dürfen die Schüler in der Freizeitstunde in den
Turnsaal. Ob Erstklässler oder Viertklässler - alle wollen Merkball spielen,
"außer die Zockerkinder", erklärt der Viertklässler Stefan, der in
der Freizeitstunde lieber etwas "Sinnvolleres" macht. Beim Merkball müssen sich gerade die älteren
Schüler vor den Jüngeren in Acht nehmen, denn "die Kleinen sind auf Zack
und so schnell, die trifft man nicht".
schulRAUMkultur - Keine Architektur mehr ohne pädagogisches Konzept! Ein Symposium zum nachhaltigen Schulbau.
Linz - Mehr als 6.200 Schulen gibt es derzeit in Österreich.
Rund 200 davon werden jedes Jahr saniert und umgebaut. Hinzu kommt
jährlich eine Handvoll Neubauten. Nur in den seltensten Fällen wird
im Zuge der Planung und des Baus auch das architektonische
Raumkonzept überdacht. Die meisten Projekte werden immer noch ohne
Rücksicht auf neue pädagogische Erkenntnisse und Lernmodelle
abgewickelt. Das zeigte sich letzte Woche beim Symposium
"schulRAUMkultur", das vom 28. bis 30. November in Linz über die
Bühne ging. Rund 250 TeilnehmerInnen aus Politik und Verwaltung,
Pädagogik und Architektur waren anwesend.
"Wenn es darum geht, Lernräume für Kinder und Jugendliche zu
schaffen beziehungsweise umzubauen und zu sanieren, dann sollten die
üblichen zentralisierten Planungsmethoden überdacht werden", sagt der
Symposium-Initiator Michael Zinner, Assistenzprofessor an der
Kunstuniversität Linz. "Zukunftsorientierte Räume an unseren Schulen
entstehen anders als bisher gewohnt, eine neue Kultur des
prozesshaften Entwickelns ist dringend notwendig." Die meisten der
rund 25 Vortragenden und DiskutantInnen aus Österreich, Deutschland,
Italien, Finnland und der Schweiz stimmten dieser These zu.
Zwar gebe es in Österreich bereits einige in Umsetzung
befindliche, innovative Pilotprojekte wie etwa den Bildungscampus
Hauptbahnhof in Wien oder die Schulzentren in Pregarten
(Oberösterreich) und Moosburg (Kärnten), doch mit diesen wenigen
"goldenen Eiern", wie im Zuge der Gespräche immer wieder zu hören
war, könne man die österreichische Schulbaupolitik nicht maßgeblich
verändern. Was es brauche, so Zinner, sei "ein gemeinsamer Wille von
Politik, Behörden, PädagogInnen und PlanerInnen, die Schulbaukultur
hierzulande grundsätzlich zu überdenken." Eine der Möglichkeiten, die
der aktuellen pädagogischen Entwicklung angemessen sind, ist die
Forcierung von Partizipationsprozessen, also von Planungsabläufen, in
die die späteren NutzerInnen der Schulgebäude von Beginn an
involviert sind.
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