Immer mehr Volks- und Hauptschulen in
Oberösterreich öffnen ihre Tore nicht mehr nur am Vormittag, sondern
auch am Nachmittag. Die zwischen ÖVP und SPÖ jahrzehntelang umstrittene
Ganztagsschule breitet sich langsam, aber kontinuierlich aus.
Im Sommer bekannten sich namhafte ÖVP-Politiker erstmals klar
zu dieser Form, bei der die Kinder den ganzen Tag in der Schule
unterrichtet und betreut werden. Seit diesem Herbst bietet in Linz mit
der Volksschule 33 in der Franckstraße die erste Pflichtschule eine
„verschränkte Ganztagsschule“ an, also abwechselnd Unterricht, Freizeit
und Lernstunden.
Jahn: Wahlfreiheit ist wichtig
Bei der
Eröffnungsfeier am Mittwoch unterstrich die Klubobfrau der SPÖ im
Landtag, Gertraud Jahn, wie wichtig für sie die Wahlfreiheit in der
Schulfrage ist. Das Angebot der verschränkten Ganztagsschule fehle
derzeit noch an vielen Orten, wobei es sich nach Jahns Meinung bei
dieser Schulform das „Modell der Zukunft“ handle.
Enzenhofer: Ganzjährige Angebote wären wichtig
Landesschulratspräsident
Fritz Enzenhofer (ÖVP) fragt, ob man „alle anderen auch verpflichten
muss, nur weil ich dort eine Lösung brauche. Es soll aber „in
erreichbarer Nähe“ für jedes Kind ein ganztägiges Angebot geben und das
sogar ganzjährig: „Wir brauchen ganzjährige Angebote, nur brauchen wir
dafür ausgebildete Freizeitpädagogen.“
Altrichter: Abwechslung und Freiräume
Herbert
Altrichter, Professor an der Linzer Johannes Kepler Universität, hält
es für wichtig, für die Kinder einen Tagesrhythmus, der mit biologischen
Rhythmen übereinstimmt, zu schaffen, wenn die Schüler den ganzen Tag in
der Schule verbringen sollen. Altrichter hält die verschränkte
Ganztagsschule, für die Form, „die man sich wünschen müsste“. Ganz
wichtig sei aber auch die Abwechslung und das Schaffen von Freiräumen
für die Schüler, so Altrichter.
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