Dienstag, 14. Februar 2012

„Was macht das Gehirn den ganzen Tag?“ Es genießt Bewegung, gutes Essen und gestaltet Freizeit!

Einladung zum Bildungstalk mit der Gehirnforscherin:

Dr.in Manuela Macedonia


Ein "gesunder Geist in einem gesunden Körper" sagten bereits die Römer. Stimmt das wirklich? Tatsächlich belegen zahlreiche neurowissenschaftliche Studien, dass Kinder besser lernen und allgemein leistungsfähiger sind, wenn sie sich ausreichend bewegen. Der positive Effekt von Bewegung auf das Gehirn wird auch durch die richtige Ernährung verstärkt. Erfahren Sie, wie der gesunde Körper des jungen Menschen die Leistungsfähigkeit seines Geistes positiv beeinflusst! Freizeit ist für das Gehirn immer Lernzeit. Selbst wenn der Mensch nicht absichtlich lernt, lernt das Gehirn und verändert sich dadurch. Ein Spaziergang durch den Wald, ein Videospiel oder das Üben des Lieblingsmusikstücks an der Gitarre hinterlassen Spuren im Gehirn. Erfahren Sie, wie unser Lernorgan mit uns die Freizeit verbringt und was es daraus macht!

·      Vortrag am 27.2.2012
Linz, Altes Rathaus, 19.00 bis 21.00 Uhr

Für Sitzplatzreservierung ist eine Anmeldung unbedingt notwendig! Email: sekretariat@schez.at
Telefon: 0732/603140

Sonntag, 12. Februar 2012

Käfighaltung, von Ulrike Moser - PROFIL Online, 12.2.2012

Eine diffuse Furcht vor den Bedrohungen dieser Welt treibt
moderne Eltern dazu, jeden Schritt ihrer Kinder zu überwachen und jeglichen Freiraum zu kappen. Die absurde Risikovermeidung ist alles andere als gesund: Überbehütete Kinder können reale Gefahren schwer einschätzen – sogar ihre Gehirne verkümmern.


Die Verkäuferinnen konnten sich ein Schmunzeln kaum verkneifen, als ein etwas angegrauter Vater mit seinem einjährigen Sohn das Kindergeschäft betrat – der eine forschen Schrittes, der andere noch etwas wackelig auf den Beinen. Der Mann verlangte nach einem Sturzhelm. Schließlich sollte sich der Knirps bei seinen ersten Gehversuchen am vereisten Gehsteig nicht das Köpfchen verletzen. Einen Helm gab es allerdings nicht – die Geschichte ereignete sich vor annähernd 20 Jahren, und damals waren solche Sicherheitsvorkehrungen keineswegs üblich.

Heute würde der besorgte Vater nicht mehr belächelt werden. Denn die Zahl jener Eltern, die ihre Kinder vor jedem Unheil der Welt schützen wollen, und sei es nur vor ein paar blauen Flecken, ist im Steigen begriffen. Inzwischen fällt man auf, wenn man nicht schon in der Schwangerschaft die Wohnung kindersicher gestaltet, wenn man gelassen bleibt, obwohl der Zweijährige freudig vom höchsten Punkt des Klettergerüsts winkt, oder die Volksschulkinder am Nachmittag ohne Aufsicht zum Spielen in den Hof oder gar in den Wald schickt. Schnell wird einem dann eine zu große Unbekümmertheit attestiert. Wir leben in gefährlichen Zeiten, ständig droht Kindern Gefahr: eine Abschürfung, ein gebrochener Arm, ein Zeckenbiss und im schlimmsten Fall vielleicht gar eine Entführung.

Objektiv gesehen war die westliche Welt für Kinder aber noch nie sicherer. Studien beweisen, dass in den vergangenen 30 Jahren die Gefahren keineswegs zugenommen haben.

Freitag, 10. Februar 2012

OECD empfiehlt Österreich "Neue Mittelschule" für alle - Der Standard

Bildungslaufbahn soll weniger vom sozialen Hintergrund abhängen

Wien - In Österreich hängt die Bildungslaufbahn überdurchschnittlich stark vom sozialen Hintergrund ab. In dem am Donnerstag präsentierten Bericht "Equity and Quality in Education: Supporting Disadvantaged Students and Schools" appelliert die OECD an Österreich, bereits begonnene Reformen voranzutreiben und benachteiligte Schüler stärker zu unterstützen, um für mehr soziale Fairness zu sorgen. Die konkreten Empfehlungen der Studie: "Neue Mittelschulen" für alle, kein Sitzenbleiben mehr, Abschaffen der freien Schulwahl durch die Eltern und Ausbau der Bildungs- und Berufsberatung.
In Österreich gebe es zwar relativ wenige Personen, die die Schule abbrechen. Die meisten kommen laut OECD aber aus armen oder bildungsfernen Familien oder haben Migrationshintergrund. "Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen gehen zudem häufiger in Schulen, die nur über geringe Mittel verfügen. Hinzu kommt, dass sich die Eltern private Nachhilfe oft nicht leisten können", beschreibt die OECD die aktuelle Lage.

AHS beeinträchtigen Chancengleichheit
Als einen Grund für die soziale Ungleichheit nennt die OECD die Selektion der Schüler bereits mit zehn Jahren, was bei jenen, die in eine weniger angesehene Schulform eingeteilt werden, zu Demotivation führe. Die Einführung der "Neuen Mittelschule", die die Hauptschule flächendeckend ersetzen soll, sei "ein erster Schritt" in Richtung eines längeren gemeinsamen Lernens. "Die Reformen lassen allerdings die allgemein bildende höhere Schule außen vor, was die Chancengleichheit an österreichischen Schulen weiterhin beeinträchtigt."
Lob für Modulare Oberstufe
Zu Verbesserungen würde laut OECD auch das Abschaffen von Klassenwiederholungen beitragen, bei dem sozioökonomische Unterschiede noch stärker ins Gewicht fallen.

Mittwoch, 8. Februar 2012

"Wir brauchen eine radikale Sozialbremse!" - Der Standard

Bernhard Felderer wurde die "Goldene Bremse" verliehen. Hier seine Dankesrede - Satire aus der Humor-Abteilung von Attac

Am 13. Jänner verlor Österreich bekanntlich das Triple-A. Weniger bekannt: Bernhard Felderer wurde am gleichen Tag die "Goldene Bremse" - gestiftet vom Interessenverband Superreicher (IV Super) - verliehen. Hier seine Dankesrede - Satire aus der Humor-Abteilung von Attac.
Sehr geehrte Damen und Herren, geschätztes oberstes Prozent! Ich danke für das Vertrauen, das Sie mir mit der Verleihung der "Goldenen Bremse" aussprechen. Nachdem ich bereits im November als unabhängiger Experte Österreichs Triple-A ins Gerede gebracht habe, ist es nun endlich soweit: Das Triple-A ist weg. Das ist ein persönlicher Erfolg für mich, aber auch eine große Chance für Sie. Denn die nötige Durchlüftung des Staates ist jetzt nur noch eine Frage der Zeit.
Endlich bekommen wir alle Bremsen, die wir wollen! (Applaus.) Ob Schuldenbremse, Sozialbremse oder Steuerbremse - sie alle sind nun in Reichweite. Ermöglicht hat das die Staatsschuldenkrise, von der ich seit Jahren erfolgreich rede. Verantwortlich für diese Krise ist bekanntlich der Sozialstaat mit seiner Gleichmacherei und nicht etwa Finanzkrise und Bankenrettung! (Gelächter und Applaus.) Doch keine Sorge: Für die Banken wird auch in der schuldengebremsten Zukunft Geld da sein. Das sind wir systemrelevanten Leistungsträgern schuldig.
Jetzt müssen wir noch sicherstellen, dass die Politik den Fokus auf Kürzen, Abschaffen und Streichen legt. Deshalb vertrete ich als unabhängiger Experte die Position, dass rund 90 Prozent des Schuldenabbaus über Kürzungen bei den Ausgaben finanziert werden. Von denen haben doch nur die kleinen Leute was! Alle müssen den Gürtel enger schnallen, und die dem Müßiggang frönende Mehrheit eben mehr als Sie, die fleißige Minderheit. (Standing Ovations.)
Geschätztes Publikum! Keine Gesellschaft kommt ohne Ungleichheit aus.

Was macht das Gehirn den ganzen Tag?



Ein "gesunder Geist in einem gesunden Körper" sagten bereits die Römer. Stimmt das wirklich? Tatsächlich belegen zahlreiche neurowissenschaftliche Studien, dass Kinder besser lernen und allgemein leistungsfähiger sind, wenn sie sich ausreichend bewegen. Der positive Effekt von Bewegung auf das Gehirn wird auch durch die richtige Ernährung verstärkt. Erfahren Sie, wie der gesunde Körper des jungen Menschen die Leistungsfähigkeit seines Geistes positiv beeinflusst! Freizeit ist für das Gehirn immer Lernzeit. Selbst wenn der Mensch nicht absichtlich lernt, lernt das Gehirn und verändert sich dadurch. Ein Spaziergang durch den Wald, ein Videospiel oder das Üben des Lieblingsmusikstücks an der Gitarre hinterlassen Spuren im Gehirn. Erfahren Sie, wie unser Lernorgan mit uns die Freizeit verbringt und was es daraus macht!

Schule: Schmied fasst "inklusive Regionen" ins Auge - 05.02.2012 , Die Presse

Schritt für Schritt könnten in Modellregionen bestehende Sonderschulen zu inklusiven Bildungseinrichtungen weiterentwickelt werden. Das stellt ein Arbeitspapier des Unterrichtsministeriums zur Debatte.
Wien/Apa. Bis zuletzt haben Bund und Länder trotz Kritik von ÖVP- und Grünen-Mandataren sowie Interessenvertretungen an der Sonderschule festgehalten („Die Presse“ berichtete). Nun könnte der Wind doch drehen: In einem neuen Arbeitspapier des Unterrichtsministeriums zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist von sogenannten „inklusiven Regionen“ als „Ausgangspunkt für die flächendeckende Weiterentwicklung des inklusiven Schulsystems“ die Rede.
Konkret könnten sich diese etwa an die Tiroler Region Außerfern anlehnen: Dort gibt es seit zehn Jahren keine Sonderschulen mehr. Ein Sonderpädagogisches Zentrum (SPZ) koordiniert und organisiert dort die Ressourcen und betreut die Pädagogen. „Der international favorisierte Ansatz geht genau in diese Richtung“, sagt die Tiroler Sozialwissenschaftlerin Petra Flieger. „Weg von der Etikettierung des einzelnen Kindes, hin zu der Verteilung der Ressourcen an Schulen und Regionen.“
Die Ressourcen könnten dadurch direkt dorthin verlagert werden, wo Kinder Unterstützung benötigen. Im Außerfern sei auch der Anteil an Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf relativ gering, sagt Flieger – weil hier eben keine Zweigleisigkeit möglich sei und keine Sonderschule versorgt werden müsse.
Das Ministeriumspapier, das Ende Jänner beim dritten runden Tisch zum Thema Sonderschulen verteilt wurde, sieht „regionale Aktionspläne“ vor. Diese sollen von einem Konsortium erstellt werden, das die Länder in Absprache mit dem Bund beauftragen. So sollten in den Modellregionen unter anderem „Sonderschulen schrittweise zu inklusiven Bildungseinrichtungen geöffnet werden“. Regionale Inklusionszentren sollen bedarfsgerechte und frühzeitige Betreuung gewährleisten. Bis zum Jahr 2020 soll schließlich österreichweit „eine Aufnahme von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in Sondereinrichtungen nicht mehr erforderlich sein“, heißt es in dem Konzept.

Freitag, 3. Februar 2012

GRÜNE FOLGEN FPÖ-FORDERUNG:


LKUF soll abgeschafft werden!

Grüne Bundessprecherin Glawischnig fordert als Maßnahme zum Sparpaket den Zusammenschluss aller Krankenkassen. Jetzt ist auch der Erhalt der LKUF akut bedroht.

•    Die LKUF, 1923 gegründet, hat sich zu einem Unternehmen mit NPO-Level für Management Excellence (d.h. niedrige Verwaltungskosten, effiziente Selbstverwaltung) entwickelt.
•    Die LKUF kennt Bedürfnisse und Gesundheitsrisiken der oberösterreichischen PflichtschullehrerInnen.
•    Die LKUF vereint Krankenkasse und Unfallfürsorge auf höchstem Niveau.
•    Die LKUF steht auf solidem Fundament und braucht keine Landesförderung.

Der SLÖ-Standpunkt ist unverändert klar:

Hände weg von der LKUF!



Franz Turek                                   Gerald Blüher                                  Anton Lauinger
SLÖ-Landesvorsitzender            Stv. SLÖ-Landesvorsitzender       FSG-APS-Vorsitzender
Mitglied im Verwaltungsrat          Mitglied im Aufsichtsrat                Landesleitungsmitglied der
der LKUF                                        der LKUF                                         Pflichtschullehrergewerkschaft   

Donnerstag, 2. Februar 2012

VORTRAG - Was macht das Gehirn den ganzen Tag?

mit Dr. Manuela Macedonia >> ein voller Erfolg!















Nächster Vortrag am 27. Februar 2012, 19.00 Uhr
Linz, Altes Rathaus - Gemeinderatssaal
"Was macht das Gehirn den ganzen Tag?"
Es genießt Bewegung, gutes Essen und gestaltet Freizeit!

“Vorzugszeugnis“ aus Oberösterreich für die Ganztagsschule

SPÖ Oberösterreich trägt Bildungskampagne ins Parlament: Rückenwind für Claudia Schmied

Zeugnistag im Parlament: Rechtzeitig vor den Semesterferien haben der SPÖ-Landesvorsitzende Josef Ackerl, die Landesbildungsvorsitzende Dr.in Brigitte Leidlmayer, die SP-Klubvorsitzende im OÖ. Landtag, Mag.a Gertraud Jahn und der Obmann des sozialdemokratischen LehrerInnenvereines Franz Turek heute ein „Vorzugszeugnis für die Ganztagsschule“ an Bildungsministerin Dr. in Claudia Schmied in der Säulenhalle des Parlaments überreicht.

Darin finden sich die Hauptforderungen der Bildungskampagne der SPÖ Oberösterreich „Bildung mit Zukunft“. Unter anderem setzt sich die SPÖ OÖ für eine qualitative gemeinsame Schule bis zum Ende der Schulp­flicht ein, sowie für eine sinnvolle Verteilung der Unterrichts-, Lern- und Freizeitphasen über den ganzen Tag. Die SPÖ Oberösterreich will mit ihrer Initiative der Bildungsministerin den nötigen Rückenwind für ihre Bildungspolitik geben, die in Oberösterreich überaus geschätzt wird.

Für „Schwierigste der Schwierigen“: Schule im Wagner-Jauregg-Spital - OÖN

LINZ. Schulangst, Selbstverletzung, Aggressionen, Mobbing: Die Patienten der Jugendpsychiatrie im Wagner-Jauregg-Krankenhaus haben nicht selten traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. In die Schule müssen sie trotzdem – aber sie dürfen in eine ganz besondere.


Zwei Klassen, zwei Gruppenräume, eine Bibliothek: Das ist der Schultrakt in der Jugendpsychiatrie. Im Aufenthaltsbereich steht ein Sofa, im Gang wurde ein Bewegungsparcours aufgebaut. Während in einer Klasse eifrig gelernt wird, dröhnt aus dem Nebenzimmer ein Bohrer: Werkunterricht.

Jeder der Schüler hier hat eine bewegte Vergangenheit – die Diagnosen reichen von Verhaltensstörungen über Schulverweigerung, Trennungs- oder depressive Ängste bis zu Mobbing und Verwahrlosung.

Die Schule soll den jungen Patienten zwischen zehn und 15 Jahren wieder ein Stück Alltag, Struktur, Halt geben. „Zu uns kommen jene Schüler, die aus dem Schulsystem herausfallen“, sagt Lehrerin Monika Giegler. „Die Schwierigsten der Schwierigen.“

Lernen ist an dieser Schule wichtig, jeder erhält ein individuelles Programm, das mit der Stammschule abgesprochen ist. Sogar die Schularbeiten werden von dort geschickt und benotet. Noch wichtiger als Lernen ist den Lehrern hier aber die Beziehungsarbeit: „Wir wollen, dass die Schüler bei uns wieder Freude an der Schule bekommen. Jeder darf so sein, wie er ist“, sagt Giegler.

Dienstag, 31. Januar 2012

Politische Bildung: "Auch als Reaktion auf die Nazi-Zeit" - Von Theresa Aigner (DiePresse.com)

Politische Bildung hat in Österreich einen zu geringen Stellenwert, kritisiert Uni-Professor Wolfgang Sander. Ein Grund: die mangelnde Aufarbeitung des Nationalsozialismus.
Wolfgang Sander leitete das Departement für die Didaktik der politischen Bildung an der Uni Wien, seit es vor drei Jahren geschaffen wurde. Nun soll es nicht weitergeführt werden. Im Gespräch mit Lehrer.DiePresse.com erklärt er, warum das besonders in Anbetracht des gesenkten Wahlalters ein Rückschritt ist und warum man in Deutschland schon vor mehr als 60 Jahren die Verantwortung der Schulen im Bereich der politischen Bildung erkannt hat.
Was sagt es über den Stellenwert von politischer Bildung in Österreich aus, wenn die einzige Professur dafür abgeschafft wird?

Mir scheint, dass die Bedeutung der Professur für die politische Bildung - insbesondere für die Lehrerbildung in Österreich - noch nicht hinreichend gesehen wird. Die Professur hat insofern eine besonders wichtige Stellung, als sie die erste und einzige Professur für Didaktik der politischen Bildung in Österreich ist. Bei der Einrichtung der Professur damals war ein Ziel, auch über die Universität hinaus Wirkung zu entfalten. Insbesondere im Bereich der Lehrerfortbildung und der wissenschaftlichen Weiterqualifizierung. Was hierbei aufgebaut werden konnte, ist natürlich ein Stück weit gefährdet, wenn es wirklich nicht zu einer Neubesetzung der Professur kommen sollte.

Hat politische Bildung im österreichischen Schulwesen überhaupt einen ausreichenden Stellenwert?

Der ist deutlich zu gering.

Freitag, 27. Januar 2012

Linzer Poly-Schüler werden Sprachlehrer - OÖN

LINZ. Poly-Schüler lesen Kindergartenkindern aus deutsch- und fremdsprachigen Büchern vor – was einfach klingt, ist ein mehrfach sinnvolles Projekt.

Die Stadt Linz hat das Projekt „Gemma lesen!“ jetzt mit einem Förderpreis für integrative Kulturprojekte ausgezeichnet. Denn Lesen ist eine wesentliche Grundlage für Sprachenlernen, somit eine Schlüsseltechnik für Integration.
Das „Gemma lesen!“-Vorhaben entwickelt haben Lehrerinnen der Polytechnischen Schule Linz-Urfahr. Im Grunde ist es einfach: Schülerinnen und Schüler des Poly gehen in Kindergärten, lesen den Kindern aus deutsch- und fremdsprachigen Büchern vor, auf Albanisch, Türkisch, Bosnisch, Kroatisch, Serbisch, Rumänisch. „Arabisch und Polnisch kommen noch dazu“, sagt Poly-Lehrerin Regina Fechter-Richtinger, die das „Gemma lesen!“-Projekt leitet.
Sprachliche Vielfalt
Vorleser für diese Sprachen zu finden, ist an der Polytechnischen Schule in Linz-Urfahr eigentlich einfach. Denn dort gehen Jugendliche aus 20 verschiedenen Nationen zur Schule. Diese Schülerinnen und Schüler lernen durch das Vorlesen selber besser lesen, erfahren die Lust am Lesen und verbessern ihre Fähigkeiten in der Muttersprache und in Deutsch.
Fünf „Gemma lesen!“-Schülerteams gibt es nun am Poly Urfahr. Die haben sich seit Herbst 2011 intensiv auf ihre Aufgabe vorbereitet, zunächst in einem theaterpädagogischen Workshop. Dort übten die Schülerinnen und Schüler Vorlese-Techniken und absolvierten Übungen zur Steigerung des Selbstvertrauens.
Dann ging es ans Üben. Ein Schüler oder eine Schülerin liest in einer Fremdsprache vor, der andere Schüler oder die andere Schülerin liest dieselbe Seite auf Deutsch vor. Im Training übten die Schülerinnen und Schüler auch, wie man die Kinder zum Mitmachen bewegt, ihr Interesse steigert, zum Beispiel durch Zwischenfragen, Wiederholungen, lauteres und leiseres Sprechen, Mienenspiel, Blickkontakt.